Gründer/innen

Business gründen mit Amazon FBA – Schritte und Tipps für den Start

Junge Frau arbeitet konzentriert mit einigen Unterlagen und Laptop

Amazon FBA bietet einen vielversprechenden Ansatz für ein selbständiges Business, schon allein aufgrund der aktuellen Lage. Denn mit den Kontaktbeschränkungen und Lockdown-Regelungen floriert der Online-Handel wie noch nie – Amazon allen voran.* Doch um ebenfalls davon zu profitieren und ein Amazon Business zu gründen, gibt es einiges zu beachten. In diesem Beitrag geben wir einige Hinweise zu den organisatorischen und rechtlichen Voraussetzungen zur Unternehmensgründung sowie einige Tipps für den gelungenen Start.

Amazon Business gründen – Schritt für Schritt an den Start

Wie bei jedem Geschäftsmodell ist es ratsam, systematisch vorzugehen und sich zunächst über alle notwendigen Schritte einen Überblick zu verschaffen. Dabei stellt ein strukturiertes Vorgehen sicher, dass

  • keine wichtigen Details ausgelassen werden, was Mehraufwand und -kosten vorbeugt.
  • das große Vorhaben in kleinere Etappen unterteilt wird, was die Bewältigung deutlich leichter macht.

Insofern ist es sinnvoll, mit Amazon FBA Schritt-für-Schritt zu starten. Im Folgenden erläutern wir die wichtigsten Meilensteine auf diesem Weg.

1. Gewerbe anmelden

Sofern noch nicht vorhanden, ist es eine notwendige Voraussetzung, für Ihre Tätigkeiten via Amazon ein Gewerbe anzumelden. Ein zentraler Punkt dabei ist die Rechtsform des Unternehmens. Die Wahl der Rechtsform hängt unter anderem davon ab, ob man allein oder in Zusammenarbeit mit weiteren Personen ein Amazon Business gründen möchte. Weitere wichtige Aspekte, die es zu prüfen gilt, sind:

  • Der Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung, um beispielsweise als Einzelunternehmen das Haftungsrisiko mit dem Privatvermögen abzufedern.
  • Umfirmierung, falls bereits ein Unternehmen vorhanden ist und die Rechtsform geändert werden soll.
  • Der Gewerbeschein und welche Angaben in welcher Form notwendig sind, um sich möglichst alle Optionen für spätere Amazon-Business-Tätigkeiten offen zu halten.

2. Eigenes Geschäftskonto eröffnen

Es gibt mehrere Gründe, ein spezifisches Geschäftskonto anzulegen, denn dieses

  • ermöglicht die Trennung von privaten und geschäftlichen Geldströmen, entsprechendes Haushalten für beide Bereiche und ein durchdachtes Geldmanagement.
  • vereinfacht die Übersicht über alle relevanten Transaktionen, die auch für eine*n Steuerberater*in ersichtlich sein müssen.

Hinweis: Dieses To-do lässt sich erst nach der Gewerbeanmeldung angehen, denn für die Eröffnung eines Geschäftskontos sind die entsprechenden Nachweise notwendig. Die Kontoeröffnung selbst läuft jedoch in der Regel sehr schnell ab.

3. Steuerliche Aspekte klären

Gewerbeanmeldung und Geschäftskonto wiederum sind die Grundlage für die steuerliche Erfassung des Amazon Business. Zuständige Stelle ist das jeweilige Finanzamt und alle wichtigen Punkte sind zum sogenannten Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zusammengefasst. Besondere Sorgfalt dabei erfordern

  • die Schätzung der Einkünfte im Gründungs- und Folgejahr
  • die Anwendung der Kleinunternehmerregelung
  • die Beantragung der Umsatzsteuer-ID.

