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Worauf es bei Imagefilmen wirklich ankommt – Interview mit Susanne Rodeck und Katarzyna Koslinska von avidere

Die zwei Imagefilm-Expertinnen Susanne Rodeck und Katarzyna Koslinska von avidere Erklärvideo- und Imagefilm-Agentur Berlin sitzen gemeinsam auf einer Treppen in der Stadt.

Immer mehr Unternehmen gehen beim Aufbau nachhaltiger Kundenbindungen neue Wege. Statt aufpolierter Werbenachrichten sollen nun authentische Einblicke in den Firmenalltag einen Beitrag zu mehr Transparenz, Vertrauen und Nähe leisten. Eine große Rolle spielen dabei vor allem Imagefilme. Wir haben uns mit zwei Expertinnen auf diesem Gebiet unterhalten, Susanne Rodeck (SR) und Katarzyna Koslinska (KK) von der Berliner Imagefilm-Agentur avidere. Im Interview skizzieren Sie Ihre Arbeitsprozesse, erklären, worauf es bei einem professionellen Video-Markting ankommt und wie Sie mit der Corona-Krise umgehen.

Von der Idee bis zum fertigen Imagefilm – Susanne Rodeck und Katarzyna Koslinska im Interview

Hallo Frau Rodeck und Frau Koslinska! Vielen Dank, dass Sie Zeit für unser Gespräch gefunden haben.

KK + SR: Gern!

Ehe wir auf die zunehmende Bedeutung von Imagefilmen für Unternehmen eingehen, würden wir gerne etwas mehr über Sie und Ihre Agentur erfahren. Seit wann gibt es avidere?

KK: Seit Juli 2010.

Was war für Sie der ausschlaggebende Punkt – wie sind Sie zum Filmemachen gekommen?

KK: Zuerst gab es da natürlich das Interesse am Filmeschauen. Irgendwann kam dann auch die Lust hinzu, einmal selbst einen Film zu drehen. So kam ich zum Fernsehen, wo ich 12 Jahre lang arbeitete. Das freie Filmemachen in der jetzigen Form war aber erst möglich, nachdem Susanne und ich uns kennengelernt hatten. Wir erkannten, dass sich unsere Stärken sehr gut ergänzen: Neben ihrer Leidenschaft für Filme brachte sie auch ihr wirtschaftliches Know-how mit ein. Ich steuerte meine kreativen Erfahrungen aus dem Fernsehbereich bei.

Welche Leistungen bieten Sie an?

SR: Mit den Jahren haben wir ein breites Leistungsportfolio aufgebaut, das sowohl Real- als auch Animationsfilme umfasst. Viel Erfahrung haben wir beispielsweise mit Image-Filmen, Erklärvideos, Recruiting-Filmen, Produktfilmen, aber auch mit Filmen aus dem Bereich Employer Branding, Event-Vermarktung und eLearning. Dabei übernehmen wir die Filmproduktion von der Idee bis zum fertigen Film. Je nach Wunsch kümmern wir uns auch ausschließlich um die Erstellung des Storyboards, die Produktion, die Postproduktion oder das Marketing.

Und welche Kunden nehmen Ihre Leistungen in Anspruch?

KK: Das ist ganz unterschiedlich. Zu unseren Kunden gehören Unternehmen, Institutionen, Verbände, aber auch Organisationen und Einzelpersonen. Da jede dieser Gruppen individuelle Wünsche und Vorstellungen hat, ist jeder Auftrag immer wieder etwas Besonderes.

Wie sieht Ihr üblicher Arbeitsprozess vom ersten Kundenkontakt bis zum fertigen Film aus?

KK: Zunächst stellt der Kunde eine Anfrage. Wenn sie ausreichend klar ist, verabreden wir uns zu einem Telefonat oder einem persönlichen Gespräch. Ist sie zu generisch oder vage, schicken wir ihm ein Formular, in das er alle notwendigen Informationen und gewünschten Leistungen einträgt.

SR: Danach geht es darum, ihn kennenzulernen – sein Unternehmen, seine Leistungen und Produkte, seine Ziele, Probleme und Wünsche. So finden wir heraus, was für ihn und seine Zielgruppe wichtig ist. Dann sammeln wir Ideen, erstellen ein Konzept und gehen in die Vorproduktion. Sobald eine erste Rohfassung vorliegt, stellen wir dem Kunden das Konzept vor, erstellen ein Angebot und wenn er zufrieden ist, geht es in die Produktion.

KK: Eine wichtige Rolle spielen dabei Korrekturschleifen. Soll zum Beispiel ein Animationsfilm erstellt werden, involvieren wir unseren Kunden auch in die Erstellung der Illustrationen. So ist sichergestellt, dass er seine Vorstellungen und Wünsche jederzeit einbringen kann.

Da ist es sicher immer wieder aufs Neue eine Herausforderung, den Geschmack des Auftraggebers zu treffen. Was würden Sie sagen, welche Eigenschaften ein guter Imagefilm aufweisen muss?

SR: Ein Imagefilm sollte das Unternehmen und seine Macher in den wichtigsten Facetten zeigen, die Kernbotschaft vermitteln, authentisch sein und einen Einblick in interessante, spannende Bereiche gewähren – gern auch mal hinter die Kulissen. Erzählt der Film dann noch kurzweilig und macht der Handlungsstrang den Zuschauer neugierig, hat man schon vieles richtig gemacht.

KK: Wichtig ist dabei auch, die Zielgruppe im Auge zu behalten. Schließlich soll ihr der Film einen individuellen Mehrwert bieten. Eine genaue Vorstellung vom späteren Rezipienten des Films ist also unverzichtbar. Gerade dieser Punkt bereitet Unternehmen jedoch häufig Schwierigkeiten, denn noch immer stellen sich viele von ihnen selbst zu sehr in den Mittelpunkt.

