Warum GEO zur strategischen Schlüsselkompetenz im digitalen Marketing wird
Die digitale Sichtbarkeit von Unternehmen wird zunehmend von generativen Systemen geprägt. Während klassisches SEO darauf abzielt, Webseiten in Suchmaschinenrankings zu positionieren, verschiebt sich der Fokus mit GEO auf eine neue Ebene: Inhalte müssen so gestaltet sein, dass sie von KI-Systemen verstanden, interpretiert und in Antworten eingebunden werden. GEO beschreibt damit die Optimierung von Inhalten für generative Such- und Antwortsysteme und grenzt sich klar von traditionellem SEO sowie von Content- und Performance-Strategien ab.
Generative Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder Googles AI Overviews verändern die Logik der Informationssuche grundlegend. Nutzer erhalten nicht mehr nur Links, sondern kontextualisierte Antworten. Sichtbarkeit entsteht dadurch nicht allein über Rankings, sondern über Relevanz, Struktur, Vertrauenswürdigkeit und Quellenqualität. Für Unternehmen bedeutet das: Inhalte müssen nicht nur gefunden, sondern als verlässliche Wissensquelle anerkannt werden.
Diese Entwicklung stellt neue Anforderungen an Content-Strategien, Informationsarchitektur und Markenautorität. Gleichzeitig zeigt sich im Markt, dass viele Unternehmen die Tragweite von GEO noch unterschätzen oder zu spät reagieren. Wer langfristig sichtbar bleiben will, benötigt ein tiefes Verständnis dafür, wie generative Systeme Inhalte bewerten und priorisieren.
Professionelle Unterstützung, etwa durch eine spezialisierte GEO Agentur, kann dabei helfen, tragfähige Strategien zu entwickeln und die eigene Positionierung in der neuen Suchrealität gezielt zu stärken. Vor diesem Hintergrund gewinnt GEO zunehmend an Bedeutung – und wird im nachfolgenden Interview mit Timothy Scherman kritisch diskutiert und beleuchtet.
GEO verändert die Spielregeln der digitalen Sichtbarkeit
AGITANO: Was genau versteht man unter GEO, und warum ist der Begriff mehr als ein neues Buzzword?
Timothy Scherman: GEO steht für Generative Engine Optimization und beschreibt die nächste Evolutionsstufe digitaler Sichtbarkeitsoptimierung. Dabei handelt es sich nicht um einen Ersatz für SEO, sondern um eine darauf aufbauende, erweiterte Disziplin.
Während im klassischen SEO der Fokus vor allem auf der Optimierung von Inhalten für Nutzer und Suchintention sowie auf dem Aufbau von Backlinks liegt, verschiebt sich der Schwerpunkt im GEO deutlich. Im Zentrum steht nicht mehr nur der einzelne Inhalt, sondern der gesamte Markenkontext, in dem eine Entität wahrgenommen wird.
Das bedeutet konkret: Es geht darum, gezielt zu steuern, in welchen Themenfeldern eine Marke auftaucht und mit welchen Attributen sie von KI-Systemen verknüpft wird. Ein wesentlicher Hebel hierfür sind externe Maßnahmen, insbesondere digitale PR.
Während im klassischen SEO Verlinkungen lange als zentraler Rankingfaktor galten, gewinnen im GEO vor allem Zitierungen und kontextuelle Erwähnungen massiv an Bedeutung. KI-Systeme bewerten nicht nur, wer verlinkt wird, sondern vor allem, wer in relevanten Zusammenhängen genannt und inhaltlich eingeordnet wird.
GEO bedeutet somit, die Wahrnehmung einer Marke im digitalen Raum aktiv zu formen, sodass sie in den entscheidenden Momenten von KI-Systemen als relevante Quelle oder bevorzugte Empfehlung berücksichtigt wird.
Warum klassisches SEO ohne GEO langfristig an Wirkung verliert
AGITANO: Reicht SEO heute noch aus, oder stehen Unternehmen vor einem Paradigmenwechsel?
Timothy Scherman: SEO allein reicht heute nicht mehr aus. Es bildet weiterhin das Fundament der digitalen Sichtbarkeit, ist aber nicht länger der entscheidende Erfolgsfaktor. Die klassische Suche, bei der Nutzer eine Liste von Links erhalten, wird zunehmend durch direkte Antworten und Empfehlungen von KI-Systemen ersetzt. Das markiert einen fundamentalen Paradigmenwechsel.