Hinweis: Zur Kleinunternehmerreglung sind immer aktuelle Neuerungen zu prüfen und zu berücksichtigen, insbesondere im Hinblick auf die gültigen Umsatzgrenzen. Für den Onlinehandel ist die Kleinunternehmerregelung jedoch nicht immer von Vorteil, da man in der Regel Waren importiert und von Umsatzgrenzen eingeschränkt wird.

4. EORI-Nummer beantragen

Insbesondere dann, wenn das Amazon Business Model auf internationaler Importware aufbaut, ist die EORI-Nummer notwendig. Diese löst die ehemalige Zollnummer ab und ist für den europäischen Raum anwendbar. Die EORI-Nummer-Beantragung beim Zoll ist kostenfrei, auch können die Daten im Nachgang geändert werden.

5. Vorgaben zur Buchhaltung umsetzen

Sind die Schritte Eins bis Vier abgearbeitet, ist der Status als Unternehmer*in offiziell – und das erfordert

  • die monatliche Umsatzsteuervoranmeldung
  • die jährliche Steuererklärung
  • eine sorgfältige Rechnungsverwaltung
  • eine stets aktuelle Buchhaltung und das Einhalten sämtlicher Fristen – auch im Laufe des Geschäftsjahres, um die Kosten niedrig zu halten.

Sind diese fünf Schritte erfüllt, ist das Fundament gelegt, um sich auf Amazon als FBA Händler*in registrieren zu können. Alle Informationen, die dafür erforderlich sind, ergeben sich aus den Unterlagen der vorangegangenen Schritte. Einzige Ausnahme ist die Namenswahl für Ihren Shop, da dieser auch unabhängig vom Branding oder Unternehmensnamen gewählt werden kann.

3 Tipps, damit das Amazon FBA Business Fahrt aufnimmt

Nach den rechtlichen Aspekten schließen wir diesen Beitrag mit drei Tipps für den erfolgreichen Start ins Amazon FBA Business ab.

1. Nische und Zielgruppe genau definieren

Mit der Unternehmensgründung für ein Amazon Business liegt meist schon eine grobe Richtung vor, welche Produktsparten bedient werden sollen. Je nach Größe dieser Sparte kann jedoch auch die Konkurrenz enorm groß sein. Daher ist es ratsam, sich auf Nischen zu fokussieren. Zwar ist in diesen die Nachfrage womöglich geringer. Jedoch steigt mit der Nischenwahl die Wahrscheinlichkeit, von der entsprechenden Zielgruppe gefunden zu werden und konkrete Kaufabschlüsse zu erreichen.

2. Nach links und rechts schauen

Ist die eigene Ausrichtung beziehungsweise Nische einmal festgelegt, lohnt es sich umso mehr, sich auch bei der Konkurrenz umzusehen und von ihr zu lernen. Einige Fragen helfen dabei, das bestehende Angebot zu analysieren, wie zum Beispiel:

  • Wie machen es die Mitbewerber*innen?
  • Welche Mittel zur Produktdarstellung nutzen sie?
  • Wie werden Verkaufsargumente strukturiert?
  • Was sind entsprechende Unique Selling Points?
  • Wie sieht das Bildmaterial aus?

3. Produktseite optimieren

Die Produktsuche bei Amazon funktioniert so ähnlich wie bei einer Suchmaschine – jedoch ist der grundlegende Algorithmus ein anderer. Das bedeutet, dass die Spielregeln der Suchmaschinenoptimierung auf Amazon etwas anders sind, weshalb das Credo lautet: Sich mit den Mechanismen vertraut machen und diese in die Produktdarstellung einfließen lassen. Allerdings ist eine gute Platzierung in Amazon auch für das Google-Ranking hilfreich. Denn Amazon genießt eine herausragende Autorität im Netz, Angebote erscheinen häufig auf der ersten Suchergebnisseite und das sogar oft inklusive Sternebewertungen und Anzahl der Rezensionen.

 


*Interessante Statistiken und aktuelle Informationen rund um den Amazon-Konzern zeigt dieser Handelsblatt-Artikel auf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.