Gesundheit

Eliminieren Sie den Stress und relaxen Sie mal wieder!

Stress, Stressmanagement, Arbeit

Relaxen Sie regelmäßig? Kommunizieren Sie mit Ihrer Familie oder Ihren Freunden über die vergangene Woche und wie stressig diese war? Wenn Sie diese Methode für ein erfolgreiches Stressmanagement noch nicht versucht haben, wird es langsam Zeit. Prof. Dr. Martin-Niels Däfler weiß, worauf es beim richtigen Umgang mit Stress ankommt. Auf der Corporate Health Convention 2016 hält er am 11.05.2016 von 12:00 bis 13:00 Uhr einen Vortrag zum Thema „RELAX – Endlich stressfrei in fünf Schritten”. Seine RELAX-Methode hilft Berufstätigen aus allen Branchen bei der Stressbewältigung.

Prof. Dr. Martin-Niels Däfler über Stressmanagement

Hallo Herr Däfler, wie wichtig ist es für Arbeitnehmer einen Weg zu finden, um erfolgreich mit Stress umzugehen?

Das ist für die meisten Berufstätigen außerordentlich wichtig, denn fast alle Arbeitnehmer haben immer wieder stressige Phasen im Job. Manche leiden sogar unter permanentem Stress. Für diese Betroffenen ist es sogar unabdingbar, Gegenmittel zu finden. Dabei ist auch klar: Es gibt keinen Standardansatz. So unterschiedlich Stress erlebt wird, so individuell sind die Lösungsstrategien.

Woran können Menschen erkennen: „Jetzt muss ich etwas tun!“?

Das Gefährliche ist: Die Folgen von übermäßigem Stress werden oft nicht rechtzeitig erkannt beziehungsweise werden die Symptome nicht ernst genommen. Wenn man immer häufiger mit seinen Gedanken auch nach Feierabend im Beruf ist, wenn man zusehends weniger Interesse an seinem Partner und seinen Freunden hat, wenn man zu viel Alkohol trinkt und kaum mehr durchschlafen kann, dann sind das meist klare Indizien dafür, dass der Stress zu hoch ist.

Wie sieht Ihre RELAX-Methode zur Stressbewältigung aus?

Meine zentrale These lautet: Stress lässt sich dauerhaft nur mit einem umfassenden Ansatz reduzieren. RELAX ist ein Akronym und beschreibt die fünf Säulen, auf denen eine wirksame Anti-Stress-Therapie beruhen sollte.

R“ steht für „Ressourcen aufbauen“, was vor allem heißt, auf seinen Körper zu achten (Sport, Ernährung, Schlaf, Pausen).

E“ symbolisiert „Entscheidungen treffen“, also zu überlegen, was einem wirklich wichtig ist und was man künftig nicht mehr machen möchte.

Unter „L“ sind alle Tipps zusammengefasst, die mit „Lean Selbstmanagement“ zu tun haben – klassische Techniken der Selbstorganisation.

A“ ist der Bereich „Achtsamkeit“, und zwar im Umgang mit anderen, zum Beispiel durch einen empathischen Kommunikationsstil.

Das abschließende „X“ meint, dass man das kleine Glück, also das Glück im „XS-Format“ suchen und das Leben genießen sollte. Denn: Je besser es mir geht, desto weniger empfinde ich Stress.

Warum ist es so wichtig, bereits präventiv gegen Stress vorzugehen?

Je früher man erkennt, dass einen der Stress „aufzufressen“ droht, desto leichter fällt es, den Kurs zu korrigieren. Desto einfacher gelingt es auch, ohne fremde Hilfe dem Hamsterrad zu entkommen. Dann kann man allein – durch die selbst erlangte Einsicht – Änderungen in seinem Leben vornehmen. Manchmal ist jedoch auch das Gegenteil der Fall. Manche müssen leider wirklich „am Boden liegen“, um zu erkennen, dass es so wie bisher nicht weitergeht. Erst der völlige Zusammenbruch öffnet einem dann die Augen.

Welche Rolle spielt Kommunikation für einen erfolgreichen Stressabbau?

Als Professor für Kommunikation dürfte es wenig überraschend sein, wenn ich diesem Aspekt eine zentrale Rolle einräume. Warum? Weil die Art und Weise, wie wir mit anderen kommunizieren und umgehen einen unmittelbaren Einfluss darauf hat, wie wir uns fühlen. Gemäß des Prinzips der Reziprozität begegnen uns andere nämlich in der Regel so wie wir ihnen begegnen. Auf gut Deutsch: „So wie es in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.“

Welche neuen Herausforderungen entstehen durch den demografischen Wandel?

Ich würde nicht von „neuen“ Herausforderungen sprechen, sondern eher von geänderten. Zweifelsfrei hat die Generation Y andere Prioritäten als Vorgängergenerationen – sie legt mehr wert auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance und achtet verstärkt auf sich selbst. Insofern muss das BGM hier zukünftig vielleicht sogar weniger tun. Dafür wird sich das Augenmerk verstärkt auf die Arbeitnehmer im letzten Viertel des Berufslebens richten. Ihre Arbeitsfähigkeit und ihr Wohlbefinden aufrecht zu halten wird zur zentralen Aufgabe betrieblicher Stressprävention.

Sehr geehrter Herr Däfler, vielen Dank für das Gespräch und viel Spaß auf der Corporate Health Convention.

Das Interview führte Oliver Foitzik, Gründer der FOMACO GmbH und Herausgeber des Wirtschafts- und Mittelstandsmagazins AGITANO.

 

Über Prof. Dr. Martin-Niels Däfler

Stress, Stressmanagement, Arbeit
Relaxen Sie auch mal und entspannen Sie sich vom stressigen Alltag. (© Privat)

Professor Dr. Martin-Niels Däfler (Jahrgang 1969) hat in Würzburg sowie Adelaide (Australien) BWL studiert. Danach hat er für die Boston Consulting Group (München) sowie für den Deutschen Sparkassen- und Giroverband (Berlin) als Kommunikationsberater gearbeitet. Seit dem Jahr 2010 lehrt Däfler als hauptamtlicher Professor im Fachbereich Kommunikation an der FOM Hochschule in Frankfurt am Main. Däfler hat 17 Bücher sowie über 140 Fachartikel veröffentlicht. Däfler ist zudem als Speaker und Trainer tätig – er hilft, Stress zu reduzieren, gelassen zu werden und entspannt Karriere zu machen. In begeisternden Vorträgen, inspirierenden Seminaren und Workshops gibt er sein Wissen weiter.

Mehr über seine Expertise finden Sie unter daefler.de.

Oliver Foitzik

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