Über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg war eine kuratierte Liste von Suchergebnissen der Standard. Nutzer mussten selbst auswählen, vergleichen und entscheiden. In der neuen Realität übernimmt die KI genau diesen Schritt. Statt einer Auswahl an Optionen erhält der Nutzer eine konkrete, kontextbasierte Empfehlung. Diese basiert nicht nur auf allgemeinen Informationen, sondern zunehmend auch auf individuellen Faktoren wie Verhalten, Präferenzen und situativem Kontext.
Genau hier verändert sich die Spielregel grundlegend. Es reicht nicht mehr aus, sichtbar zu sein. Entscheidend ist, ausgewählt zu werden.
Für Marken bedeutet das: Sie müssen nicht nur inhaltlich präsent sein, sondern in den relevanten Themenkontexten so positioniert werden, dass sie von KI-Systemen aktiv als passende Lösung empfohlen werden. Das Ziel verschiebt sich damit klar von reiner Sichtbarkeit hin zu präferierter Auswahl. Und genau in diesem Kontext entscheidet sich künftig, welche Unternehmen wachsen und welche im digitalen Raum zunehmend an Bedeutung verlieren.
Wie Unternehmen es strategisch implementieren können
AGITANO: Wie gehen Sie bei der Entwicklung einer GEO-Strategie für Unternehmen konkret vor?
Timothy Scherman: Bei der Entwicklung einer GEO-Strategie beginnt alles mit einer präzisen Analyse des Status quo. Im ersten Schritt prüfen wir, ob und wie eine Marke bereits im Kontext von KI-Systemen erscheint. Entscheidend ist dabei nicht nur die reine Sichtbarkeit, sondern vor allem, in welchen Themenkontexten die Entität wahrgenommen wird und mit welchen Attributen sie verknüpft ist.
Darauf aufbauend definieren wir gemeinsam mit dem Kunden den Zielzustand. Das bedeutet, wir legen fest, in welchen Themenfeldern die Marke künftig positioniert sein soll und welche konkreten Eigenschaften sie in diesen Kontexten auszeichnen. Ein Beispiel: Die Entität LIMES Schlosskliniken kann im Themenkontext Depressionsklinik verankert werden, verbunden mit Attributen wie Therapieintensität oder Spezialisierungsgrad.
Im nächsten Schritt analysieren wir, welche Attribute innerhalb dieser Themenkontexte aus Sicht von KI-Systemen besonders relevant und nachgefragt sind. Anschließend bilden wir die Schnittmenge aus drei Faktoren: erstens den gewünschten Themenkontexten des Kunden, zweitens den definierten Attributen, drittens den tatsächlich nachgefragten und gewichteten Merkmalen.
Aus dieser Schnittmenge entwickeln wir eine strukturierte Prompt-Strategie. Diese besteht aus einer priorisierten Liste von Prompts, die gezielt darauf ausgerichtet sind, die Wahrnehmung der Marke in den relevanten Kontexten zu beeinflussen. Die Entwicklung wird kontinuierlich mit geeigneten Tools gemessen und datenbasiert optimiert.
Im Anschluss verstärken wir diese Positionierung durch gezielte digitale PR-Maßnahmen. Ziel ist es, die definierten Themenfelder systematisch zu besetzen und die Marke nachhaltig als relevante Entität innerhalb der gewünschten KI-Kontexte zu etablieren.
Welche Faktoren generative Suchsysteme wirklich beeinflussen
AGITANO: Nach welchen Kriterien bewerten KI-Systeme Inhalte – und was bedeutet das für Unternehmen?
Timothy Scherman: Grundsätzlich müssen wir zwei zentrale Wirkungsbereiche unterscheiden, in denen eine Marke in KI-Antworten erscheinen kann. Der erste Bereich ist die Nennung als Quelle. Hier geht es darum, dass Inhalte einer Marke von KI-Systemen zitiert werden. In diesem Fall optimieren wir sowohl eigene als auch externe Inhalte gezielt darauf, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, als zitierfähige Referenz herangezogen zu werden.
Der zweite Bereich ist deutlich wertvoller: die direkte Empfehlung als Marke, Produkt oder Dienstleistung durch die KI. Dieser Bereich hat einen unmittelbaren Einfluss auf Conversion und Umsatz, da die KI aktiv eine Auswahl trifft und nicht nur Informationen wiedergibt.
