Gesundheit

Online Ausbildung – Der digitale Ernährungsberater

Ein weiblicher Gesundheitsberater berät seinen Kunden an einem Schreibtisch, auf dem sich Obst, Hanteln und ein Maßband befinden.

Dass zu viel Zucker oder zu viel Fett nicht nur dick machen, sondern vor allem negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben, gehört inzwischen zum allgemeinen Wissen. Unsere Ernährungsweise beeinflusst uns jedoch wesentlich tiefergehender – nicht nur was unsere Figur oder unsere körperliche Gesundheit betrifft. Immer mehr Studien verweisen auf die Zusammenhänge zwischen psychischen Erkrankungen wie Depressionen – zum Beispiel durch einen Vitamin D-Mangel – und Ernährung. Insgesamt sind ein zunehmendes Bewusstsein und eine größer werdende gesellschaftliche Offenheit für diese Thema erkennbar. Immer mehr Menschen nehmen das Angebot einer fachlichen Ernährungsberatung für ein achtsames und gesundes Leben in Anspruch. Sie interessieren sich für eine Ausbildung im Bereich der Ernährungsberatung? Dann lesen Sie im Folgenden, was Sie rund um die Ernährungsberater Ausbildung wissen sollten und worauf es in diesem Berufsfeld ankommt.

Ernährungsberatung ist mehr als fachliche Kompetenz

Das Berufsbild des Ernährungsberaters umfasst die fachliche Beratung und Betreuung von Menschen, auf ihrem Weg hin zu einer dauerhaften Ernährungsumstellung. Motivatoren sind zumeist der persönliche Wunsch einen gesünderen Lebensstil zu verfolgen aber auch vorliegende physische Erkrankungen wie:

  • Übergewicht
  • Allergien und Unverträglichkeiten
  • Diabetes,

welche eine Umstellung medizinisch notwendig machen. Anders als bei einer Diät ist das Ziel einer Ernährungsberatung nicht, kurzfristige Abnahmeerfolge zu erzielen. Vielmehr geht es darum, Menschen in einem achtsamen und bewussten Leben und dem Verhältnis zu ihrer eigenen Ernährung zu schulen und zu unterstützen. Sie interessieren sich für die Ernährungsberater Ausbildung? Dann sollten Sie sich auch bewusst machen, dass neben dem ernährungswissenschaftlichen Aspekt speziell das Erfassen und der Umgang mit der jeweiligen psychosozialen Situation des Kunden eine zentrale Rolle spielen. Fingerspitzengefühl und eine gute Menschenkenntnis gehören somit zu den weiteren Grundkompetenzen eines ganzheitlichen Ernährungsberaters.

Ausbildungsdauer und Inhalte

Auf die Frage welchen Umfang die Ausbildung zum Ernährungsberater einnimmt, lässt sich keine pauschale Antwort geben. Durchschnittlich bewegt sich die Dauer zwischen 18 Monaten bis zu drei Jahren. Sie hängt jedoch auch von der Art der Ausbildung oder Weiterbildung und dem jeweiligen Institut selbst ab – also ob Sie die Grundlagen der Ernährungsberatung in einer freien Ausbildung oder einem speziellem Vollzeitstudium der Ernährungswissenschaft an einer Universität erlernen wollen. Zu den allgemein vermittelten Lerninhalten gehören wissenschaftliche Grundlagen in den Bereichen:

  • Anatomie und Physiologie des Menschen
  • Aufbau von Nährstoffen
  • Lebensmittelkunde
  • Ernährungspsychologie.

Mit diesem Wissen bekommen Sie erste Grundlagen für eine fachlich fundierte Ernährungsberatung an die Hand. Je nach Bereich, in welchem Sie nach Beendigung der Ausbildung arbeiten, oder ob Sie sich selbständig machen wollen, empfiehlt es sich eine kontinuierliche Weiterbildung hinsichtlich des individuell gewählten Schwerpunktes.

Ein ganzheitlicher Ansatz umfasst Körper und Geist

Zahlreiche Studien verweisen wiederholt auf ein enges Zusammenspiel zwischen dem Körper und der menschlichen Psyche, wie sich im Feld der psychosomatischen Diagnostik zeigt. Doch auch der Faktor Ernährung scheint eine noch nicht abschließend geklärte Rolle im Kontext psychischer Erkrankungen zu spielen. Betrachten wir einmal den Darm: das größte und wichtigste innere Organ des menschlichen Körpers. Bisher ist bekannt, dass eine ausgewogene und bewusste Ernährung die Basis für eine gesunde Darmflora bildet. Welche Studien des Mediziners Jeroen Raes zufolge wiederum Auswirkungen auf die menschliche Psyche haben könnte – so eine erste These. In einem Test zeigte sich, dass Stuhlproben depressiver Testpersonen weniger Coprococcus- und Dialisterbakterien enthielten als die gesunder Patienten. Inwiefern es sich bei dem beobachteten Phänomen um die Ursache oder die Folge einer depressiven Erkrankung handelt, soll nun weiter erforscht werden.

Auch wenn es hierauf letztlich noch keine endgültige Antwort der Medizin gibt, zeigt sich sehr deutlich, in welch engem Verhältnis Körper und Psyche stehen. Deshalb ist ein ganzheitlicher Ansatz – also die Berücksichtigung des Menschen als Individuum sowie seines jeweiligen Lebenskontextes – im Bereich der Ernährungsberatung notwendig, um nachhaltige Verbesserungen bewirken zu können.

Beate Greisel

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