Regionales

Der Mangel an Sporthallen in Deutschland bleibt

Eine helle, lichtdurchflutete und moderne Sporthalle mit Basketballkörben.

Island – die kleine Insel im Norden hat sich in den letzten Jahren nicht nur durch ihre wunderschönen Landschaften und zahlreichen Vulkane einen Namen gemacht. Auch in puncto Mannschaftssport hatten die Isländer*innen in den letzten Jahren so einige Erfolge zu verzeichnen. Diese beschränken sich nicht auf den allgemein beliebten Mannschaftssport Fußball, sondern machen auch im Hand- und Basketball durchaus eine gute Figur. Die Sportbegeisterung scheint groß zu sein: Mit einer Zahl von etwa 330.000 Einwohner*innen (Stand: 2016) kommt die Insel auf gut 180 Sportplätze. Bielefeld hat mit einer ähnlichen hohen Bevölkerung im Vergleich gerade einmal 60 Stück. Der folgende Beitrag gibt einen kleinen Einblick in die derzeitige Sportanlagen-Situation in Deutschland.

Sporthallen sind Mangelware

Blickt man auf die Gesamtsituation in Deutschland, sieht man schnell, dass Sporthallen Mangelware sind. Einerseits sind insgesamt zu wenig Hallen vorhanden und bundesweit befinden sich viele der bestehenden Sportmöglichkeiten in dringend sanierungsbedürftigem Zustand. Gerade im letzten Jahr konnte man viele Schlagzeilen zu Plänen für einen Sporthallen-Bau in verschiedenen Städten wie Nürnberg, Stuttgart oder Berlin lesen. Vor zwei Jahren beispielsweise klagten die Vereine der baden-württembergischen Hauptstadt über fehlende Möglichkeiten ausreichend für anstehende Wettbewerbe trainieren zu können. Geplant war zu dieser Zeit ein Neubau für eine weitere Sportanlage mit Baubeginn im Sommer 2020.

Erneute Sperrungen von Indoor-Sportanlagen

Aufgrund der aktuellen Corona-Infektionszahlen müssen nun auch im Herbst wieder einige Sporthallen ihre Türen schließen, da keine ausreichenden Hygiene- und Sicherheitskonzepte gewährleistet werden können. Anders hingegen sieht es bei sportlichen Freizeitbeschäftigungen im Freien aus – sie dürfen in vielen Bundesländern unter bestimmten Voraussetzungen weiter ausgeübt werden. So müssen diese unter anderem ohne Berührung und an der frischen Luft stattfinden. Unter kontaktlose Outdoorsport fallen beispielsweise:

  • Golf
  • Tennis
  • Leichtathletik
  • Reiten.

Hiervon können Städte wie Freiburg im Breisgau profitieren, die mit einer verhältnismäßigen großen Zahl an Tennishallen und -plätze aufwarten kann. So war die sonnenreichste Stadt Deutschlands in Bezug auf einen Tennishallen-Bau gerade zu überschwänglich. Sie kommt auf insgesamt 152 Spielfelder (In- und Outdoor) im Verhältnis zu einer vergleichsweise geringen Anzahl von nur 85 Turnhallen (Stand: 2018). Und auch hier zeigt sich, dass die Kapazitäten der Sportanlagen die Gesamtnachfrage bei weitem nicht decken kann. Abhilfe schaffen, soll ein digitales Belegungstool, mit welchem nicht nur Verfügbarkeiten überprüft, sondern auch Buchungen vorgenommen werden können.

Das Interesse an einer gesunden Lebensweise steigt

Der Sporthallenmangel betrifft nicht nur private Freizeitaktivität, sondern auch die Nutzungsmöglichkeiten von Schulen. Gerade in angesichts eines gesamtgesellschaftlichen Bewegungsmangels scheint die fehlende Verfügbarkeit von Sportanlage umso gravierender. Denn gerade bei jungen Menschen gilt es, das Interesse an der Bewegung und den Spaß am Sport zu fördern. Gleichzeitig zeigt sich jedoch auch ein positiver Aufwärtstrend: Bei vielen Menschen findet derzeit ein Umdenken statt und das Interesse an einer gesunden und ausgewogenen Lebensweise sowie sportlicher Aktivität nimmt zu.

Beate Greisel

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