Im Bereich der Quellenzitation spielen mehrere Faktoren eine entscheidende Rolle. Zum einen die generelle Stärke der Marke innerhalb eines Themenfeldes, messbar über klassische SEO-Sichtbarkeit. Zum anderen die Struktur und Qualität der Inhalte. Inhalte müssen so aufgebaut sein, dass sie für KI-Systeme leicht extrahierbar sind.
Das bedeutet konkret: Inhalte sollten dem Pyramidenprinzip folgen. Zuerst eine klare Kernaussage, direkt gefolgt von Belegen wie Daten, Studien oder konkreten Fakten, und erst danach die vertiefende Erklärung. Diese strukturierten Einheiten nennt man Antwort-Chunks. Sie erhöhen signifikant die Wahrscheinlichkeit, von KI-Systemen zitiert zu werden.
Zusätzlich ist die technische Zugänglichkeit entscheidend. Inhalte müssen für Crawler sauber erfassbar sein. Das bedeutet, möglichst serverseitig gerendert, ohne Abhängigkeit von schwer interpretierbarem JavaScript.
Wenn es hingegen darum geht, als Marke empfohlen zu werden, verschiebt sich der Fokus. Hier ist entscheidend, ob und wie die Marke im Wissensraum der KI verankert ist. Ein Vorteil besteht, wenn die Marke bereits Teil der Trainingsdaten ist. Ist das nicht der Fall, kann sie dennoch über Mechanismen wie Retrieval Augmented Generation sichtbar werden. Dabei greift die KI auf externe, aktuelle Quellen zu und integriert diese in ihre Antwort.
Genau hier liegt der strategische Hebel. Durch gezielte digitale PR, starke Inhalte und kontrollierte Markenplatzierungen in relevanten Kontexten lässt sich beeinflussen, in welchen Themenfeldern eine Marke auftaucht und mit welchen Attributen sie verknüpft wird. Das Ziel ist klar: Die Marke nicht nur sichtbar zu machen, sondern sie systematisch als bevorzugte Option innerhalb relevanter Entscheidungsprozesse der KI zu positionieren.
Die Rolle einer GEO Agentur in der neuen Suchrealität
AGITANO: Warum ist professionelle Begleitung bei GEO aus Ihrer Sicht entscheidend?
Timothy Scherman: Das Themenfeld GEO als Weiterentwicklung von SEO ist mit reinem Laienwissen faktisch nicht beherrschbar. Die Komplexität ist enorm und die Dynamik extrem hoch. Was heute funktioniert, kann morgen bereits an Wirkung verlieren. Ohne fundierte Strategie, kontinuierliche Analyse und den Einsatz professioneller Tools bleibt ein Großteil des Potenzials ungenutzt.
Die Realität ist: Ohne spezialisierte Agenturbegleitung wird in diesem Bereich sehr viel Sichtbarkeit verschenkt. Und genau hier liegt die eigentliche Tragweite. In den nächsten zwei bis drei Jahren wird sich die Art, wie Menschen Entscheidungen treffen, fundamental verändern. Generative KI-Systeme werden zunehmend zur zentralen Schnittstelle zwischen Nachfrage und Angebot.
Wer in diesen Systemen für relevante Themenkontexte und entscheidende Attribute nicht präsent ist, existiert aus Sicht potenzieller Kunden praktisch nicht. Das bedeutet konkret: Wenn Ihre Marke nicht aktiv empfohlen wird, werden Sie in vielen Fällen gar nicht mehr in die engere Auswahl kommen. Sichtbarkeit entsteht dann nicht mehr organisch, sondern nur noch über bezahlte Maßnahmen.
GEO ist deshalb kein optionaler Kanal, sondern entwickelt sich zur zentralen Disziplin für nachhaltige digitale Sichtbarkeit und planbare Neukundengewinnung.
Warum viele Unternehmen GEO noch unterschätzen
AGITANO: Beobachten Sie aktuell eine Fehleinschätzung von GEO im Markt?
Timothy Scherman: Viele Unternehmen unterliegen aktuell einem grundlegenden Denkfehler. Sichtbarkeit in KI-Systemen wird noch immer als Nice-to-have betrachtet oder, schlimmer noch, als etwas, das sich automatisch ergibt. Genau das ist nicht der Fall.
