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Folien spielen in immer mehr Industriezweigen eine zentrale Rolle – Interview mit Christian Armbruster von Soldera

Jemand beschichtet eine Fensterscheibe mit einer UV-Schutzfolie

Folien gehören zu den verbreitetsten Kunststoff-Halbzeugen und haben sich aufgrund ihrer Flexibilität sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich unterschiedlichste Anwendungsgebiete erschlossen. Als Lichtschutz auf Fensterscheiben kommen sie ebenso zum Einsatz wie als Antirutschfolie in Bädern und als dekorative Glitzerfolie in der Inneneinrichtung. Zusätzlich eröffnen innovative Technologien wie schaltbare und selbsttönende Folien in Zukunft viele Nutzungspotenziale. Zu den zentralen Größen der Branche gehört das im rheinland-pfälzischen Rodenbach ansässige Unternehmen Soldera. Wir haben uns mit Gründer Christian Armbruster über den Facettenreichtum seiner täglichen Arbeit, die vielfältigen Einsatzgebiete von Folien und künftige Entwicklungen unterhalten.

Sonnenschutzfolien sind nach wie vor am gefragtesten – Christian Armbruster von Soldera im Interview

Schönen guten Tag, Herr Armbruster! Sie haben ein erfolgreiches Unternehmen für Schutzfolien aller Art aufgebaut. Ehe wir uns näher mit Ihrer täglichen Arbeit beschäftigen, stellen Sie sich und Ihren fachlichen Hintergrund doch zunächst kurz vor.

Christian Armbruster: Alles begann mit einer dreijährigen Ausbildung zum Kaufmann, die ich von 1973 bis 1975 absolvierte. Es folgten mein Wehrdienst bei der Bundeswehr und meine zweite Ausbildung zum Informations-Elektroniker. Von 1980 bis 1991 war ich als Servicetechniker für IBM-Großrechner in Rechenzentren tätig. 1992 machte ich mich schließlich mit dem Vertrieb und der Montage von Fensterfolien selbstständig.

Wie kam es zur Gründung Ihres Unternehmens?

Christian Armbruster: Im Zuge meiner Tätigkeit als Servicetechniker nahm ich 1991 an einem Seminar teil. Dabei ging es um das Thema Richtlinien für Bildschirmarbeitsplätze. In diesem Seminar habe ich einen Vertreter kennengelernt, der sich mit Fensterfolien, Folienrollos und dem Lichteinfall am Arbeitsplatz beschäftigte. Das Thema war damals in Deutschland noch ganz neu und hat mich fasziniert. Als Alternative zu allen bisherigen Lösungen klebte man sich eine Folie einfach auf die Scheibe, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Das eröffnete große Einsparpotenziale und eine völlig neue Flexibilität.

Wie ging es danach weiter?

Christian Armbruster: In den ersten Jahren nach der Firmengründung 1992 war ich im Bereich der Folienmontage nur regional unterwegs. Im Laufe der nächsten Jahre habe ich das Einzugsgebiet innerhalb Deutschlands dann kontinuierlich ausgeweitet. Seit 2000 sind wir deutschlandweit tätig und führen Folienbeschichtungen in allen Bundesländern durch. Auch haben wir unsere Strukturen stetig ausgebaut. Es folgten ein größerer Vertrieb, neue Niederlassungen in der Schweiz und Österreich, der Umzug an einen größeren Hauptsitz in Rodenbach bei Kaiserslautern und der Kauf eines computergesteuerten Schneidetisches, mit dem sich millimetergenaue Maßzuschnitte herstellen lassen.

Seit der Gründung bietet Soldera einen eigenen Montageservice für gewerbliche, private und öffentliche Einrichtungen an. Das Soldera-Montage-Team besteht aus erstklassig geschulten und zuverlässigen Fachleuten, die über jahrelange Erfahrung in der Montage verfügen. Des Weiteren hat sich Soldera auf die nachträgliche Beschichtung von Lichtbändern spezialisiert. Diese aus Polycarbonat-Stegplatten bestehenden Beleuchtungselemente findet man vor allem in Industriehallen.

