Gesundheit

13 Gründe für eine Berufsunfähigkeitsversicherung

Mann bei Ärztin in Behandlung, menschliches Skelettmodell im Bildvordergrund

Das Risiko, berufsunfähig zu werden, ist nicht zu unterschätzen und von existenzieller Bedeutung. Die eigene Arbeitskraft ist ein hohes Gut, welches den momentanen Lebensstandard und den im Alter garantiert. Da der Staat nur mangelhafte Absicherung im Falle der Berufsunfähigkeit bietet, ist eine frühzeitige private Vorsorge mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung dringend zu empfehlen. Nach einer kurzen Definition, inwiefern sich die Erwerbs- von der Berufsunfähigkeit unterscheidet, stellen wir die 13 wichtigsten Punkte vor, die für eine Berufsunfähigkeitsversicherung sprechen.

Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsfähigkeit

Zunächst gilt es herauszufinden, wann es sich um einen Fall von Berufsunfähigkeit und wann um eine Erwerbsunfähigkeit handelt.

Was ist eine Berufsunfähigkeit?

Wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls voraussichtlich dauerhaft, jedoch für mindestens sechs Monate, nicht mehr ausüben kann, gilt als berufsunfähig. Die Berufsunfähigkeit wird durch ein ärztliches Gutachten attestiert.

Was ist eine Erwerbsunfähigkeit?

Wer aufgrund von Krankheit oder eines Unfalls gar keiner beruflichen Tätigkeit – unabhängig von dem zuletzt ausgeübten Beruf – mehr nachgehen kann, gilt als erwerbsunfähig. Dies gilt als erfüllt, wenn man pro Tag nicht mehr als sechs beziehungsweise drei Stunden arbeiten kann. Auch hier bestätigt dies ein ärztliches Gutachten.

Gründe für eine private Berufsunfähigkeitsversicherung

Viele Dinge sprechen dafür, Angebote für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu vergleichen und eine entsprechende Versicherung abzuschließen. Im Folgenden beleuchten wir die wichtigsten Argumente, die für eine BU-Absicherung sprechen.

1. Es kann jeden treffen

Beginnen wir mit Zahlen: Jede*r vierte Berufstätige wird laut Statistik berufsunfähig – und dies geht mehr auf Erkrankungen als auf Unfälle zurück. Nur circa acht Prozent ist auf Unfälle zurückzuführen.* Dabei führen einige Fälle sogar bis hin zu einem Pflegefall.

2. Vielfältige Ursachen für eine Berufsunfähigkeit

Irrtümlicherweise sind nicht nur Arbeiter*innen in vermeintlich gefährlichen Berufen davon betroffen. Die häufigsten Ursachen sind psychische Krankheiten oder Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates, oft in Verbindung mit Rückenleiden.

3. Keine oder unzureichende gesetzliche Absicherung bei Berufsunfähigkeit

Seit 2001 gibt es keine staatliche Berufsunfähigkeitsrente mehr. Nur vor dem 01.01.1961 Geborene erhalten noch unter bestimmten Voraussetzungen eine kleine Berufsunfähigkeitsrente. Diese beträgt allerdings nur zwei Drittel der gesetzlichen Altersrente, welche ohnehin schon niedrig ist.

Ansonsten wird anstatt der Berufsunfähigkeitsrente eine Erwerbsminderungsrente vom Staat gezahlt. Diese fällt ebenfalls sehr gering aus und je nach Schwere der Berufsunfähigkeit erhält man sie in voller Höhe oder gar nur zur Hälfte. Die Rente beträgt dann circa 40 Prozent beziehungsweise 20 Prozent des letzten Bruttoeinkommens, liegt jedoch immer innerhalb der Beitragsbemessungsgrenze.

4. Kein Schutz für Berufsanfänger*innen, Studierende, Auszubildende, Hausfrauen und -männer, Selbständige und Freiberuflich Tätige

Diese Personengruppe ist per Gesetz überhaupt nicht abgesichert – weder bei einer Berufs- noch bei einer Erwerbsunfähigkeit, da sie noch keine fünf Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat.

