Management

Networking für leise Menschen: Wie Sie Präsenz zeigen und Gehör finden

…aus der Themenserie “Leises Potenzial nutzen – Was Introvertierte erfolgreich macht” von Dr. Sylvia C. Löhken. Nach dem letzten Beitrag (2) “Sind Sie ein leiser oder lauter Mensch?” folgt nun “Networking für leise Menschen: Wie Sie Präsenz zeigen und Gehör finden“.

Anne ist Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Introvertierte, leise Menschen, Training, Coaching, Sylvia Löhkeneinem großen mittelständischen Unternehmen. Sie genießt es, mit den unterschiedlichsten Ansprechpartnern zu tun zu haben: mit Journalisten ebenso wie mit Kollegen. Siegehört zu den sozial zugänglichen Introvertierten und mag den Umgang mit Menschen. Anne arbeitet lange Stunden mit viel Abwechslung und häufigen Unterbrechungen: Menschen stehen in der Tür, das Telefon klingelt. Umso mehr braucht sie es, abends mit einem guten Buch zur Ruhe zu kommen. Eines aber macht Anne unzufrieden. In ihrem Beruf ist es selbstverständlich, dass sie regelmäßig Veranstaltungen besucht und auch abends bei verschiedenen sozialen Anlässen präsent ist. Ihr ist klar, wie wichtig es ist, auf informeller Ebene Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Trotzdem hat sie nach solchen Abenden oft das Gefühl, viel geredet und wenig erreicht zu haben.

Mutprobe Networking

Erst neulich auf einer großen Konferenz fand Anne es nach einem langen Tag voller Vorträge besonders mühsam, abends mit Unbekannten ins Gespräch zu kommen. Sie weiß inzwischen, dass sie besonders der unverbindliche Small Talk leicht erschöpft. Doch gerade jenseits der „Pflichtveranstaltungen“ ermöglicht der Austausch mit Kollegen und Geschäftspartnern einen Kontakt, der entspannter als im beruflichen Alltag ist. Im Small Talk steht die Beziehungspflege im Mittelpunkt – selbst, wenn es scheinbar um Themen wie das Essen oder die neuen Büroräume geht. Der Aufbau persönlicher und professioneller Netzwerke passiert nicht während des offiziellen Teils einer Veranstaltung. Echte Kontakte entstehen durch Gespräche mit den Sitznachbarn, in der Kaffeepause oder beim gemeinsamen Bier an der Bar – oft lange, nachdem sich der Saal geleert hat.

Leise Menschen können erfolgreich und mit Freude Kontakte knüpfen – vorausgesetzt, sie tun es auf ihre eigene Art. Netzwerken für leise Menschen hat andere Eigenschaften und auch andere Ziele. Hier finden Sie fünf Strategien für leise Menschen mit „Kontakt-Allergie“:

Strategie 1: Setzen Sie sich konkrete Ziele

Bei einer zielorientierten Planung kommen Ihnen Ihre analytischen Fähigkeiten zugute, aber auch das Streben nach dem Wesentlichen und Ihre Fähigkeit zur Konzentration. Werden Sie sich daher klar, welche Ziele Sie mit Ihren Netzwerkaktivitäten verfolgen. Sind es private Ziele oder berufliche Ziele? Nun können Sie definieren, welche beruflichen oder privaten Netzwerke für Sie interessant sind. Wo lohnt es sich, Energie, Zeit und Geld zu investieren?

Strategie 2: Definieren Sie Ihre Ressourcen

Als leiser Mensch wissen Sie, dass Ihre Ressourcen begrenzt sind. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich in diesem zweiten, strategischen Schritt bewusst entscheiden, wofür und in welchem Umfang Sie Zeit, Energie und Geld „ausgeben“ wollen. Fragen Sie sich daher, wie viel Zeit und Mühe (pro Tag/Woche/Monat) und Geld (zum Beispiel für Mitgliedsbeiträge, Reisekosten, Verpflegung, Teilnahmegebühren) Sie in Ihre privaten bzw. beruflichen Netzwerkaktivitäten investieren wollen. Je wichtiger das Netzwerk, desto mehr Ressourcen sollten Sie einsetzen.

Marc Brümmer

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