Heute wissen viele Vertriebspartner im In- und Ausland den Service von Soldera zu schätzen und arbeiten seit Jahren erfolgreich mit uns zusammen.

Wie groß ist Ihr Team?

Christian Armbruster: Angefangen als Ein-Mann-Team zählen wir heute im Kern 16 feste Mitarbeitende. Davon sind zehn im Innendienst für die Verwaltung, den Vertrieb und die Logistik zuständig. Weitere sechs Mitarbeiter ergänzen unser Montageteam, das bundesweit foliert.

Worauf liegt Ihr Leistungsfokus?

Christian Armbruster: Die Leistungen von Soldera sind nicht nur im Vertrieb, sondern auch im Bereich der Montage sehr breit aufgestellt. Hier kommen sehr oft die unterschiedlichsten Sonnenschutzausführungen für die Innen- und Außenbefestigung, aber auch Sicherheitsfolien, Einbruchschutzfolien und UV-Schutzfolien gegen UV-Strahlung und Sonnenschutz zum Einsatz.

Der Onlinehandel von Soldera bietet zusätzlich dazu Folien aus den Kategorien interne Sonnenschutzfolien für die leichte Selbstmontage, Autofolien in unterschiedlichen Tönungen, Dekorfolien als Gestaltungsmöglichkeit für Glasflächen, Isolier- beziehungsweise Energiesparfolien, Spiegelfolien sowie Milchglas- und Sichtschutzfolien zum Schutz der Privatsphäre.

Die unterschiedlichen Produkte können sowohl als Laufmeter und als Rollenware, aber auch als passgenaue Maßzuschnitte bestellt werden. Zudem besteht die Möglichkeit, die Bestellung direkt im Soldera-Lager in Rodenbach bei Kaiserslautern persönlich abzuholen. Bei allen Bestellungen, die Soldera versendet und ausliefert, liegt eine ausführliche Montage- und Reinigungsanleitung bei. Sollte es dennoch einmal Probleme bei der Selbstmontage geben, steht unser geschultes Team gerne telefonisch zur Verfügung.

Die Nachfrage nach hochwertigen Folien steigt stetig

Welche Folien werden besonders oft nachgefragt?

Christian Armbruster: Die häufigste Frage rund um Sonnenschutzfolie lautet: „Ich möchte aus dem Fenster schauen, ohne hinter der Glasfassade gesehen zu werden. Was kann ich tun?“ Hier empfehlen wir meistens unsere Spiegelfolien, die hochwertige Reflexions- und Sonnenschutzeigenschaften vereinen.

Wer gehört zu Ihren Kund:innen?

Christian Armbruster: Wir bedienen verschiedenste Kundenkategorien. Zunächst einmal ist da das klassische B2B-Händlergeschäft zu nennen. Hierzu zählen etwa Werbetechniker, Folientechniker, Autoglaser, Handelsagenturen und Wiederverkäufer. Darüber hinaus bieten wir auch privaten Kunden und Institutionen des öffentlichen Dienstes passende Folien für jeden Bedarf an.

Was sind die wichtigsten Bereiche, in denen Ihre Folien zum Einsatz kommen?

Christian Armbruster: Ein wichtiger Bereich ist der Objekt- und Industriebereich, der praktisch nicht mehr um Fensterfolie beziehungsweise Sonnenschutzfolie herumkommt. Die heutige Architektur der großen Glasfassaden zwingt den Kunden regelrecht zu einem zusätzlichen Sonnenschutz. Genau hier werden wir aktiv und können aus einer sehr großen Auswahl unserer Fensterfolien ein maßgeschneidertes Angebot abgeben.

Mit welchen Problemen kommen Ihre Kund:innen typischerweise zu Ihnen?

