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Frauen im Business: Und sie nannten sie Steve

Sie gilt als eine der unbekanntesten, aber erfolgreichsten Frauen im Business: Stephanie Shirley. 1962 gründete sie im Vereinigten Königreich eine Software-Firma. Eine Frau als Chef? In einer Software-Firma? In den 1960ern? In Großbritannien? Schon das wäre Anlass genug, um über diese Dame ausführlicher zu berichten.

Video: Warum haben ehrgeizige Frauen flache Köpfe?

Doch es gibt noch einen weiteren Grund, warum es sich lohnt, sich mit dieser außergewöhnlichen Person etwas näher auseinanderzusetzen. Wie kaum eine andere, setzte die Unternehmerin das Thema Frauen im Business konsequent um: sie stellte ausschließlich weibliche Mitarbeiter ein. Im folgenden ehrlichen und humorvollen Vortrag erklärt sie, warum sie das tat und wie sie die Erwartungen jener Zeit auf den Kopf stellte (unter anderem, weil sie sich „Steve“ nannte). Zudem verrät sie uns einige bombensichere Tipps und Tricks, woran wir ehrgeizige Frauen erkennen.

[Anmerkung der Redaktion: Das hier eingebettete Video wurde (vorübergehend) entfernt, ist jedoch weiterhin hier zu finden: YouTube / TED.]

Frauen im Business: Worüber Politiker reden, hat Shirley „einfach“ gemacht

Warum gründet man ein Unternehmen? Um reich zu werden? Der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung? Oder gar, um die Welt zu verbessern? Für Shirley war es wohl schlicht und ergreifend Frust. Frust gegenüber Vorgesetzten und Kollegen, die Frauen im Business – wenn überhaupt – nur ganz kurz und nur auf der untersten Hierarchie-Ebene sehen wollten. Also gründete Shirley 1962 „einfach“ ihre eigene Softwareschmiede, die F International Group (heute Sopra Steria). Am Küchentisch, mit sechs Pfund Startkapital und einem Telefonanschluss. Ihre Einstellungspolitik entsprach dem, worüber Politiker heute noch allenfalls Lippenbekenntnisse verfassen: Sie stellte ausschließlich Frauen ein, mit Kindern.

Und sie nannten sie „Steve“

Genauer gesagt: Sie selber nannte sich so. 1962 durften Frauen nicht gerade viel. Sie durften keinen Bus lenken, kein Flugzeug steuern, ohne die Erlaubnis ihres Ehemannes durften sie noch nicht einmal ein Bankkonto eröffnen. Um Türen zu öffnen, beziehungsweise überhaupt Aufträge zu erhalten, hat Shirley den Vornamen auf ihren Briefköpfen von ursprünglich „Stephanie“ in „Steve“ geändert. Und bevor jemand merkte dass „er“ eine „Sie“ war, hat man „ihn“ für „seine“ gute Arbeit gelobt.

Gut gemacht!

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Im oben eingefügten Video erklärt Stephanie Shirley, warum erfolgreiche Frauen im Business so flache Köpfe haben. (Bild: YouTube-Snapshot)

Und diese Form von Lob ist der Grund, warum man ehrgeizige Frauen im Business an ihren flachen Köpfen erkennen kann. Denn als Shirleys Unternehmen auf einen Wert von drei Milliarden US-Dollar geschätzt wurde, sie sich selbst und 70 Mitarbeiterinnen zu Millionärinnen gemacht hatte, sagte man(n): Gut gemacht! Gepaart mit einem herablassenden Tätscheln auf ihren Kopf, der dadurch flacher und flacher wurde.

Christoph Schroeder

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