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Frustrierte und lustlose Mitarbeiter richtig motivieren

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Frustrierte und lustlose Mitarbeiter können Unternehmen erheblich schaden (Bild: Jorma Bork / pixelio.de)

Wer kennt sie nicht, frustrierte und lustlose Mitarbeiter oder Kollegen, die nur noch Dienst nach Vorschrift schieben und im Laufe der Jahre schlichtweg mehr und mehr resignieren. Sie haben keine Lust mehr auf das Büro, auf nervige Kunden, die Kollegen oder den Chef. Solche Mitarbeiter sind für Unternehmen ein ernsthaftes Problem. Die Frage dabei ist, wie können diese motiviert und richtig ans Unternehmen gebunden werden. Wie dies gehen kann, zeigt dieser Beitrag.

Laut einer Umfrage des Gallup-Instituts erledigen erschreckende 70 % der Arbeitnehmer nur das Nötigste und rund 67 % sollen sich dem Arbeitgeber ohnehin bloß in geringem Umfang verbunden fühlen. Nur 17 % aller Angestellten sehen sich selbst aufgrund ihrer emotionalen Bindung zum Betrieb als hoch motiviert an. Dabei ist die Anzahl der stark frustrierten Mitarbeiter laut der letzten Gallup-Umfrage aus dem vorhergehenden Jahr immerhin um 8 % gesunken. Dies kann durchaus mit der Erkenntnis der Arbeitgeber in Verbindung stehen, dass sie ihre Mitarbeiter endlich besser motivieren und individuelle Bedürfnisse berücksichtigen müssen, um zumindest eine Abwanderung von wertvollem Fachwissen aus dem Unternehmen zu verhindern.

Frustrierte und lustlose Mitarbeiter ohne Wert für Unternehmen

Nichts desto trotz bleibt es eine erschreckende Zahl, denn lustlose Mitarbeiter, die sich auf diesem Level der Frustration befinden, sind nicht nur überwiegend wertlos für das Unternehmen, sie können sogar eine Gefahr darstellen. Das Ausplaudern von Betriebsgeheimnissen etwa fällt umso leichter, je geringer die emotionale Bindung an die Arbeitsstelle ist.

Bei etwa 33,8 Millionen Arbeitnehmern über 18 Jahren bedeutet dies eine Summe von rund fünf Millionen Menschen, die dauerhaft eine negative Grundhaltung gegenüber ihrer Arbeit einnehmen. Geld ist in den meisten Fällen hingegen vieler Annahmen nicht der Anlass dieser großen Frustration. Wenn, dann höchstens im Zusammenhang eines Lohngefälles innerhalb des Betriebes bei gleicher Leistung. Den weitaus größten Anteil an der Misere tragen die Vorgesetzten. So zumindest der Tenor aus der Gallup-Umfrage.

Mitarbeiter müssen emotional gebunden werden und sein

Emotionale Bindung an das Unternehmen scheint die Zauberformel zu sein, nach der eine steigende Fluktuation im Betrieb gestoppt werden kann. Emotional gebundene Mitarbeiter wechseln die Arbeitsstelle weitaus weniger als Menschen, die keinen Bezug zu ihrem Betrieb haben. Um dies realisieren zu können, sind an erster Stelle die direkten Vorgesetzten gefragt.

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Mitarbeiter sind gezielt zu motivieren. Passende Anreize können die Bindung ans Unternehmen deutlich erhöhen. (Bild: © S. Hofschlaeger / pixelio.de)

Gerade in Deutschland wird in vielen Betrieben immer noch eine relativ strenge Hierarchie eingehalten, in der die Mitarbeiter nur so viel über die betrieblichen Vorgänge erfahren, wie es dem jeweiligen Vorgesetzten notwendig erscheint. Dabei sind die Unternehmen im Großen und Ganzen durchaus gewillt, ihren Mitarbeitern verschiedene Programme anzubieten, die ihr Verhältnis zum Arbeitgeber verbessert. Allerdings nimmt nicht einmal die Hälfte der Mitarbeiter an diesen Programmen teil. Auch hier ist es wiederum die Vorbildfunktion der Vorgesetzten, die eine Verbesserung des Arbeitsklimas herbeiführen könnte.

Gerade Sachleistungen werden als Motivation unterschätzt. Viele Mitarbeiter freuen sich einfach darüber, dass an Sie in der Form gedacht wird, dass statt der zu erbringenden Arbeitsleistung sie selbst und ihr Wohlbefinden im Mittelpunkt stehen. Gemeinsame Events etwa stärken den Zusammenhalt und zeigen Kollegen wie Vorgesetzten einmal in einem anderen Licht. Dabei wird so mancher negativ eingestellter Mitarbeiter feststellen, dass er oder sie ihre beziehungsweise seine Meinung revidieren muss.

Jedoch gilt es auch zu beachten, dass nicht alle Anreize unbedingt den gewünschten Erfolg bringen, gerade wenn es um Bonuszahlungen geht, wie der Beitrag “Warum Anreize nicht motivieren” zeigt.

Binden Sie Ihre Mitarbeiter mit ein

Die wichtigste Motivation ist und bleibt aber die möglichst umfassende Einbeziehung des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin in den Arbeitsprozess und die Übertragung von Verantwortung. Angestellte brauchen Herausforderungen, Abwechslung und das Vertrauen des Chefs in ihre Fähigkeiten.

Einige Unternehmen sehen hier beispielsweise die Projektarbeit als eine sehr gute Lösung. Dazu werden unter anderem übergreifende Plattformen im Intranet eingerichtet, auf denen alle Projektbeteiligten die Fortschritte ihrer Arbeiten festhalten, einsehen und ihr Wissen teilen können. Regelmäßig angesetzte Runden dienen der Vertiefung der laufenden Prozesse und der direkten Erläuterung, wo es gut läuft und wo es hakt. Ein wichtiger Punkt, der sehr zur Motivation beiträgt, ist die Gleichstellung aller Projektbeteiligten, auch, wenn der direkte Vorgesetzte dazu zählt. Ein außerhalb der Projektgruppe untergebrachtes Controlling hilft dabei, den Überblick zu behalten.

Natürlich können nicht alle Mitarbeiter in Projekte eingebunden werden, dazu sind die Anforderungen innerhalb der Arbeitsplätze einfach zu verschieden und viele langjährige, frustrierte Mitarbeiter werden nicht von einem auf den anderen Tag von Motivationsprogrammen zu überzeugen sein. Aber gerade bei Neueinstellungen muss unbedingt dafür gesorgt werden, dass nicht etwa durch Abkapselung und falschem Hierarchiedenken aus einer hoch motivierten Fachkraft in kurzer Zeit ein frustrierter Mitläufer wird, der schnellstmöglich eine andere Stelle sucht.

Auch Führungskräfte können hier ihren Beitrag leisten, in dem sie gesund führen und ihren Mitarbeitern Wertschätzung, Lob und Anerkennung entgegen bringen. Wichtig ist es, als Vorgesetzter überhaupt erst einmal zu handeln, das Gespräch zu suchen, sich individuell für die Angestellten Zeit zu nehmen und Interesse zu zeigen. Wie überall beginnt auch der weiteste Weg immer mit dem ersten Schritt.

 

Oliver Foitzik

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