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Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM): 5 Fragen – 5 Antworten

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Mit Obst und Power lassen sich auch die härtesten BGM-Muffel motivieren. (Bild: gratisography.com)

Sie haben die Abkürzungen “BGM” und “BGF” bereits gehört, wissen vielleicht auch, dass es sich dabei um betriebliche Gesundheitsthemen handelt, aber können sich nicht recht vorstellen, worin die Unterschiede der Begriffe liegen und wie Betriebliches Gesundheitsmanagement und -förderung im Unternehmen umgesetzt werden kann? Wir haben Antworten auf die fünf wichtigsten Fragen rund um’s Thema BGM und BGF.

Was ist Betriebliches Gesundheitsmanagement?

Unter dem Begriff „Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)“ versteht man eine ganzheitliche Managementaufgabe, die die Steuerung und Integration aller betrieblichen Prozesse mit dem Ziel der Erhaltung und Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Mitarbeiter zum Thema hat. Erfolgreiches BGM ist mit den Unternehmenszielen vereinbar und auch in der firmeneigenen Unternehmensstrategie verankert. In Deutschland hat Betriebliches Gesundheitsmanagement eine lange Geschichte hinter sich und wurde bereits in Form von Unfallversicherungsgesetzen, Alkoholprävention im Betrieb um das Jahr 1900 angestoßen. In den 1990er Jahren standen zum ersten Mal Arbeitsschutzgesetze und allgemeines Gesundheitsmanagement zusammen mit betrieblicher Gesundheitsförderung auf dem Themenplan.

Wie hängen Betriebliches Gesundheitsmanagement und Betriebliche Gesundheitsförderung zusammen?

Oft wird, wenn von BGM gesprochen wird, im selben Atemzug BGF – also betriebliche Gesundheitsförderung – genannt. Dabei darf dieser Begriff nicht als Synonym für Betriebliches Gesundheitsmanagement verwendet werden. Maßnahmen betrieblicher Gesundheitsförderung sind im Gegensatz zum BGM zeitlich begrenzt und als gezielte Interventionen beziehungsweise Prävention zu verstehen. Darunter können alle gesundheitsfördernde Aktionen im Betrieb gezählt werden. Dies sind zum Beispiel gesunde Ernährung, Bewegung, Entspannung und Gesundheitschecks. BGF ist somit ein wichtiger Bestandteil des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Wie wird Betriebliches Gesundheitsmanagement umgesetzt?

Um Betriebliches Gesundheitsmanagement im Unternehmen umzusetzen und in der Firmenstrategie zu verankern empfiehlt sich ein fünfteiliger Aufbau. Als erstes sollten für die Umsetzung von BGF-Maßnahmen die nötigen Strukturen geschaffen werden, die im zweiten Schritt intern kommuniziert werden. Eine Sensibilisierung der Mitarbeiter ist notwendig, damit die darauf aufbauende Bedarfsanalyse Erfolg hat und notwendige Maßnahmen aufgezeigt werden können. Im vierten Schritt greift nun die BGF. Hier werden Aktionen geplant und umgesetzt. Der letzte Schritt umfasst die Evaluation der Umsetzung. Trends zeigen auf, dass Betriebliches Gesundheitsmanagement mittlerweile auch messbar geworden ist. Zum Beispiel durch Online-Tracking-Systeme, die vermehrt durch Digitalisierung des Gesundheitsbranche zum Einsatz kommen. Lesen sie dazu auch „Betriebliches Gesundheitsmanagement hat mehr Trends, als ich vorstellen kann“ – Anabel Ternès im Interview auf hcc-magazin.com

Wie kann das Unternehmen von BGM profitieren?

Gesunde und zufriedene Mitarbeiter bringen langfristig gesehen mehr Profit ins Unternehmen. Dabei gilt jedoch die Faustregel: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Entsprechend ist eine aktive Prävention notwendig, um Mitarbeiterengpässe aufgrund von krankheitsbedingten Fehlzeiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Denn durch längere Ausfälle geht nicht nur Arbeitszeit verloren, auch die Unternehmenskosten steigen. Der Stress bei den anderen Mitarbeitern wächst. Gestresste Mitarbeiter, so ist bekannt, sind nicht mehr in bekanntem Maße leistungsfähig und produktiv, machen mehr Fehler und sind sogar anfälliger für Infektionskrankheiten. Der nächste Ausfall ist bei schlechter Prävention schon vorprogrammiert. BGF-Maßnahmen tragen auch dazu bei, die Arbeitsqualität und Kreativität der Mitarbeiter zu optimieren, die Lernfähigkeit und Belastbarkeit zu steigern, das Team zu motivieren. Das kommt dem Image des Unternehmens nach Außen zugute. Denn so steigt die Attraktivität im Kampf um Fachkräfte.

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“Wirtschaftsfaktor Gesundheit – Wie Ihr Unternehmen durch Corporate Health gesünder und leistungsfähiger wird” © FOMACO GmbH

Wie bekomme ich auch meine Firmen-Muffel dazu an BGF-Maßnahmen teilzunehmen?

Machen Sie dazu die Vorteile für den Arbeitnehmer deutlich. Dies sind unter anderem die aktive Mitgestaltung des Arbeitsumfelds, das verbesserte Betriebsklima, die Zunahme der Leistungsfähigkeit und die Steigerung der eigenen Gesundheit zu kostengünstigen oder kostenfreien Konditionen. Hilft das alles nichts, greifen Sie auf die Trends der Digitalisierung zurück. Digital Health und Gamification greifen auch bei BGF-Maßnahmen. Mittels Gesundheits-Apps kann zur Teilnahme an gesundheitsfördernden Aktivitäten motiviert werden. Fitness-Apps sind der Trend des letzten Jahres und können auch für die Mitarbeitergesundheit genutzt werden.

Mehr Informationen zum Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement und Betriebliche Gesundheitsförderung können sie auch im Ratgeber „Wirtschaftsfaktor Gesundheit“ nachlesen. Erschienen im Mai 2015 im Fomaco GmbH Verlag.

Beate Greisel

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