Wir stehen hier vor einem sich neu formierenden Markt, der sich fundamental von klassischem SEO unterscheidet. Während die klassischen Suchergebnisse mit den bekannten zehn blauen Links häufig kritisch hinterfragt werden, genießen Antworten von KI-Systemen ein deutlich höheres Vertrauen. Für den Nutzer fühlt sich eine KI-Empfehlung nicht wie Werbung oder Ranking an, sondern wie die Einschätzung eines extrem kompetenten, neutralen Beraters.
Das ist der entscheidende Punkt: Obwohl KI-Systeme objektiv fehleranfälliger sein können, wird ihnen subjektiv mehr Vertrauen entgegengebracht als klassischen Suchergebnissen. Diese Verschiebung in der Wahrnehmung verändert das gesamte Spiel.
Gleichzeitig zeichnet sich klar ab, dass generative KI-Systeme mittelfristig einen großen Teil der klassischen Suche ersetzen werden. Informationsbeschaffung, Anbieterwahl und Entscheidungsprozesse verlagern sich zunehmend in diese Systeme. Und genau deshalb ist jetzt der Zeitpunkt zu handeln.
Wer heute beginnt, seine Marke gezielt in relevanten Themenkontexten und mit den richtigen Attributen in KI-Systemen zu positionieren, baut sich einen massiven strategischen Vorsprung auf. Wer abwartet, wird später nicht nur aufholen müssen, sondern gegen bereits etablierte Entitäten antreten, die von der KI bevorzugt berücksichtigt werden.
GEO ist damit kein Trend, sondern ein Zeitfenster. Und dieses Zeitfenster ist jetzt offen.
Wie Schild Roth Unternehmen bei GEO messbar voranbringt
AGITANO: Woran erkennen Unternehmen konkret den Erfolg einer GEO-Strategie?
Timothy Scherman: Der Erfolg von GEO-Maßnahmen ist nicht vage oder schwer greifbar, sondern klar und eindeutig messbar. Die Grundlage dafür bildet ein gemeinsam mit dem Kunden entwickeltes Prompt-Set. Dieses umfasst die relevanten Themenkontexte, die dazugehörigen Attribute sowie deren strategisch definierte Schnittmenge mit den gewünschten Positionierungen der Marke.
Auf Basis dieses Prompt-Sets wird die Sichtbarkeit systematisch und regelmäßig gemessen. Konkret bedeutet das: Für jeden einzelnen Prompt wird analysiert, ob und wie die Marke in den Antworten von KI-Systemen erscheint, sei es als Quelle oder als empfohlene Lösung. Diese Messung erfolgt in festen Intervallen, in der Regel wöchentlich. Dadurch entsteht eine klare, datenbasierte Entwicklungskurve.
Über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten sollte dabei ein deutlicher Anstieg der Sichtbarkeit erkennbar sein. Dieser Fortschritt ist das direkte Ergebnis gezielter Maßnahmen wie intensiver digitaler PR, der strukturellen Optimierung bestehender Inhalte sowie dem strategischen Ausbau der eigenen Webseite.
Das Entscheidende ist: GEO lässt sich nicht nur beeinflussen, sondern auch transparent steuern und nachvollziehen. Damit wird aus einem scheinbar abstrakten Thema ein klar messbarer Wachstumskanal mit konkreten KPIs und einer sichtbaren Entwicklung im Zeitverlauf.
Wie GEO das digitale Marketing in den nächsten Jahren prägen wird
AGITANO: Wie wird sich GEO Ihrer Einschätzung nach in den kommenden Jahren entwickeln?
Timothy Scherman: GEO befindet sich aktuell noch in einer frühen Phase, in der viele kurzfristige Taktiken funktionieren, die langfristig keinen Bestand haben werden. Typische Beispiele sind einfache Manipulationsansätze wie eigene Bestenlisten oder Listicles, in denen die eigene Marke gezielt auf Position eins gesetzt wird und anschließend versucht wird, diese Inhalte in KI-Systeme einzuspeisen. Solche Methoden funktionieren derzeit teilweise noch, weil die Systeme sich in einer Übergangsphase befinden. Es ist jedoch absehbar, dass genau diese Mechanismen zunehmend erkannt und systematisch entwertet werden.
