Gesundheit

Selbstbalance als Erfolgsfaktor (4): Persönlicher Frei-Raum

Persönlicher Freiraum, Frei-Raum, Meditiation, Meer, Brandung, Wellengang, WellenMut, Allein, Hören, Wahrnehmung, Ruhe, innere Ruhe

Die Welt wird immer schneller und lauter. Die eigene, innere Ruhe und Zeit für sich selbst zu finden scheint mit den fortschreitenden Entwicklungen der Technologie und der Arbeitswelt 4.0 zunehmend schwieriger. Dass sich jedoch genau darin eine oft übersehene Notwendigkeit verbirgt, erklärt Brigitta C. Kemner im heutigen Beitrag zur Themenreihe „Selbstbalance als Erfolgsfaktor“: Persönlicher Frei-Raum kann nicht nur geschaffen werden, er ist die Grundvoraussetzung für die Ausgeglichenheit für jeden Menschen, auch und gerade heutzutage. So steht der persönliche Frei-Raum als vierter Lebensbereich mit gutem Grund neben Fitness und Ernährung, Zufriedenheit im Beruf und Erfüllenden Beziehungen. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie gezielt eingefahrene Schemata durchbrechen können und wie Sie herausfinden, worauf Sie Ihre Aufmerksamkeit lenken sollten – und wie.

Eingefahrene Alltagsroutinen durchbrechen

Selbstbalance erfordert, dass Sie inmitten aller beruflichen Themen in der Lage sind, sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Wenn ich mit beruflich erfolgreichen Menschen in Berührung komme, die trotzdem ein Ungleichgewicht in ihrem Leben spüren, dann ist ein wesentlicher Aspekt immer jener, dass Sie sich zu wenig Freiraum für sich selbst und Ihre Bedürfnisse schaffen. Das Gefühl, im Alltag allen möglichen Aufgaben und Rollen gerecht werden zu müssen, bestimmt den Tagesablauf, und am Ende ist vom Tag zu wenig Zeit übrig. Der Kopf ist voll, der Körper angespannt und nach einer kurzen Zeit der Berieselung durch das Fernsehen ist es Zeit für die Nachtruhe, denn am nächsten Morgen klingelt ja schon wieder früh der Wecker, und das ganze Spiel beginnt von vorne. Auch am Wochenende ist der Tag mit Besuchen und Erledigungen durchgetaktet, wie viele meiner Klienten es gerne ausdrücken, oder es wird Büroarbeit nachgeholt, die während der Terminflut der Woche liegengeblieben ist.

Genauso wie die Beziehung zu einer anderen Person nur durch gemeinsame Zeit gepflegt werden kann, kann auch Ihre persönliche Balance nur dann gegeben sein, wenn Sie Zeit mit sich allein haben, um mit sich selbst in eine Beziehung zu gehen. Persönlicher Frei-Raum stärkt Ihre Fähigkeit der internen Referenz. Das bedeutet, dass Sie selbst fühlen können, was gut für Sie ist, was Ihnen wichtig ist, wo Grenzen sind und was Sie wirklich möchten. Fehlt diese Fähigkeit, kann es passieren, dass Sie abhängig von der äußeren Referenz anderer Menschen werden, leicht zu verunsichern sind, keine Entscheidungen treffen können, Ihre Grenzen missachten und Sie sich wie ein Fähnchen im Winde drehen.

Dabei geht es nicht um endlose Stunden an Freizeit, sondern um ein regelmäßiges, freies Zeitfenster von hoher Qualität, das Sie im Voraus bewusst für sich einplanen.

