Kolumnen

Über das Trinken am Arbeitsplatz

Trinken am Arbeitsplatz kann gefährlich sein – man verliert leicht die Kontrolle. Bei Firmenfeiern oder Geschäftsessen kommt man aber auch hierzulande nicht um das Trinken herum. Ralf Schmitt, Speaker, Trainer, Impro-Comedian und Moderator, rät aber diesbezüglich zur Vorsicht: Wer es mit dem Trinken übertreibt, macht sich in Zeiten von Facebook und Co. schnell zum Gespött der Firma. Um kulturelle Unterschiede was das Trinken am Arbeitsplatz angeht, geht es in der heutigen Kolumne “Ich bin total beliebt, es weiß nur keiner”.

 

Vorsicht beim Trinken am Arbeitsplatz

Liebe Leser, bevor es hier zu Missverständnissen kommt, möchte ich gleich im Vorfeld klären, dass ich Sie nicht zum Trinken am Arbeitsplatz verführen möchte. Ich möchte Sie gar nicht zum Trinken verführen, wenn ich ehrlich bin. Ganz im Gegenteil, ich rate zu absoluter Vorsicht. Auch wenn Sie sich bei der Arbeit gerne das ein oder andere Mal so fühlen, als ob kein Weg mehr an harten Getränken vorbei führt, rate ich eindeutig davon ab, diese am Arbeitsplatz zu konsumieren. Und auch bei Firmenfeiern ist höchste Vorsicht geboten.

Folgende Situation: Sie sitzen auf einer Betriebsfeier und irgendwie kommen Sie nicht so richtig in Schwung. Da kann Ihnen der ein oder andere Schirmchen-Cocktail sicherlich ein wenig die Zunge lockern oder das Zusammensein mit ungeliebten Kollegen oder dem Chef erträglicher machen. Gerade bei den bunten Gute-Laune-Drinks ist aber Vorsicht geboten. Trinken Sie besser nicht mehr als Sie wirklich abkönnen. Sie wissen doch: „Betrunkene und Kinder sagen die Wahrheit“.

 

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Alkohol am Arbeitsplatz kann Peinlichkeiten nach sich ziehen. (Bild: Lupo / pixelio.de)

Peinliche Fotos garantiert

Falls die Feier dank Alkohol so richtig in Fahrt kommt und Sie diesmal mittendrin stecken, machen Sie sich bewusst, dass irgendeiner mit Sicherheit Fotos macht, die am nächsten Morgen bei Facebook oder im Intranet landen. Selbst wenn Sie nur auf den Computerbildschirmen einiger Kollegen auftauchen, könnten Sie ganz schnell auch mal zum Gespött der Firma werden, wenn festgehalten wurde, wie Sie dem Vorstand die Glatze getätschelt haben. Und noch viel wichtiger, achten Sie darauf, keine Geheimnisse auszuplaudern oder zu lästern. Irgendeiner erzählt es bestimmt weiter und dann sind Sie angeschmiert. Also seien Sie am besten vorsichtig, wie viel sie trinken und behalten Sie die Kontrolle.

Andere Länder, andere Sitten

Wenn Sie international tätig sind, gestaltet sich die Sache schwieriger. Wussten Sie zum Beispiel, dass in Großbritannien das Trinken mit den Kollegen nach der Arbeit zum guten Ton gehört? Socialising im Pub ist mehr als nur üblich. Alle trinken zusammen, Kollegen und Chef. Das Pub ist der Ort, in dem es keine Hierarchien gibt. In Japan ist es sogar Pflicht, dass sich Mitarbeiter einmal im Monat gemeinsam mit dem Chef betrinken. Der Ranghöhere schenkt ein und der Mitarbeiter trinkt das, was eingeschenkt wurde. Falls Sie nicht trinken, können Sie im Land der aufgehenden Sonne nicht damit rechnen, jemals Karriere zu machen. Können Sie sich vorstellen, bereits in der Mittagspause zu Wein oder Bier zu greifen? Das ist in unserem Nachbarland Frankreich völlig normal. Selbst in Firmenkantinen gibt es Alkohol zu kaufen.

Mein Tipp: Wenn Sie mit ausländischen Kollegen zusammentreffen, informieren Sie sich im Zuge einer guten interkulturellen Kommunikation und Zusammenarbeit über die Gepflogenheiten des Landes. Seien Sie kein Spielverderber, aber bleiben Sie auf alle Fälle innerhalb Ihrer Grenzen. Mein zweiter Tipp: Sollten Sie Lehrer, Werber, Schauspieler, Musiker, Architekt, Arzt, Manager, Ingenieur, Agenturangestellter, PR Fachmann, Autor, Journalist, Mechaniker oder Gastwirt sein, ignorieren Sie meinen ersten Tipp. Dann gehört Alkohol bei Ihnen in der Branche einfach dazu.

Ihr Ralf Schmitt

 

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Experte für Spontaneität, Improvisation und Interaktivität. (Foto: © Ralf Schmitt)

Über Ralf Schmitt

Ralf Schmitt arbeitet seit mehr als 15 Jahren erfolgreich als Speaker, Trainer, Impro-Comedian und Moderator. Er gilt als Experte für Spontaneität und Interaktivität, hat die Methode der Navituition® entwickelt und ist Mitglied der German Speakers Association. Schmitt ist branchenübergreifend tätig und kennt die deutsche Wirtschaftslandschaft aus dem Effeff. Seine inhaltliche Mitarbeit im Vorfeld und seine Auftritte bei unzähligen Tagungen und Kongressen geben ihm eine externe Sichtweise auf innerbetriebliches Geschehen und Veränderungsprozesse in Unternehmen verschiedener Größenordnungen. Darüber hinaus ist er Autor der Bücher „Ich bin total spontan, wenn man mir rechtzeitig Bescheid gibt“ und „Ich bin total beliebt, es weiß nur keiner“.

Mehr über Ralf Schmitt erfahren Sie auf seinem AGITANO-Expertenprofil und auf www.schmittralf.de.

 

Lesen Sie auch die vorangegangenen Beiträge zur Kolumne “Ich bin total beliebt, es weiß nur keiner”:

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Katja Heumader

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