Christian Armbruster: Eins der typischen Probleme ist der Hitzeeintritt durch die Fensterscheiben an sonnigen Tagen. Die häufigsten Anfragen bezüglich unserer Sonnenschutzfolien kommen von Menschen, die in Dachgeschosswohnungen leben. Hier dringt die Hitze ungehindert durch das Dachfenster ein und macht sonnige Tage nahezu unerträglich. In diesen Fällen empfehlen wir beispielsweise unsere Dachfensterfolie, die von außen montiert wird. Dadurch lassen sich die Innentemperaturen deutlich reduzieren.

Worauf sollte jemand achten, wenn er sich nach Sonnen- und Wärmeschutzfolien umsieht?

Christian Armbruster: Hier kommt es vor allem auf die Frage an, welche Folie zu welchem Glas passt. Nicht jede Folie kann auf jede Glasscheibe geklebt werden. Das gilt insbesondere bei Folien, die von innen verklebt werden sollen.

Neuere Fensterscheiben haben einen immer besseren Isolationswert. Das führt dazu, dass sich nicht mehr alle Folien für eine Innenverklebung eignen. Hierauf muss unbedingt geachtet werden, da bei einer falschen Folienauswahl ein Glassprung unvermeidlich ist. Hierbei stehen wir unseren Kunden als Fachhandel mit Rat und Erfahrung zur Seite. Bei Außenfolien sind die Bedingungen nicht ganz so streng.

Was sind Ursachen, wenn sich Fensterfolie ablöst? Wie kann man vorbeugen und was kann man im Schadensfall tun?

Christian Armbruster: Wie bei vielen anderen Produkten gilt auch für die Fensterfolie: Die richtige und regelmäßige Pflege beziehungsweise Reinigung ist entscheidend für die Haltbarkeit und Lebensdauer. Dies gilt insbesondere für Folien, die von außen beschichtet werden. Ist ein Schadensfall eingetreten, hilft in den meisten Fällen nur noch die Erneuerung der Folien.

Werfen wir einen Blick auf Ihre Branche insgesamt. Mit welchen Herausforderungen haben Unternehmen hier aktuell zu tun?

Christian Armbruster: Wie viele andere renommierte Unternehmen kämpfen wir mit den „Billiganbietern“, die ihre zum Großteil minderwertigen Produkte über die bekannten Plattformen zu Dumpingpreisen verschleudern. Die Qualität der Folien ist meistens sehr schlecht, die Beratung und der Service sind oft mangelhaft.

Welche Entwicklungen werden in den kommenden Jahren von Bedeutung sein?

Christian Armbruster: Hier sind ganz klar schaltbare und selbsttönende Folien zu nennen. Sie eröffnen Nutzern eine völlig neue Flexibilität.

Wenden wir uns zum Abschluss noch einmal der Zukunft zu. Welche Pläne haben Sie mit Ihrem Unternehmen in den kommenden zehn Jahren?

Christian Armbruster: Soldera verfolgt seit vielen Jahren das Ziel, in Deutschland Marktführer in der Folienbranche zu werden. In den letzten Jahren haben wir uns deutlich weiterentwickelt und können mit gutem Gewissen behaupten, in den Top Ten der Fensterfolien-Distributoren angekommen zu sein. Diesen Status wollen wir in den kommenden Jahren konsolidieren und ausbauen.

Vielen Dank, Herr Armbruster, für die interessanten Einblicke!

Das Interview mit Christian Armbruster führte die AGITANO-Redaktion.

Über Soldera

Profilbild Christian Armbruster
Christian Armbruster (Bild: © Soldera)

Das im rheinland-pfälzischen Rodenbach ansässige Unternehmen Soldera ist Spezialist für Folientechnik und bietet privaten, gewerblichen und öffentlichen Kund:innen eine breite Auswahl an Fenster-, Auto-, Architektur- und Spezialfolien sowie Lichtbänder und Montagezubehör an. Seit es im Jahr 1992 gegründet wurde, entwickelte es sich von einem regional erfolgreichen Unternehmen zur bundesweit und international erfolgreichen Branchengröße mit Niederlassungen in Österreich und der Schweiz.

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