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Inspirierend Führen: Welche Werte gute Führung auszeichnen

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Als ersten Diener seines Staates bezeichnete sich Friedrich der Große. Der Ansatz des aufgeklärten Preußenkönigs hat auch 300 Jahre später nichts von seiner Strahlkraft verloren. Friedrich II. hob sich damit von den egozentrischen Feudalherren seiner Zeit ab. Ein Novum in der Geschichte des ausgehenden 18. Jahrhunderts, das geprägt war von Machterhalt und Ränkespielen. Welches politische Kalkül auch immer hinter diesem Motto stand – eines ist sicher: es hat funktioniert! Doch was hat dieser historische Exkurs mit einem Führungsthema zu tun? Vieles! Denn das Motto Friedrichs lässt sich gut auf das Führen eines Unternehmens oder einer Abteilung übertragen.

Mit der rasanten Nachrichtenübermittlung im Zeitalter der Digitalisierung, der globalen Vernetzung und Rundum-Verfügbarkeit von Menschen via Social Media & Co. gehen analoge Tugenden verloren. Doch Respekt, Achtung und Benehmen sind die Grundpfeiler eines nachhaltigen Beisammenseins – in der realen Realität oder der virtuellen. Menschen auf dem Weg zu einem (Unternehmens-)Ziel mitzunehmen, fällt vielen Managern schwer. Wie also führen, wenn die Zeit drängt? Wie managen, wenn Zahlen, Daten und Fakten wichtiger sind, als die eigentlich wichtigste Ressource für nachhaltigen Erfolg – der Mensch?

Organigramme auf den Kopf stellen

Rasante Veränderungen brauchen weniger rasante Menschen, weniger Manager, sondern mehr inspirierende Leader, die das Talent ihrer Mitarbeiter zu selbstverantwortlicher Flexibilität erkennen und nachhaltig fördern. Doch was heißt das für die Organisation eines Unternehmens? Neben Manager- und Unternehmerkompetenz ist mehr und mehr auch die Kompetenz als Leader im Sinne einer echten Vorbildfunktion gefragt, um Mitarbeiter als Menschen zu gewinnen, zu begleiten und zu fördern. Das Ziele-Daten-Fakten-gesteuerte Denken sollte einer motivierten, inspirierenden Führung Platz machen. Das alte Führungsmodell, den Mitarbeiter als Ressource zu sehen und Motivation als Selbstverständnis aus der Abhängigkeit vom Arbeitsplatz abzuleiten, hat ausgedient.

Überträgt man die Idee eines inspirierenden Führungsstils auf ein Organigramm, so würde dieses Kopf stehen: die Spitze des Unternehmens bildet somit die Wurzel, die die abgehenden Äste und Verzweigungen speist – mit Energie, Inspiration, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten – der Chef ist damit Dienstleister für seine Mitarbeiter und sein Unternehmen. Dieser Führungsstil setzt die Bereitschaft voraus, neue Wege zu gehen und den Mut aufzubringen, Fehler zuzulassen um schneller reagieren und lernen zu können – Eigenschaften, die Mitarbeitern über Jahre hinweg oftmals abgewöhnt wurden.

Werte leben, Stärken fördern

Inspirierend führen heißt, die analoge, menschliche Komponente im Blick zu haben. Denn der Erfolg eines Unternehmens wird künftig davon bestimmt sein, wie das vorhandene Potenzial aller Mitarbeiter so genutzt werden kann, dass es auf einem Nährboden für Vertrauen und Zugehörigkeit gedeiht und aus einem gemeinsamen Verständnis von Sinn, Ausrichtung und gelebten Werten wächst und den Herausforderungen der Digitalisierung gewachsen ist. Um diesen Ansatz zu leben, braucht es eine Führungspersönlichkeit, die den Weg selbst geht.

Der erste Schritt eines inspirierenden Chefs ist daher der Blick in den Spiegel. Lebe ich die Werte, die ich vermitteln möchte? Denn echte Leader fördern, im Gegensatz zu Managern, als Mentoren die individuellen Stärken ihrer Mitarbeiter und entwickeln gemeinsam mit ihren Teams eine Ausrichtung, die von allen mitgetragen wird. Sie erarbeiten gemeinsam Werte, die verinnerlicht und gelebt werden.

Kreativität freisetzen

Mitarbeiter, die Zielvorgaben abarbeiten, haben ein anderes Leistungsbewusstsein als diejenigen, die selbst an der Ausrichtung eines Teams, einer Abteilung beteiligt waren. Letztere Variante bewirkt positive Fokussierung und Sog-Wirkung und setzt bei Hindernissen im Team Kreativität frei und spornt zur Flexibilität an. Dies geschieht jedoch nur, wenn das Team aktiv in den Gestaltungsprozess einbezogen ist und wenn Unternehmensumfeld und möglicher Handlungsrahmen dies zulassen. Derartige Unternehmensstrukturen sind für einen inspirierenden Führungsstil geradezu prädestiniert. Das Zusammenspiel von mitgestalteter Ausrichtung, gemeinsam definierten Zwischenzielen sowie die täglichen Schritte in Zielrichtung ist erwünscht. Der Chef als Dienstleister des Teams optimiert und fördert als Coach und Mentor individuell.

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Der Kraft-Optimierer für Leader: Jürgen Balhuber ist Trainer, Redner und Mentor. Er legt den Schwerpunkt auf das analoge Miteinander in Unternehmen: Inspirierend führen ist ein Muss für gelungene Mitarbeiterführung und -motivation. (Bild: © Jürgen Balhuber)

Meinungen zulassen

Dürfen Widerstände und andere Meinungen offen gezeigt werden und werden diese dann integriert, statt ignoriert, fühlen sich alle Mitarbeiter mitgenommen. Diese Vorgehensweise ist für einen inspirierenden Führungsstil von zentraler Bedeutung, denn darin spiegelt sich die Unternehmenskultur und zeigt auf, wie die Werte Respekt und Offenheit mit Fleisch und Blut gefüllt und nicht nur als bloße Parole in einem Mission Statement zusammengefasst werden.

Über Jürgen Balhuber

Jürgen Balhuber ist Trainer, Redner und Mentor für nachhaltige Umsetzungsstrategien.
Sein Ziel ist es, die Selbst- und Sozialkompetenz von Führungspersönlichkeiten und deren Teams nachhaltig zu fördern. Der studierte Diplom-Ingenieur und Rhetorik hat sich in seiner Arbeit mit kleineren und mittelständischen Unternehmen vor allem auf die Bereiche der Selbstentwicklung, Vertrieb und Führung spezialisiert. Weitere Informationen unter: www.juergen-balhuber.de.

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