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Motivationsforschung: Wollen allein genügt nicht

Spielen alle drei Anteile zusammen, sind Menschen hochmotiviert, arbeiten konzentriert und mit Freude. Fehlt aber eine Komponente, braucht es die Unterstützung des Willens. Nur: Die reine Willenskraft oder Selbstkontrolle hält nicht lange vor. Zusammen mit dem TUM-Sportpsychologen Dr. Peter Gröpel hat Kehr untersucht, wie die unbewusste Motivation den Willen beeinflussen kann.

Bei Ice Age zeigt sich die Willenskraft

Dafür stellten die Wissenschaftler Versuchspersonen eine Aufgabe, die sie eine gewisse Überwindung kostete. Anschließend untersuchten sie, wie viel von ihrer Willenskraft für eine zweite Aufgabe übrig geblieben war. Die Hypothese: Wenn die Teilnehmer eine starke unbewusste Motivation mitbrachten, sollte ihre Selbstkontrolle länger anhalten.

Im ersten Teil sahen die Probanden eine Schlüsselszene aus dem Film „Club der toten Dichter“: Der Vater verbietet seinem Sohn mit drastischen Worten, Schauspieler zu werden. Eine Gruppe der Studienteilnehmer wurde aufgefordert, beim Nachspielen der Szene den Part des Vaters zu übernehmen. Die Kontrollgruppe sollte den Dialog lediglich niederschreiben.

Im zweiten Teil des Experiments zeigten die Versuchsleiter den Probanden eine der witzigsten Szenen des Animationsfilms „Ice Age“ und baten sie, dabei nicht zu lächeln oder zu lachen. „Für beide Situationen mussten die Versuchspersonen Willenskraft aufbringen: Im ersten Teil, um vor der Kamera einen unangenehmen Charakter zu spielen, im zweiten, um den Impuls zu lachen zu unterdrücken“, erläutert Gröpel.


Lesen Sie auf Seite 3: Die Macht der unbewussten Motivation und wie sich die Erkenntnisse für die unternehmerische Praxis umsetzen lassen.

Christoph Schroeder

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