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Lust auf unsere innere Stimme

„Wenn wir rascher auf die ersten Zeichen reagiert hätten, wäre uns so manch unangenehme Situation von vornherein erspart geblieben.“ Kommt Ihnen dieser oder ähnliche Sätze bekannt vor? Falls ja, sollten Sie sich vielleicht mehr mit Ihrer inneren Stimme, auch „Bauchgefühl“ genannt, auseinandersetzen. Wie wichtig diese für Ihren beruflichen und privaten Erfolg sein kann, weiß Vortragsrednerin, Trainerin und Werte-Coach, Claudia Kloihofer (www.mutmachinstitut.at), aus eigener, höchst persönlicher Erfahrung. Über diese und ihr neues Buch, „Signale des Körpers – … “ sprachen wir im ersten Teil unserer heute startenden dreiteiligen Interviewreihe mit Frau Kloihofer.

 

AGITANO-Interview zum Thema innere Stimme

Frau Kloihofer, eben ist Ihr Buch „Signale des Körpers – Wie Sie besser leben, wenn Sie Ihrer inneren Stimme vertrauen“ bei Goldegg erschienen. Können Sie für unsere Leser den Inhalt des Buches hier kurz vorstellen?

Im Prinzip geht es darum: Weg vom Wollen, hin zum Sein. Statt an Sicherheiten und scheinbaren Konzepten festzuhalten, wenn unser Lebens- oder Berufskonzept platzt oder wir in einer Sackgasse stehen und wir nicht wissen, wie wir aus dem Dilemma herauskommen.  Wenn sich Veränderungen ankündigen oder wir mitten drin stecken, rate ich den Lesern, den Mut aufzubringen, seinen inneren und äußeren Impulsen vertrauensvoll zu folgen. Doch das ist nicht immer einfach.

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„Signale des Körpers – Wie Sie besser leben, wenn Sie Ihrer inneren Stimme vertrauen“ bei Goldegg erschienen. (Foto: © Claudia Kloihofer)

Das Buch macht Mut, erhöht die Entschlossenheit, sich von Hinderlichem zu befreien und beschreibt den Weg heraus aus der Sackgasse, in die wir meist selbst geraten sind. Es macht Lust, der inneren Stimme mehr zu vertrauen und ihr Gehör zu verschaffen. Weniger vernünftig zu sein sondern den „Verstand“ zu verlieren, damit just erwähnte innere Stimme gehört werden kann.

Denn hinter jedem Ereignis, jeder Krankheit, jedem Schicksalsschlag steckt ein ungeheures Potenzial für jene, die es durchleben müssen. Um das auch so zu sehen und leichteren Zugang zu seinem Bauchgefühl zu finden, vermittelt das Buch leicht übertragbare Zusammenhänge der Gehirnforschung, der Neurowissenschaft und Quantenphysik und vor allem meine persönliche Erfahrung. Über viele Praxis-Beispiele findet sich der Leser wieder und hat beim Lesen vielfach das Gefühl, ich spreche ihm aus der Seele. Mein Buch ist so eine Art „Seelengespräch“ und bietet ein Navigationssystem für Herz, Hirn, und Seele.

Das Buch ist auch aus einem für Sie sehr einschneidenden persönlichen Ereignis entstanden. Dürfen wir darüber mehr erfahren?

Damals vor drei Jahren, befand ich mich mitten in einem beruflichen Dilemma. Ich hatte meine Selbstständigkeit zu Gunsten vermeintlicher Sicherheit getauscht. Völlig unbemerkt befand ich mich in einem inneren und äußeren Dilemma und merkte nicht, wie mich diese Situation belastete. Ich verlor buchstäblich meine innere Mitte. Folgte einem Wollen, das aus dem Verstand gelenkt wurde und ignorierte die vielen Zeichen, die mich auf Veränderung hinwiesen. Eigentlich steuerte damals die Angst und mein „Vernunft“-Denken im Sinne, „Das kannst du doch nicht machen?!“ meinen Alltag.

Eine Folge dieses Verhaltens war ein dramatischer Motorradunfall mit sehr schweren inneren und äußeren Verletzungen. Zwei volle Jahre kämpfte ich, um den Weg zurück ins „normale“ Berufsleben wieder zu finden. Dabei wäre der Unfall vermeidbar gewesen, hätte ich damals die Zeichen erkannt und meiner inneren Führung vertraut. Doch im Nachhinein ist man immer schlauer.

Was sind die wichtigsten Signale unseres Körpers?

Neben einem deutlich „grumeligen“ Gefühl im Bauch, das immer wieder auftaucht, sind die stärksten Signale sicherlich: Gereiztheit, Nervosität und Anspannung. Eine gewisse Getriebenheit, innere Konflikte oder wie ich es nenne einen Seinszustand, bei dem das unbedingte Wollen im Vordergrund steht. Wenn wir in einer Situation feststecken, Unlust, Frust und Demotivation spüren, sind das wichtige Signale. Es mangelt an Freude und Leichtigkeit. Dann reagiert der Körper mit allen möglichen Symptomen, erst sachte, dann immer mehr und häufiger, bis sich schließlich lästige Dauersymptome oder sogar ernsthafte Erkrankungen entwickeln. Letztlich sind es Schreie des Körpers nach Änderung. Fehlt die Freude, mangelt es an jener Leichtigkeit, die zum Leben gehört.

Ist es richtig, dass diese Signale, wenn wir sie länger ignorieren, sich mit der Zeit intensivieren?