Gleichzeitig wird ein weiterer Faktor aktuell überschätzt: die reine Aktualität von Inhalten. Im Moment werden neue Inhalte oft überproportional stark berücksichtigt. Auch das wird sich angleichen. Perspektivisch wird sich GEO stärker an den Prinzipien orientieren, die wir aus dem klassischen SEO kennen.
Das bedeutet: Nicht kurzfristige Tricks oder künstlich erzeugte Signale werden entscheidend sein, sondern echte Autorität, konsistente Qualität und nachweisbarer Mehrwert. Langfristig werden sich die Marken durchsetzen, die tatsächlich relevant sind, die echte Expertise besitzen und die in ihrem Themenkontext glaubwürdig verankert sind.
Das ist eine sehr gesunde Entwicklung. Denn sie führt dazu, dass nicht mehr derjenige gewinnt, der die besten Manipulationstechniken beherrscht, sondern derjenige, der im jeweiligen Themenfeld tatsächlich die beste Lösung bietet.
Aktuell ist das System noch vergleichsweise leicht beeinflussbar. Genau deshalb ist es umso wichtiger, frühzeitig eine saubere, nachhaltige Positionierung aufzubauen, bevor sich die Spielregeln weiter verschärfen und der Wettbewerb deutlich professioneller wird.
AGITANO: Vielen Dank, Herr Scherman, für die spannenden Einblicke in die Bedeutung von GEO und die Auswirkungen auf das digitale Marketing.
Das Interview mit Timothy Scherman, Schild Roth SEO Agentur, führte Oliver Foitzik, Herausgeber AGITANO.
GEO als neuer Standard für digitale Sichtbarkeit und Markenautorität
Wie im Interview deutlich wird, markiert die Entwicklung generativer Suchsysteme einen Wendepunkt im digitalen Marketing. GEO etabliert sich dabei nicht als Ersatz, sondern als strategischer Layer über bestehende SEO-Ansätze. Während SEO weiterhin für Auffindbarkeit sorgt, erweitert GEO die Perspektive um eine neue Dimension: Inhalte müssen so gestaltet sein, dass sie von KI-Systemen nicht nur gefunden, sondern verstanden, eingeordnet und als vertrauenswürdige Quelle genutzt werden.
Diese Verschiebung hat weitreichende Auswirkungen auf Content-Strategien, Pressearbeit und Markenführung. Inhalte gewinnen an Bedeutung, wenn sie strukturiert, kontextreich und fachlich fundiert sind. Gleichzeitig wird Markenautorität zu einem entscheidenden Faktor, da generative Systeme bevorzugt auf Quellen zurückgreifen, die als glaubwürdig und relevant gelten. Unternehmen müssen daher ihre digitale Kommunikation ganzheitlicher denken und Silos zwischen SEO, Content, PR und Branding auflösen.
Mit GEO entsteht zudem eine neue Wettbewerbsdynamik. Sichtbarkeit wird weniger durch reine Keyword-Optimierung bestimmt, sondern durch thematische Tiefe, Expertenstatus und semantische Klarheit. Für Unternehmen eröffnet das Chancen, sich frühzeitig als relevante Wissensquelle zu positionieren. First Mover können sich Wettbewerbsvorteile sichern, während Nachzügler riskieren, in generativen Antworten kaum noch präsent zu sein.
Langfristig wird GEO zu einem zentralen Erfolgsfaktor für digitale Sichtbarkeit. Unternehmen, die frühzeitig strategisch handeln, schaffen die Grundlage für nachhaltige Reichweite, stärkere Markenautorität und eine stabile Positionierung in der KI-gestützten Informationswelt.
Interviewpartner: Timothy Scherman – Experte für SEO und GEO
Timothy Scherman ist Geschäftsführer unter anderem der Schild Roth SEO Agentur GmbH, der TM Scherman Holding GmbH sowie der ITS Pure GmbH. Seit 2015 ist er als SEO- und Online-Marketing-Berater tätig und begleitet Unternehmen beim Aufbau digitaler Sichtbarkeit.
Ein fachlicher Schwerpunkt liegt auf SEO- und GEO-Strategien. Seit 2022 berät er zudem im Bereich GEO und beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie Marken in generativen Suchsystemen sichtbar, zitierfähig und als relevante Quelle positionierbar werden. Seine praktische Arbeit stützt sich dabei auf konkrete GEO-Case-Studies und einen klaren strategischen Blick auf digitale Sichtbarkeit.