Können Sie anhand eines Beispiels veranschaulichen, wie eine interessante Idee aussehen könnte?

SR: Gern! Da gibt es viele. Zum Beispiel haben wir einen Imagefilm für das Almodovar Hotel in Berlin gedreht. Dazu muss man wissen: Pedro Almodovar ist ein sehr bekannter spanischer Regisseur. In dem Film haben wir viele stilistische Elemente aus seinen Filmen aufgegriffen. Sie ziehen sich wie ein roter Faden durch die Storyline, in der wir die schönen Seiten des Hotels vorstellen. Dadurch erhält der Zuschauer einen wesentlich facettenreicheren Einblick in das Hotel als bei einem konventionellen Werbeclip.

KK: Ein weiteres spannendes Projekt war unsere Zusammenarbeit mit „Die Busfahrer“ aus Torgau. Bei diesem Unternehmen kann man für Hochzeiten und andere Events liebevoll restaurierte Oldtimer Bullis mieten. Den besonderen Spirit des Projekts haben wir unter anderem mit Drohnenaufnahmen eingefangen.

Das klingt nach spannenden und abwechslungsreichen Aufgaben. Worauf legen Sie bei Ihrer alltäglichen Arbeit besonderen Wert?

SR: Wir produzieren die Filme nicht nur mit dem künstlerischen Auge. Wir wissen auch, welche wirtschaftlichen Aspekte dem Kunden wichtig sind, sowohl bei der Angebotserstellung als auch beim Inhalt des Films. Deshalb sind wir auch eines der wenigen Beratungsunternehmen im Förderprogramm „go-digital“ der Bundesregierung. Dadurch können bis zu 50 Prozent des Projektvolumens gefördert werden.

KK: In diesem Zusammenhang wollen wir nicht nur als Dienstleister, sondern auch als Partner wahrgenommen werden. Wir legen großen Wert darauf, die Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, ebenso zu verstehen wie ihre Kunden. Schließlich kommt es nicht nur bei der Filmproduktion, sondern auch bei anschließenden Marketing-Maßnahmen auf Treffsicherheit an.

Welche Entwicklungen beobachten Sie aktuell bei unternehmensbezogenen Filmen?

SR: Aus unserer Sicht geht der Trend weg von weichgespülten Werbefilmen hin zu authentischen Einblicken, bei denen auch die Mitarbeiter und nicht nur die Geschäftsführer zu Wort kommen.

KK: Eine große Rolle spielt auch die Vielzahl unterschiedlicher Kanäle und Medien. Videos lassen sich heute in nahezu jeder Plattform einbinden. Zu beachten sind daher auch die Videolängen und Formate für die unterschiedlichen Veröffentlichungsorte.

Wenden wir uns abschließend noch einmal der aktuellen Lage in Deutschland, Europa und der Welt zu: Corona hat viele Branchen unerwartet und hart getroffen. Welche Umstellungen haben Sie aufgrund der aktuellen Situation vorgenommen?

KK: Alle KollegInnen arbeiten seit Mitte März aus dem Home-Office. Das war für uns leicht realisierbar, denn wir haben auch vorher schon großen Wert auf Mobilität gelegt. Wenn wir zuvor bei Dreharbeiten unterwegs waren, mussten die Daten auch unterwegs gesichert und verarbeitet werden.

SR: Darüber hinaus halten wir unsere Team Meetings nun per Videokonferenz ab und nutzen ansonsten unsere digitalen Tools, um Projekte zu bearbeiten.

Sind Sie weiterhin mit Ihren Produktangeboten für Ihre Kunden da?

SR: Auf jeden Fall! Wir dürfen aktuell nicht mit mehreren Personen wie das sonst der Fall war am Set drehen. Veranstaltungen, Messen und Events sind zwar abgesagt, aber unsere digitalen Produkte, die wir auch schon vorher hauptsächlich produziert haben, nehmen nun noch mehr Fahrt auf. Wir produzieren Erklärvideos, Schulungsfilme, digitale Lehr- und Lerninhalte, vertonen, erstellen Storyboards, Illustrationen, Grafiken, Animationen, eLearning-Inhalte und vieles mehr. Schließlich stellen auch alle größeren Universitäten Ihre Lehrinhalte mittlerweile ins Netz.

KK: Viele Unternehmen mussten ihre Kommunikation ins Web verlagern und halten nun vermehrt Videokonferenzen ab. Um sie zu unterstützen, realisieren wir unter anderem mobile Webinar-Setups mit mehreren Kameras und Bildmischern. So kann der Unternehmer seinen Kunden einen interessanten, informativen Bildmix zeigen und Anwendungen auf diese Weise im Detail erklären und begreifbar machen.

Wie können Sie mit Ihren Leistungen anderen Unternehmen dabei helfen, weiterhin Umsatz zu erzielen?

SR: Wir unterstützen Unternehmen aktiv bei der derzeitig – mehr denn je – geforderten Digitalisierung. Dazu gehören Tipps zu Videomarketing und Social-Media-Kampagnen. Weiterhin können wir aufgrund unserer eigenen Erfahrung Empfehlungen bei der Umstellung auf Home-Office geben.

Dann wünschen wir Ihnen für diese schwierige Zeit alles Gute und dürfen gespannt sein, mit welchen Ideen Sie uns und Ihre Kunden als Nächstes überraschen. Vielen Dank für das Gespräch!

KK + SR: Sehr gern!

Das Interview mit Susanne Rodeck und Katarzyna Koslinska führte die AGITANORedaktion.

Beate Greisel

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