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Warum die Ästhetische Chirurgie mehr ist als ein Garant für ewige Jugend – Interview mit Wilfredo Gonzales von der Nürnberger Fachklinik

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Um berufliche Herausforderungen zu meistern, kommt es nicht nur auf das nötige Fachwissen an. Vielmehr kann ein selbstbewusstes Auftreten entscheidend sein. Doch wie lassen sich potenzielle Problemzonen kaschieren? Eine dauerhafte Möglichkeit ist die Plastische Chirurgie. Das bietet beispielsweise die Nürnberger Fachklinik seit 25 Jahren an. Wilfredo Gonzales, Chefarzt der Klinik und Facharzt für Chirurgie, berät dort jeden Patienten individuell. Dabei ist es ihm wichtig, die Harmonie zwischen Körper und Seele herzustellen – und nicht durch unnötige Eingriffe aktuellen Schönheitstrends zu entsprechen. Ob er sich auch selbst unters Messer legen würde und welche Eingriffe er persönlich ablehnt, davon spricht er in folgendem Interview.

Wie sich Schönheit langfristig erhalten lässt – Wilfredo Gonzales von der Nürnberger Fachklinik im Interview

Herr Gonzales, seit wann sind Sie Chefarzt und Klinikleiter der Nürnberger Fachklinik und was haben Sie seitdem verändert?

Meine Facharzt-Ausbildung zum Chirurgen in der Uni-Klinik in Köln habe ich 1978 beendet. Knapp vier Jahre später, im Januar 1982, habe ich dann die Nürnberger Fachklinik eröffnet – und zwar als Klinik für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin, also Beinleiden. Relativ schnell bemerkte ich aber das steigende Interesse meiner Patienten daran, schöner aussehen zu wollen. Auch wenn es viele nicht zugeben: Frauen und Männer streben nach einer harmonischen Schönheit. Diese schafft einen wohltuenden Einklang zwischen ihrem physischen und psychischen Befinden. Daher fing ich an, mich auf die Ästhetisch-Plastische Chirurgie sowie auf die Ästhetische Medizin zu konzentrieren.

Mittlerweile gibt es viele Kliniken, die Plastische Chirurgie anbieten. Was macht die Nürnberger Fachklinik so besonders?

Unser Motto lautet: Die Ästhetische Chirurgie vereint den Körper mit der Seele. Diese Philosophie, unsere langjährige Erfahrung, unsere Seriosität sowie die breiten operationstechnischen Kenntnisse setzen wir für die Patienten ein. Zum Beispiel, um angeborene oder dem Alter geschuldete physische Missstände zu beseitigen. Dabei ist stets der Mensch Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit.  – trotz mittlerweile gut 55.000 behandelter Patienten ist uns ein mechanischer Umgang mit ihnen fremd.

Was reizt Sie an der Plastischen Chirurgie?

Die psychische Wirkung einer körperlichen Veränderung. Hat sich eine junge Frau beispielsweise die flachen Brüste vergrößern lassen, tritt sie anschließend viel sicherer und selbstbewusster auf. Das fördert ein offeneres Verhalten gegenüber anderen Personen. Ein attraktives Äußeres kann auch ein Bonus für die Karriere sein. Viele unserer Patientinnen berichten uns von solchen Erfahrungen und das freut uns ganz besonders. Denn genau das ist das Ziel unserer Arbeit – Menschen das Tor zu einem erfüllteren und glücklicheren Leben zu öffnen.

Was ist Ihr Spezialgebiet? 

Die Behandlung des Lipödems. Diese basiert auf meiner Erfahrung aus der Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin. Dazu habe ich die Absaugung von Fettgewebe in der Uniklinik Köln erlernt, wo diese als „Lipexhairese“ von Prof. Schrudde entwickelt wurde. Er gilt als Experte auf diesem Gebiet und als Vater der Liposuction.

Die Nürnberger Fachklinik bietet Behandlungen für alle Bereiche des Körpers an. Gibt es Leistungen, um die Sie das Portfolio noch erweitern möchten?

