Personal

Studie: Deutschland & Österreich auf demografischen Wandel schlecht vorbereitet

Talent-Management, Karriere- und Nachfolgeplanung als Top-Themen gegen Arbeitskräftemangel

Demografiebedingte HR-Risiken sehen vier Fünftel der Unternehmen (81 Prozent) in den Bereichen Talent-Management, Karriere- und Nachfolgeplanung. Drei Viertel (74 Prozent) sehen Handlungsbedarf beim Employer Branding. „Damit reagieren Unternehmen vor allem auf den bereits sichtbaren Fach- und Führungskräftemangel“, erläutert Olaf Lang, Leiter der HR-Managementberatung bei Towers Watson. Erst an dritter Stelle (72 Prozent der Unternehmen) wird das Gesundheitsmanagement, das landläufig stark mit Demografieprojekten assoziiert wird, genannt.

Die längere Lebensarbeitszeit aufgrund der Rente mit 67 macht zudem Anpassungen bei zahlreichen HR-Konzepten erforderlich: 82 Prozent der Unternehmen sehen einen zunehmenden Bedarf an flexiblen Modellen für einen gleitenden Übergang in die Rente. „Das kann zum Beispiel so aussehen, dass Wissensträger in den letzten Arbeitsjahren eine eher beratende Teilzeitfunktion ausüben und ihre Arbeitszeit über mehrere Stufen sukzessive ‚herunterfahren’ bis sie sich ganz in den Ruhestand verabschieden“, so HR-Experte Lang.

Er führt aus: „Das heißt im Umkehrschluss, dass viele Menschen nicht mehr unbedingt auf dem Zenit ihrer beruflichen Karriere in den Ruhestand treten, sondern erst später. Arbeitsplätze, Stellenprofile, Karrieremodelle usw. müssen neu überdacht werden.“ Tatsächlich sehen 80 Prozent der Unternehmen hier Handlungsbedarf.

Spannungsfeld: Mitarbeiter binden vs. zeitigen Ruhestand ermöglichen

Dr. Thomas Jasper, Leiter der bAV-Beratung bei Towers Watson ergänzt: „Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie für Mitarbeiter, die beispielsweise aufgrund einer großen körperlichen Belastung ihre Tätigkeit nicht bis zum Rentenalter ausüben können, der Ruhestand weiterhin finanziell abgesichert werden kann.“ Die Studie zeigt, dass sich mehr als zwei Drittel der Unternehmen (69 Prozent) mit einer entsprechenden Gestaltung der betrieblichen Altersversorgung bereits auf diese Situation vorbereiten.


Erfahren Sie auf Seite 3 in welchen Bereichen sich die Unternehmer mehr Unterstützung von staatlicher Seite wünschen.

Christoph Schroeder

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