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Peter Panic – schlimmer geht’s immer

… aus der wöchentlichen Kolumne „Ich bin total beliebt, es weiß nur keiner“ vom Speaker, Trainer, Impro-Comedian und Moderator Ralf Schmitt. Nachdem Sie im vergangenen Beitrag den allwissenden „Dr. Know – nach Hause telefonieren!“ kennengelernt haben, geht es heuet um Peter Panic und den von ihm prognostizierten Weltuntergang beziehungsweise Firmenbankrott.

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Für Kollege Peter Panic steht stets der Weltuntergang oder zumindest der Firmenbankrott kurz bevor. (Bild: Lisa Spreckelmeyer / pixelio.de)

Liebe Leser, heute möchte ich Ihnen über Kollegen berichten, die nichts besser können als Panik zu verbreiten. Und ganz besonders gerne machen sie das von „Führungskraft zu Führungskraft“. Wenn Sie diesen Kollegen ein wertvolles Zeitfenster einräumen, sollten Sie gut vorbereitet sein auf den Weltuntergang oder zumindest auf die drohende Pleite der Firma.

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor:

Einmal im Monat haben Sie eine Teambesprechung, in der aktuelle Firmenthemen, Positives und Negatives besprochen und über Strategien diskutiert wird. Alle Führungskräfte und Teamleiter sind dabei und in der Regel gestaltet sich dieser Austausch fruchtbar. Wenn da nicht Kollege, ich nenne ihn gerne Peter Panic, wäre.

Seit Monaten schlage ich mich mit so einem Peter Panic rum. Vielleicht, weil ich die externe Brille eines freien Mitarbeiters aufhabe oder auch einfach nur, weil ich ihm aus Höflichkeit immer wieder Aufmerksamkeit schenke, habe ich nach jeder Teamsitzung ein längeres Gespräch mit ihm. Anstatt seine Thematik in großer Runde zu diskutieren, zieht er immer mich mit in seinen Panik-Abgrund. Kollegen haben mir berichtet, dass seine Weltuntergangsthemen vor Jahren ein paar Mal etwas rüde abgeschmettert wurden und seither behält er in der Teamsitzung eben alles für sich, um sich hinterher auf mich zu stürzen.

Peter Panic und seine Furcht vor den Chinesen

Letzte Woche hat er mich ins Lager mitgenommen, um mir den Korb mit den zu bearbeitenden Aufträgen zu zeigen. Ich schaue ihn fragend an, da legt er auch schon los: „Herr Schmitt, seit Wochen beobachte ich diesen Korb. Jeden Mittwoch Mittag liegen darin sieben Auftragsformulare.“ Ich merke an, dass sieben Aufträge eigentlich gar nicht so schlecht seien für einen Mittwoch. Er hingegen kontert: „Nicht schlecht? Das ist eine Katastrophe! Es verändert sich nichts, keine Steigerung ist zu erkennen. Und jeder, der schon einmal ein Managementbuch in der Hand hatte, weiß, dass Stagnation der Tod für eine Firma ist. Wir müssen doch expandieren, sonst kommen die Chinesen, kaufen alles auf und zerstückeln unser schönes Unternehmen. So steht es in der Zeitung. Dann kommen die mit ihren Wanderarbeitern und es heißt ‚auf wiedersehen Mindestlohn’ …“ Von jetzt an höre ich nur noch Stichworte wie „feindliche Übernahme“ oder „Gorilla Marketing“. Ich sollte mir wirklich Sorgen machen, weil die Externen sicherlich die ersten wären, „bei denen gespart würde …“. Und jedes mal wieder bin ich mindestens eine halbe Stunde damit beschäftigt, ihn zu überzeugen, dass ich mir keine Sorgen um die Firma mache, sein Job ebenso sicher sei wie meine weitere Mitarbeit an zahlreichen Projekten und noch vieles mehr. Bisher hat das noch nie zum Erfolg geführt. Deshalb habe ich nun eine neue Strategie im Umgang mit Peter Panic entwickelt.

Da müssen Sie höllisch aufpassen!

Sollten Sie mit einem Peter Panic konfrontiert sein, rate ich Ihnen, sich gar nicht erst auf eine Diskussion mit ihm einzulassen. Geben Sie ihm in allem Recht mit Sätzen wie: „O ja, schlimm!“ und „Da haben Sie Recht, da muss man höllisch aufpassen!“ Danach – suchen Sie so schnell wie möglich das Weite. Wenn das alleine nicht ausreicht, wenden Sie den Trick der provokanten Therapie an. Malen Sie einfach das schlimmste Szenario an die Wand, das Sie sich vorstellen können, so dass das eigentliche Thema deutlich darunter angesiedelt ist. Nach Ihrem Horrorszenario wirkt jede weitere Nachricht erleichternd.

Gehören Sie selbst zur Gattung der Peter Panics? Dann rate ich Ihnen, sich als Ausgleich zu ihrem anstrengenden Geschäftsleben, ein entspanntes Privatleben zuzulegen.

Ralf Schmitt, Kollegen
Experte für Spontaneität, Improvisation und Interaktivität. (Foto: © Ralf Schmitt)

Über Ralf Schmitt:

Ralf Schmitt arbeitet seit mehr als 15 Jahren erfolgreich als Speaker, Trainer, Impro-Comedian und Moderator. Er gilt als Experte für Spontaneität und Interaktivität, hat die Methode der Navituition® entwickelt und ist Mitglied der German Speakers Association. Schmitt ist branchenübergreifend tätig und kennt die deutsche Wirtschaftslandschaft aus dem Effeff. Seine inhaltliche Mitarbeit im Vorfeld und seine Auftritte bei unzähligen Tagungen und Kongressen geben ihm eine externe Sichtweise auf innerbetriebliches Geschehen und Veränderungsprozesse in Unternehmen verschiedener Größenordnungen. Darüber hinaus ist er Autor der Bücher „Ich bin total spontan, wenn man mir rechtzeitig Bescheid gibt“ und „Ich bin total beliebt, es weiß nur keiner“.

Mehr über Ralf Schmitt erfahren Sie auf seinem AGITANO-Expertenprofil.

Christoph Schroeder

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