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Stéphane Etrillard, Rhetorik im Unternehmensalltag (18): Erfolgsfaktor emotionale Intelligenz

…aus der Themenserie Etrillard klein Titel“Souveränität und Rhetorik im Unternehmensalltag” des internationalen Keynote Speakers und Rhetoriktrainers Stéphane Etrillard. Nach Teil 17 “Souveräner Umgang mit dem Faktor Zeit – Niemand kann Zeit sparen, Sie können die Zeit jedoch sinnvoll nutzen.” folgt heute: Erfolgsfaktor emotionale Intelligenz – Durch bewusste Wahrnehmung zielgenauer handeln und entscheiden.

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Die emotionale Intelligenz wird inzwischen als bedeutendster Faktor für den beruflichen Erfolg betrachtet. Gemeint ist damit, die Fähigkeit, die Wirkung der eigenen Persönlichkeit auf andere zutreffend einzuschätzen und aus der Perspektive anderer Menschen denken und sich in sie einfühlen zu können. Erst dann ist man in der Lage, angemessen auf die Bedürfnisse der Gesprächspartner und emotionalen Situationen im Beruf reagieren zu können.

Die Intelligenz des Menschen zu ergründen steht schon lange im Interesse der Forschung. Doch erst vor rund 20 Jahren wurde erkannt, dass der persönliche Erfolg vor allem an die emotionale Intelligenz gekoppelt ist. Es geht hier darum, sich seiner Gefühle und in der Folge seiner Gedanken bewusst zu werden, da genau dieses Zusammenspiel unser Handeln bestimmt.

In nahezu allen Situationen, in denen es auf zwischenmenschliche Faktoren ankommt, ist der Erfolg – ob in einer Verhandlung, während eines Verkaufsgesprächs oder einer Präsentation – eng an unsere Emotionen geknüpft. Denn unsere gesamte Wahrnehmung ist stark von unserer Persönlichkeit und unserer momentanen Verfassung abhängig. So ist es möglich, dass wir je nach Stimmungslage auf ein und dieselbe Situation völlig unterschiedlich reagieren: An einem Tag begegnen wir der plumpen Bemerkung eines Kollegen noch mit einem Lächeln, an nächsten ist sie vielleicht der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Das zeigt: Unsere Emotionen sind keine direkte Reaktion auf unsere Wahrnehmung, sondern die Folge unserer Gedanken, die wir uns über die Situation machen.

Deshalb bildet das Wahrnehmen der eigenen Gefühle die Basis der emotionalen Intelligenz. Es geht darum, sich sowohl der eigenen Gefühle als auch der Gedanken in dem Moment, in dem sie auftreten, bewusst zu werden. Die Kunst besteht nun darin, das innerliche Geschehen bewusst wahrzunehmen, ohne vollkommen in die Emotionen einzutauchen und ohne sich in ihnen zu verlieren. Erst so können wir emotional intelligent handeln, da wir nun nicht mehr unbewusst und impulsiv, sondern kontrolliert agieren. Für den beruflichen Erfolg, insbesondere von Führungskräften, ist das von größter Bedeutung, zumal ein zweiter Schritt hinzukommt:

Gefühle deuten lernen

Nur wer die eigenen Gedanken und Gefühle erkennen und kontrollieren kann, ist auch in der Lage zu erkennen, was andere fühlen. Und das ist erforderlich, um wiederum die Handlungen der anderen verstehen und zutreffend voraussehen zu können. Für jede zwischenmenschliche Beziehung ist es von größter Bedeutung, sich emotional auf sein Gegenüber einstellen zu können und dessen Gefühle deuten zu können. Dies ist vor allem deshalb so entscheidend, weil Emotionen nur selten in Worten ausgedrückt werden. Viel eher kommen die Gefühle subtil über Gestik und Mimik und über den Klang der Stimme zum Ausdruck.

Die Selbstwahrnehmung, Selbstkontrolle und das Einfühlungsvermögen sind also die nötigen „Hilfsmittel“, um mit den eigenen Emotionen und den Gefühlen anderer umgehen und gute Beziehungen gestalten zu können.

Ein emotional intelligent handelnder Mensch ist zudem in der Lage, auch schwierige zwischenmenschliche Situationen erfolgreich zu meistern. Da er sich in andere einfühlen kann, weiß er auch mit ihnen umzugehen, er kann zwischenmenschliche Begegnungen gezielt gestalten, andere motivieren, mitreißen und sie überzeugen. Genau das wird im Beruf insbesondere von Führungskräften erwartet. Eine gute Nachricht ist daher, dass sich emotionale Intelligenz steigern lässt. Der wichtigste Schritt ist das bewusste Wahrnehmen und Erkennen der eigenen Gefühle. Anschließend folgt die Kontrolle über die eigenen Gefühle und schließlich das Erkennen und der emotional intelligente Umgang mit den Gefühlen anderer Menschen. Hierfür braucht es vor allem Empathie.

Lesen Sie auf Seite 2 mehr über Empathie bei Führungskräften

Christoph Schroeder

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