5. Existenzen sind bedroht

Die staatlichen Leistungen reichen nicht aus, um den eigenen Lebensstandard bei Berufsunfähigkeit zu sichern. Gleichzeitig müssen laufende Kosten weiter beglichen werden, ob nun

  • Rechnungen
  • Miete
  • Kosten für Lebensmittel
  • et cetera.

Die Berufsunfähigkeit ist eines der größten Risiken, die die Existenz bedrohen.

6. Lebensstandard im Alter ist gefährdet

Nach einer Berufsunfähigkeit können auch keine finanziellen Rücklagen mehr für das Alter aufgebaut werden. Das heißt, dass auch der Lebensstandard im Rentenalter nicht mehr gewährleistet ist. In diesem Fall würde auch eine Kapitallebensversicherung nur wenig helfen, wenn aufgrund eines Einkommensverlusts die Beiträge nicht mehr gezahlt werden können.

7. Absicherung der Familie

Wird die Person berufsunfähig, die den Hauptunterhalt für die Familie bestreitet, ist auch die Existenz der Familie bedroht. Denn so abgedroschen es klingt, Kinder kosten Geld:

  • Kindergarten
  • Schulbücher
  • Kleidung
  • Ausbildung
  • Studium

müssen weiterhin finanziert werden und ein Gehalt reicht dafür häufig nicht aus.

8. Absicherung von Verbindlichkeiten

Insbesondere wenn monatliche Verpflichtungen bestehen, wie durch ein Bankdarlehen zum Beispiel, ist eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit besonders wichtig. Mit der privaten monatlichen Berufsunfähigkeitsrente kann man die Raten an die Bank weiterbezahlen und ist bei Zahlungsunfähigkeit nicht etwa gezwungen, die eigene Immobilie zu verkaufen.

Auch wer eine Immobilie vermietet, hat in den seltensten Fällen ein Interesse daran, ob man sich die Miete wegen Berufsunfähigkeit nicht mehr leisten kann. Mit einer privaten Berufsunfähigkeitsrente können Sie weiter in Ihrer Wohnung wohnen bleiben.

9. Rente bei Berufsunfähigkeit

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine Rente bei Berufsunfähigkeit, wenn die versicherte Person ihren Beruf zu 50 Prozent voraussichtlich dauerhaft nicht mehr ausüben kann.

10. Keine weitere Zahlung der Versicherungsbeiträge

Ab Eintritt der Berufsunfähigkeit sind keine Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung mehr zu bezahlen.

11. Flexible Absicherung

Bei Änderung der Lebensumstände, zum Beispiel wenn ein Haus gebaut oder ein Kind geboren wird, lässt sich die versicherte Berufsunfähigkeitsrente bei den meisten Versicherern flexibel erhöhen.

12. Schutz über die ganze versicherte Zeit – unabhängig von Jobwechsel oder Auszeiten

Die private Absicherung schützt während der gesamten Laufzeit, egal ob der Beruf, das Beschäftigungsverhältnis oder der Arbeitsort gewechselt wird. Auch während der Elternzeit oder Arbeiten im Ausland ist man gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit abgesichert.

13. Von Verbraucherschützern empfohlen

Auch Verbraucherverbände wissen um das gravierende Risiko und raten daher zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Fazit: Nicht zu vernachlässigen – und je früher, desto besser

Leider unterschätzt: Auch in jungen Jahren kann man berufsunfähig werden. Aus diesem Grund sollten sich Berufseinsteiger*innen rechtzeitig absichern. Je früher man private Vorsorge trifft, desto eher ist man abgesichert. Daher ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch für Studierende sinnvoll. Hinzu kommt, dass eine Versicherung günstiger ist, je jünger man beim Versicherungsabschluss ist. Denn mit fortschreitendem Alter steigt das Risiko für eine Berufsunfähigkeit und damit der Beitrag.

Zudem erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, aufgrund von Vorerkrankungen und oftmaligen Arztbesuchen gar keine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr abschließen zu können. Hinzu kommt, dass bestimmte Erkrankungen mit häufigen ärztlichen Behandlungen von einer Versicherung ausgeschlossen werden.

*Laut derselben Erhebung geht ein ähnlich großes Risiko von Herz- und Gefäßerkrankungen aus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.