Soziales

So viel kostet das Alter

Älteres, lachendes Paare, das im goldenen Herbst draußen im Freien ist, während der Mann seine Frau Huckepack nimmt.

Einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes nach liegt die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland derzeit bei über 80 Jahre. Hinzu kommt die steigende Altersarmut von der fast jede*r fünfte Person ab einem Alter von 65 Jahren betroffen ist. Die Statistik zeigt, wie wichtig es ist, bereits frühzeitig die finanzielle Absicherung im Rentenalter zu planen. Denn wer später nur ungern auf Reisen, ein wenig Komfort und Kultur verzichten möchte, benötigt dafür monetäre Mittel. Der folgende Beitrag gibt Aufschluss darüber, was zur Altersarmut führt und welche Möglichkeiten der Absicherung Sie haben.

Lebensstandardsichernde Rente: Wie viel braucht man?

Obwohl das Leben mit dem Alter in vielerlei Hinsicht günstiger wird, reicht zahlreichen Arbeitnehmer*innen das Geld später nicht. Neben dem Lebensunterhalt wollen auch Kulturveranstaltungen, Hobbys, Urlaube und Besuche im Restaurant finanziert sein. Nicht zu vergessen sind Neuausgaben für Posten wie Gesundheit. Von der gesetzlichen Rentenversicherung werden Ruheständler*innen im Jahr 2030 nur noch 43 Prozent des letzten Nettoeinkommens erhalten. 2005 lag das gängige Rentenniveau noch bei 70 Prozent. Finanzplaner*innen zufolge braucht man jedoch mindestens 70 Prozent zur Aufrechterhaltung des gewohnten Lebensstandards. Zusätzliche Altersvorsorge ist deshalb unverzichtbar geworden.

Wie hoch die lebensstandardsichernde Rente tatsächlich ausfallen muss, hängt von der Höhe des Nettoeinkommens und den Ausgabegewohnheiten ab. Wenn ‚Hochverdiener*innen‘ hohe Kredite tilgen und deshalb zeitlebens sparsam leben, können sie den gewohnten Standard auch im Alter halten. Wer sich als Top-Verdiener*in hingegen einen großzügigen Umgang mit Geld angewöhnt hat, wird sich schwerer tun. Unabhängig vom Alter bleiben die wesentlichen Ausgabeposten laut dem Wirtschaftsministerium in der Regel gleich. Einen Großteil des Monatseinkommens investiert man in das eigene Wohnen, nur etwa die Hälfte davon in Nahrungsmittel und etwa genauso viel in Unterhaltung.

Anders als häufig gedacht trifft dieser Altersmythos nicht zu: Viele Menschen denken, dass sie später im Eigenheim weitaus günstiger wohnen als Mieter*innen. Tatsächlich geben Eigenheimbesitzer*innen im Jahr fast genauso viel Geld für das Wohnen aus. Obwohl sie sich die Monatsmiete sparen, fallen Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten an. Außerdem hat man nach Immobilieninvestitionen im Alter oftmals weniger Erspartes.

So verändern sich im Laufe der Rente die Ausgabegewohnheiten

Zwischen 65 und 75 Jahren sind die Ausgaben Rentner*innen am höchsten; Urlaube, Fortbildungen und Hobbys, alles, was im Stress des Arbeitslebens oft zu kurz gekommen ist. Einige Ruheständler*innen versuchen sich in diesem Alter an der Aufnahme eines Kredits, um bisher unerfüllte Träume zu verwirklichen. Je älter man wird, desto schwieriger kann sich die Kreditaufnahme gestalten. Neben der eigenen Hausbank bieten hier seriöse Online-Kreditanbieter eine gute Alternative. Wer im Alter Kredite anfordern möchte, tut das in der Regel spätestens mit 65. In diesem Alter lässt sich das Geld noch ausgeben und theoretisch auch wieder zurückzahlen. Ab 75 Jahren sinken die Altersausgaben in der Regel drastisch. Man unternimmt vergleichsweise weniger außer Haus und schafft oftmals auch das Auto ab. Posten wie Mobilität verschwinden dadurch nahezu vollständig aus den Ausgaben.

Ab 80 gibt man meist hohe Summen fürs Wohnen aus. Für Mieter*innen steigen die Mieten. Für Eigenheimbesitzer verändern sich die Ansprüche, sodass Umbauarbeiten erforderlich werden. Auch für Dienstleister*innen wie Putzhilfen oder Gärtner*innen gibt man ab 80 vergleichsweise mehr Geld aus. Laut Finanzexpert*innen leben die meisten Rentner*innen in diesem Alter zu etwa zwei Dritteln von der gesetzlichen Rente. Der Rest wird durch Wohneigentum und private Sparverträge finanziert. Ein oftmals unterschätzter Punkt bei der Altersvorsorge ist die Inflation. Von 1.000 Euro Rente sind in 20 Jahren bei etwa zwei Prozent Kaufkraftverlust nicht einmal 700 Euro übrig. Diese inflationsbedingte Vorsorgelücke lässt sich höchstens mit Erspartem schließen, denn die Betriebsrenten steigen über die Jahre in unzureichendem Maß.

Gegen Inflation ansparen: Das Altersvorsorgeinstitut DIA rät Vorsorgesparer*innen mit Wohneigentum dazu, etwa acht Prozent des Bruttoeinkommens zur Seite zu legen. So lassen sich künftige Rentenkürzungen und Inflationsbewegungen abfedern, wodurch der gewohnte Lebensstandard auch im Alter gehalten werden kann.

Beate Greisel

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