Hinterfragen Sie Ihre Bedürfnisse und Werte

Ihr persönlicher Freiraum beginnt auch damit, dass Sie Ihre Bedürfnisse, Werte und Interessen hinterfragen. Hier sind vier wesentliche Fragen, die Ihnen Richtung geben. Nutzen Sie die innere Stimme um die Fragen zu beantworten:

  • Was ist mir in meinem Leben wirklich wichtig?
  • Welche Werte verkörpern das, was mir wichtig ist?
  • Spiegelt mein Denken und Handeln meine Werte wider?
  • Welche Bedürfnisse beziehungsweise Interessen stelle ich immer wieder hinten an, obwohl sie wesentlich zu meiner Zufriedenheit beitragen? Was werde ich tun oder loslassen, um diese Bedürfnisse/Interessen zukünftig zu integrieren?

Und doch reicht auch das noch nicht ganz aus, um frei und erfüllt in Ihrer Selbstbalance zu sein. Sie benötigen dazu noch ein ganz wichtiges bestimmtes Element: Regelmäßige Stille. Jeder Mensch braucht die Möglichkeit, irgendwann am Tag in Herz und Geist wirklich nach Hause zu kommen, loszulassen und sich voller Ruhe und Freude innere Aufmerksamkeit zu schenken. Die höchste Qualität schenkt Ihnen Ihr Kontakt mit der Stille. Stille ist Ihr inneres Zuhause.

Ebenso, wie es bei der sportlichen Aktivität nicht darum geht, ob, sondern nur wann Sie diese ausführen, sind die innere Einkehr und das Alleinsein Zeichen von natürlicher Selbstfürsorge. Wir tun damit nicht nur uns etwas Gutes, sondern allen anderen Menschen um uns herum auch. Gerade bei einem geistig anstrengenden Berufsalltag brauchen Sie eine Möglichkeit, täglich Ihren Geist zu trainieren, neue Energie zu sammeln und Ihr Gemüt zu befreien.

Meditation ist der Weg in die innere Mitte

Das Wort Meditation lässt sich von dem lateinischen Wort »meditatio« (deutsch: Nachsinnen) ableiten. Durch Achtsamkeit und Konzentration soll sich der Geist beruhigen und sammeln. Es ist der lebendigste, ruhigste Zustand, denn Körper und Geist sind dabei hellwach. Rund um das Thema Meditation gibt es viele Vorurteile, Missverständnisse und Fehlannahmen. Meditation ist weder das Sahnehäubchen auf dem Cappuccino, das nur einige Menschen benötigen, noch ist es nur manchen Menschen gut möglich, zu meditieren. Sie ist keine Entspannungstechnik und auch keine Alltagsflucht. Ruhe ist nur ein Element der Meditation, das wesentliche Ziel ist Klarblick, Einsicht und Nähren des Geistes.

In vielen östlichen Kulturen gilt Meditation als die zentrale bewusstseinserweiternde und vollkommen natürliche, tägliche Übung. Angestrebt ist die Erfahrung von Seinszuständen: Stille, Leere, Raum, Energie, Freude, Aufmerksamkeitslenkung, Loslassen, Einssein, Gegenwärtigkeit, Gedankenfreiheit, Beobachten, ohne zu bewerten, Klarheit, Gewahrsein, tiefe Entspannung, Vergebung oder bedingungslose Liebe. Es gibt viele Meditationstechniken und Entwicklungsstufen. Neben den traditionellen Meditationstechniken werden viele von fernöstlichen Lehren inspirierte und an westliche Bedürfnisse angepasste Meditationsformen angeboten.

Rein auf die äußere Form bezogen, unterscheidet man die passive Meditation (im Stillen sitzend) und die aktive Meditation, die körperliche Bewegung (zum Beispiel Putzen, Gartenarbeit, Gehen oder Bogenschießen) und achtsames Handeln einschließt.