Nein, keine mehr. Wir möchten unnötigen Trends im Bereich der Schönheitschirurgie keine Plattform geben. Außerdem wollen wir uns nicht an vergänglichen Wünschen der Patienten bereichern. Wir bieten daher nur die Leistungen an, die aus unserer Sicht zum langfristigen Wohlergehen beitragen.

Was halten Sie persönlich davon, ewig jung aussehen zu wollen?

Man soll so jung aussehen, wie es einem körperlich und geistig entspricht. Dass man aus diesem Grund persönlich empfundene physische Makel, die als Zeichen des Älterwerdens entstehen, entfernen möchte, ist für mich sehr gut nachvollziehbar. Durch das Modellieren der äußeren Erscheinung werden Körper und Seele wieder in Einklang gebracht.

Würden Sie selbst einen Eingriff vornehmen, um Ihr Alter zu kaschieren?

Ja, das würde ich. Aber nicht primär, um das Alter zu kaschieren. Vielmehr um die Fehlentwicklung zu beseitigen, die das Altern mit sich bringt. Dazu gehört beispielsweise die überschüssige Haut der Oberlider bei sogenannten Schlupflidern. Diese engt das Sichtfeld vieler Patienten ein. Dadurch kann deren Lebensqualität enorm sinken.

Gibt es Eingriffe, von denen Sie abraten? Und wenn ja, warum?

Auf jeden Fall. Zum Beispiel die Scheideneinengung mit Laser. Das Ergebnis ist nicht dauerhaft. Deswegen müssten die Patientinnen immer wiederkommen, um den Eingriff zu wiederholen. Außerdem bin ich grundsätzlich gegen alle schönheitschirurgischen Eingriffe bei Minderjährigen. Denn ihr Wachstum ist noch nicht vollständig abgeschlossen.

Wie bewerten Sie Trends in der Schönheitschirurgie?

Sich aufgrund einer aktuellen Mode einem Eingriff zu unterziehen, kann ich nicht unterstützen. Vor allem bei vorübergehenden Trends wie der Meghan-Markle-Nase kann ich als verantwortungsbewusster Chirurg nicht jeder Patientin den Wunsch danach erfüllen. Die Nase muss schließlich auch zum Gesicht passen. Nur um damit Geld zu verdienen, käme ein solcher Eingriff für mich nicht infrage.

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Der Gründer und Leiter der Nürnberger Fachklinik, Wilfredo Gonzales. (Bild: © Wilfredo Gonzales)

Welche Grenzen sollten verantwortungsbewusste Chirurgen hier setzen?

Sie sollten unsere medizinischen Grundsätze nicht aus den Augen verlieren. Ist ein Patientenwunsch beispielsweise nicht erfüllbar, dann sollte man dies ganz klar kommunizieren. Man sollte nichts tun, mit dem der Betroffene später unzufrieden ist. Außerdem sollten stets alle Risikofaktoren abgewogen werden. Nichts ist verwerflicher, als nur wegen des Geldes zu operieren. Ist man sich seiner Entscheidung nicht sicher, sollten Kollegen anderer Spezialgebiete konsultiert werden. Ganz wichtig ist auch, dass der psychische Aspekt nicht außer Acht gelassen wird.

Vielen Dank Herr Gonzales für das interessante Gespräch zur Vielfältigkeit ästhetisch-plastischer Chirurgie. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg!

Das Interview mit Wilfredo Gonzales führte Karin Kreuzer, AGITANO-Redakteurin.

Über Wilfredo Gonzales, Chefarzt der Nürnberger Fachklinik

Dem Gründer und Leiter der Nürnberger Fachklinik Wilfredo Gonzales geht es bei seiner Arbeit nicht darum, seinen Patienten jeden Wunsch zu erfüllen – und sei er noch so unpassend oder gar ein kurzweiliger Modetrend. Vielmehr möchte er Menschen dabei helfen, mit ihrem Körper das zu transportieren, was sie in ihrer Seele tragen. Daher nimmt er sich viel Zeit für individuelle Beratung und wendet nur international erprobte Methoden ästhetisch-plastischer Chirurgie an.

 

Karin Kreuzer

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