Der Körper ist ein genialer und ehrlicher Freund, der immer eindringlicher nach einer Änderung ruft. Doch wir haben gelernt, Unwohlsein und Symptome zu verdrängen oder mit Medikamenten zu dämpfen. Zusätzlich erhalten wir auch im Außen enorm viele Zeichen, die uns auf etwas hinweisen möchten. Es ist der sprichwörtliche „Wurm“ drin in einem Vorhaben, einem Projekt, in einem Kundengespräch, doch wir machen weiter. Es erscheinen viele Hindernisse auf dem Weg zum gesetzten Ziel, doch wir ändern unsere Vorgehensweise nicht. Immer lauter werden innere und äußere Blockaden, Stress, Druck, Staus, finanzielle Verzögerungen, nur nehmen wir sie zu wenig ernst und machen weiter. Das Bauchgefühl mahnt durch „Mulmigkeit“ und der Verstand beruhigt mit: „Das wird schon gehen!“,  „Ach, das schaffe ich schon!“, „Aufgegeben wird nicht!“ … . Die Gedanken kreisen immer länger und intensiver um eine Sache, um einen Auftrag oder um eine Situation, wir leiden unter Schlaflosigkeit, Nervosität, Alpträumen, doch wir wissen nicht so recht, was wir ändern sollen. Wir kämpfen weiter und die Spirale der Negativität zieht uns in ihren Bann.

Sie schreiben über den Verlust der Mitte, wie können wir dies, trotz unseres mehr und mehr herausfordernden Alltags, verhindern?

Lange andauernde und aufregende Zeiten und emotionale Belastungen entfernen uns von uns selbst. Die dauernden Kreisgedanken sind laut und präsent, oder wir verdrängen Unangenehmes tief in unserem Körper und verlieren damit den Zugang zur inneren Stimme. Das innere Geführt-Werden jedoch entsteht aus einer Art Zentriertheit, einem „in sich Ruhen“. Denn die Stimme der Intuition ist oft leise, sanft und nur ein kleiner Impuls, der rasch vom Verstand übertönt wird.

Je mehr wir uns zentrieren, umso mehr können wir unsere Stimme aus unserer Mitte wieder spüren. Durch regelmäßiges Training lernen wir, ihr auch voll und ganz zu vertrauen. Regelmäßige Zentrierung, entspannt und fördert den Energiefluss im Körper, die Gesundheit und die innere Stimme wird besser hörbar.

Wenn wir das Herz öffnen und weniger unserem Kopf folgen, lernen wir, dem Leben zu vertrauen. Dann erinnern wir uns wieder, dass „zufällige“ oder auch spontane Entscheidungen und Verbindungen in der Geschäftswelt sich als besonders erfolgreich erwiesen haben. Manche Unternehmer wissen: „Wenn wir früher gehandelt hätten und rascher auf die ersten Zeichen reagiert hätten, wäre uns manch unangenehme Situation erspart geblieben“. Statt nur dem Verstand und dem Ego die Entscheidungen zu überlassen, sollten wir wieder lernen die Leichtigkeit, die Freude und den Spaß in den Vordergrund zu rücken.

Wer seiner inneren Stimme traut, wird gelassen, weil sich die Angst zurückzieht und das Gefühl stärker wird, dass er im Leben trotz allem was war und ist, gut aufgehoben ist. Die fieberhafte Suche nach Selbstbestätigung hört auf und die Fülle an Möglichkeiten nimmt zu. Sie brauchen nur den Mut auzufbringen, nach ihr zu handeln.

Frau Kloihofer, herzlichen Dank für das interessante Gespräch respektive Ihre Ausführungen bis dahin. Im zweiten Teil unseres Gesprächs (am Mittwoch, den 9. Juli 2014) werden wir uns unter anderem über die Spiegeltheorie unterhalten und wie Unternehmen diese nutzbringend anwenden können. Wir sind schon gespannt.

Das Interview mit Claudia Kloihofer führte Oliver Foitzik, Herausgeber von AGITANO und HCC-Magazin.

Die anderen Interviews mit Claudia Kloihofer sind:
– Teil 2: Spiegeltheorie: „Tricksen“ Sie Ihr Hirn aus!
– Teil 3: Wer das Leben kontrollieren will, will das Leben nicht

Claudia Kloihofer, innere Stimme, Bauchgefühl
Ermutigt Unternehmen und Führungsmannschaften, wieder auf Vertrauen und Menschlichkeit zu bauen. (Foto: © Claudia Kloihofer)

Über Claudia Kloihofer:

Claudia Kloihofer ist Vortragsrednerin, Trainerin und Werte-Coach. Sie ist selbständige systemische Unternehmensberaterin, Mutmacherin und Lebensberaterin. Mit dem von ihr gegründeten Mutmachinstitut ermuntert sie Menschen, ihrer Intuition zu vertrauen. Die Expertin und Autorin berät Firmen und Organisationen bei der Entwicklung eines klaren Werteprofils, hilft neue Perspektiven bei Veränderungen zu finden und ermutigt  Unternehmen und Führungsmannschaften, wieder auf Vertrauen und Menschlichkeit zu bauen. Unternehmen wieder positiver, energiereicher und  wertvoller zu gestalten. Die Mitpreisträgerin des Constantinus Awards für den Bereich Personal&Training ist gefragte Referentin zu ihren Themen und publiziert in verschiedenen Fachzeitschriften.

Mehr über Claudia Kloihofer erfahren Sie auch im Internet unter: www.mutmachinstitut.at.

Christoph Schroeder

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