Die Atemmeditation ist eine der bekanntesten passiven Meditationsformen aus den traditionellen buddhistischen Kontemplationsschulen. Basis der Übung im aufrechten Sitzen ist die vollkommene Achtsamkeit auf Körper, Geist und Emotionen, ohne an ihnen zu haften. Ziel ist innere Befreiung und Heilung durch die Nicht-Anhaftung an Gedanken. Schon vier Tage pro Woche zwanzigminütiges meditatives Training genügen, um kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Lernen, Gedächtnis und Konzentration deutlich zu verbessern, und führen zu erkennbaren Veränderungen im Gehirn. Die positiven Wirkungen können wir auf körperlicher, geistiger und emotionaler Ebene spüren. In meinem Buch habe ich mich noch intensiver mit dem Nutzen von Meditation für uns beschäftigt. Es ist eine sehr gute Entscheidung, mit Mediation zu beginnen. Egal, in welcher Lebenssituation Sie sind – es wird immer ein Gewinn sein.

Atemmeditation (beginnen Sie mit 10 Minuten täglich)

Setzen Sie sich aufrecht (zum Beispiel auf ein Meditationskissen) an einen ruhigen Ort und tragen Sie bequeme Kleidung. Lehnen Sie sich, wenn möglich, nicht an. Der Brustraum ist offen und frei. Zwischen Ellenbogen und Körper ist etwas Raum. Ihre Hände ruhen auf dem Schoß und die Handflächen weisen nach oben. Ziehen Sie das Kinn ganz sanft Richtung Hals, damit der Nacken sich strecken kann.

Schließen Sie die Augen; das hilft, Ihre Aufmerksamkeit nach innen zu richten. Richten Sie die Aufmerksamkeit entspannt auf Ihre Atmung. Beobachten Sie den Atemfluss, ohne ihn aktiv zu kontrollieren. Es ist dabei auch ganz natürlich, dass zu Beginn die Aufmerksamkeit wegdriftet. Vielleicht sind Sie auch erschrocken zu erkennen, wie viel innere Unruhe da ist und wie wenig Sie Ihre Aufmerksamkeit führen können. Kehren Sie entspannt immer wieder zum Atem zurück. Ihre Gedanken dürfen kommen und gehen. Sie brauchen sich nicht mit ihnen zu identifizieren.

Diese Ablenkungen können während der Meditation auftreten: Gedanken, 
Emotionen, körperliche Empfindungen und 
Sinneswahrnehmungen. Das Geheimnis liegt darin, die Ablenkung zu erkennen und sich davon zu lösen, ohne sich zu ärgern. Üben Sie diesen Atemfokus immer wieder und bleiben Sie geduldig, ohne eine Erwartungshaltung zu haben. Resultat-Orientierung ist der Feind einer guten Meditation.

Brigitta C. Kemner, Business Coach, Personal Coach, Unternehmer, Veränderung, Freiraum, persönlicher Frei-Raum
Personal Coach, Business Coach und Rednerin Brigitta C. Kemner weiß um die Kraft – und Notwendigkeit – von innerer Ruhe und der regelmäßigen Rückkehr zur Stille. (Bild: © jennifer fey, jennifer fey photography)

 

Im nächsten und letzten Beitrag dieser Serie erfahren Sie von mir die wichtigsten wellenMUTIGEN Gesetze zum Erfolg.

 

Über Brigitta C. Kemner

Brigitta C. Kemner ist Personal Coach, Business Coach und Rednerin und begleitet seit 2003 Führungskräfte, Manager, Geschäftsführer, Unternehmer, Selbstständige und Privatpersonen bei persönlichen und beruflichen Veränderungen. Dabei liegen ihre Schwerpunkte besonders bei den Themen Selbstbalance, Selbstführung, Menschenführung, Potenzialentwicklung und Kommunikation. Ein neues Bewusstsein, innere Freiheit, Gelassenheit, Empathie und Selbstverantwortung sind ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeit mit Menschen und für die Aktivierung von inneren Ressourcen.

Mehr über Brigitta C. Kemner erfahren Sie auf ihrem AGITANO-Expertenprofil. Besuchen Sie auch ihre Website: www.brigitta-kemner.com.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.