Finanzen

FinTech auf dem Vormarsch

Mann in blauem Jeanshemd hält in der einen Hand ein und der anderen Hand eine Kreditkarte.

Klassische Geschäftsbanken haben in den letzten Jahren mächtig Konkurrenz bekommen. Mit der Möglichkeit, Bankgeschäfte sicher online auszuführen, haben Direktbanken einen großen Zulauf erfahren. Sie verzichten auf ein teures Filialnetz und können ihre Dienstleistungen dadurch besonders günstig anbieten. Viele Selbstständige sowie kleine und mittlere Unternehmen profitieren vor allem von der Möglichkeit der zeit- und ortsunabhängige Verwaltung ihrer Finanzen. Die sogenannten Neo-Banken weisen jedoch erhebliche Unterschiede bezüglich ihres Leistungsangebots auf, deshalb lohnt sich der Vorab-Vergleich. Worauf Sie bei der Wahl Ihrer Direktbank achten sollten, verrät Ihnen der folgende Beitrag.

Auch Selbstständige profitieren von den Neo-Banken

Von der Revolution am Bankenmarkt profitieren nicht nur Privatkund*innen, sondern auch Selbstständige. Neben Freelancern sind es auch kleine und mittlere Unternehmen, die diesen Service verstärkt nutzen – schließlich ist er nicht nur preisgünstig. Eine Kontoeröffnung bei einer FinTech-Bank, die auch Neo-Bank genannt wird, erfolgt online und dauert in der Regel kaum eine Viertelstunde. Klassische Banken versuchen die Vorteile der neuen Konkurrenten durch die Entwicklung eigener Apps auszugleichen – allerdings mit mäßigem Erfolg.

FinTech-Unternehmen haben ihre Dienstleistungen so konzipiert, dass Kund*innen alle Optionen zu jeder Zeit und an jedem Ort auf ihrem Smartphone zur Verfügung haben. Für einen schlanken Preis bieten Neo-Banken alles, was Unternehmen benötigen. Unter den Anbieter*innen zeigen sich allerdings große Unterschiede, wenn es um inkludierte Leistungen und Preise geht. Nicht immer kommen Selbstständige mit dem günstigsten Konto am weitesten. So kostet das Konto bei Qonto beispielsweise zwar eine geringe monatliche Gebühr, bietet Bargeld- und Kartenzahlungen im Ausland jedoch günstiger an. Leistungen wie Auslandsüberweisungen oder die Ausstellung einer Mastercard gehören nicht bei allen Neo-Banken zum Angebotsrepertoire. Kartenzahlungen sind zwar bei den meisten Anbieter*innen möglich, allerdings weist das Kartenlimit selbst häufig große Unterschiede auf.

Sicherheit für Kontoinhaber*innen

Einen besonders relevanten Aspekt bei der Kontoeröffnung stellt die Sicherheit der Einlagen dar. Grundsätzlich muss jede Bank eine Bankenlizenz erwerben, die an hohe Auflagen geknüpft ist. Für viele FinTech-Banken ist dieser Schritt jedoch eine zu hohe Hürde. Deshalb kooperieren sie häufig mit traditionellen Banken. Bei Qonto werden alle Kund*innengelder bei der Crédit Mutuel Arkéa hinterlegt. Sie werden separat vom Cashflow der Dienstleister*in verwaltet. Nur die Kontoinhaber*in hat Zugriff auf das Konto. Somit ist gesichert, dass im Falle einer Insolvenz von Qonto das Geld der Kontoinhaber*in nicht in die Insolvenzmasse gerät. Crédit Mutuel Arkéa gehört zu den großen Banken in Frankreich. Alle Einlagen bis 100.000 Euro, auch die Einlagen bei Qonto, sind von französischen Sicherungsfonds geschützt.

Die Eröffnung eines Kontos ist einfach. Es gibt verschiedene Verfahren, mit denen die Bank die Identität prüft. Sie laufen online ab und sind meist innerhalb einer Viertelstunde erledigt. Eine gute Nachricht ist, dass die Stiftung Warentest einen Großteil der Mobile-Banking-Apps als sicher einstuft. Bei den Logins kommt meist die heute übliche Zwei-Faktor-Authentisierung zum Einsatz.

Die sichere Eröffnung eines Kontos mit wenigen Klicks ist nur ein Vorteil der Neo-Banken. Viele innovative Dienstleistungen ermöglichen den Kund*innen weltweit einen vollumfänglichen Bankenservice. Auch Kreditanträge lassen sich problemlos über die App verwalten.

Achten Sie auf Einlagensicherung

Bei der Wahl der Bank sollten Unternehmer*innen vor allem darauf achten, dass die jeweilige Anbieter*in mit einer in der EU lizenzierten Bank kooperiert. Wichtig ist, dass das Geld der Einlagensicherung unterliegt, die in der EU Einlagen bis 100.000 Euro im Falle einer Bankenpleite absichern. Geringe Kosten erreichen FinTechs auch durch eine schlanke Personalstruktur, was teilweise zulasten des Service geht. Achten Sie darauf, dass die Dienstleister*in über eine gut erreichbare Hotline verfügt und eine kompetente Beratung gewährleistet ist. Dann steht dem unkomplizierten Onlinebanking zum kleinen Preis nichts mehr im Wege.

FinTech ist übrigens mehr als Banking. Zu diesem Bereich zählen zahlreiche weitere Dienstleistungen, wie Blockchains, Crowdfunding oder automatisierte Anlageberatungen.

Beate Greisel

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