Deutschland

Fachkräfte: Abwanderer kehren häufiger zurück

Eine aktuelle Studie des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass immer mehr Arbeitskräfte in die neuen Bundesländer zurückwandern.

Durchschnittliche Rückkehrraten von acht Prozent

Petra Bork: Pflasterarbeiten
Vor allem die Nähe zu Freunden und Familie nennen viele Arbeitskräfte als Grund für ihre Rückwanderung (Bild: Petra Bork / pixelio.de).

Seit 2006, so die an der Studie beteiligten Forscher, ist ein Anstieg der Rückkehrrate auf durchschnittlich gut acht Prozent zu beobachten. Spitzenwerte erreichen die westthüringischen Landkreise Eichsfeld und Hildburghausen mit 18,6 bzw. 14,9 Prozent. Deutlich schlechter schneiden dagegen die größeren Städte wie Frankfurt (Oder), Schwerin und Halle (Saale) ab.

Nähe zu Freunden und Familie

Die Wissenschaftler Dr. Robert Nadler (IfL) und Mirko Wesling (IAB) führen die insgesamt positive Entwicklung des ostdeutschen Arbeitsmarktes als eine mögliche Ursache für die zunehmende Rückwanderung an. Sie ist aber wohl nicht die Entscheidende. Viele Rückkehrer nennen die Nähe zu Freunden und die Familiensituation als wichtige Beweggründe für ihren Entschluss. Die Arbeitsmarktlage stellt sich nach ihrem Empfinden hingegen oft noch als schwierig dar. Das ergab eine Online-Befragung, die das IfL bereits im vergangenen Jahr durchgeführt hat.

Hoffnungsträger für den Ländlichen Raum?

Vor allem in den von Schrumpfung geprägten ostdeutschen Regionen ist Rückwanderung zu einem Hoffnungsträger geworden, auch mit Blick auf die dort fehlenden Fachkräfte. Da Rückkehrer oft jünger sind und häufig in den ländlichen Raum zurückziehen, scheint diese Hoffnung nicht unbegründet. Offen sei allerdings, wie viele der zurückkehrenden Beschäftigten auch im Heimatkreis eine Arbeit aufnehmen und wie viele zu ihrem alten Arbeitsort nach Westdeutschland pendeln, geben die Forscher zu bedenken.

 


——-

Hintergrundinformationen zur Studie:

Die Studie stützt sich auf die sogenannte Beschäftigtenhistorik des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Das Zahlenwerk verknüpft Erwerbsbiografien mit Daten zum Wohnort und ermöglicht erstmals eine flächendeckende Analyse von Rückwanderungsströmen auf der Ebene von Kreisen.

Weiterführende Links zum Thema:

Auf HCC, unserem Fachportal für Fragen rund um das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM): Demografischer Wandel und steigender Fachkräftebedarf: BBR veröffentlicht interaktive Karte mit regionalen To-Dos.

Die Ergebnisse der oben erwähnten Analyse sind auf „Nationalatlas aktuell“ nochmals im Detail aufgeführt.

Christoph Schroeder

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.