Gründer/innen

Auswandern & Unternehmensgründung im Ausland: Eine gute Kombination?

Junger Mann mit Reisetasche steht auf einer Asphaltstraße vor einer Stadt und betrachtet die Skyline

Für das Lebensglück in die Ferne schweifen? Diesen Ansatz verfolgen tatsächlich sehr viele Menschen, was auch die Zahlen beweisen. Denn laut Statistik sind in den Jahren 2016 bis 2019 mehr als eine Millionen Menschen aus Deutschland ausgewandert – pro Jahr. Ein zentraler Beweggrund für die Emigration ist die berufliche Situation. Ein Ortswechsel über eine große Distanz hinweg legt auch nahe, sich mit dem Thema Unternehmensgründung auseinanderzusetzen. Dieser Beitrag fasst einige Aspekte und Anregungen zusammen.

Was ist ein guter Ort für einen Neustart?

Für einen Neustart – auch mit der Gründung eines neuen Unternehmens – ist man zunächst ortsunabhängig. Doch schon allein aus praktischen Gründen sollten Wohnort und Lebensmittelpunkt einerseits und Standort für das Unternehmen andererseits nicht zu weit voneinander entfernt sein. Wer gänzlich frei ist und keine Verpflichtungen in der Region hat, kann auch überlegen, als Digitale*r Nomad*in zu leben oder direkt auszuwandern. Insbesondere im Hinblick auf die Steuersätze für kleinere und Familienunternehmen in Deutschland liegt es nahe, die Option zumindest zu prüfen.

Auch die Jobmöglichkeiten für digitale Nomad*innen an sich sind vielfältig, die grundsätzlich ein ortsunabhängiges Arbeiten ermöglichen. Dies gilt insbesondere in Bereichen wie

  • Übersetzung
  • E-Commerce und Onlineshops
  • Content und Social Media Marketing
  • Online Coaching
  • Online-Kurse.

Für all diese Bereiche und besonders im Bereich Übersetzungen ist jedoch für jeden Standort das A und O,

  • hohe Qualitätsstandards zu erfüllen
  • sich online gut in Szene zu setzen
  • ein gutes Netzwerk aufzubauen
  • sich regelmäßig weiterzubilden.

Auswandern – über Grenzen und Zeitzonen hinweg

Auch für die direkte Kommunikation mit Kund*innen und Klient*innen ist die Zeitverschiebung nicht zu vernachlässigen. Dies kann die geschäftliche Kommunikation beeinflussen. Dazu einige Beispiele:

  • Dubai in den Arabischen Emiraten ist Deutschland während der Sommerzeit zwei Stunden voraus. Da es hier keine Zeitumstellung gibt, beträgt der „Vorsprung“ im Winter nur eine Stunde.
  • Singapur hingegen ist der Mitteleuropäischen Zeit ganze sechs Stunden voraus.
  • Das schwedische Stockholm hat die gleiche Zeitzone wie Deutschland.
  • São Paulo als ein Beispiel in Brasilien hingegen ist der deutschen Zeit fünf Stunden hinterher.
  • In New York beträgt die Differenz sogar sechs Stunden.

Zentrale Entscheidungskriterien für den neuen Lebensmittelpunkt

Bei der freien Entscheidung für eine neue Homebase bietet es sich an, diese nach verschiedensten Kriterien auszuwählen, wie etwa nach

  • den persönlichen Vorlieben
  • der Höhe der Lebenserhaltungskosten
  • rechtlichen Freiheiten
  • der bestehenden Infrastruktur
  • dem Preisniveau für Immobilien
  • Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung
  • weiteren Voraussetzungen wie Visum et cetera.

Wer beispielsweise nach Dubai auswandern möchte, tut sich leichter, dies mit einer Unternehmensgründung zu verbinden. In diesem Fall lassen sich die Formalia zur Gründung plus Aufenthaltsbewilligung voraussichtlich innerhalb von einigen Wochen abwickeln. In dieser Zeit sollte ein Visum als Tourist*in zur Überbrückung genügen.

Zudem wird zum Auswandern in diesem Fall geraten, sich nach Möglichkeit keine Arbeitsstelle vor Ort zu suchen, sondern selbst zu gründen und unabhängig online zu arbeiten. Der Grund hierfür ist das vergleichsweise niedrige Gehaltsniveau für Angestellte vor Ort.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar. Weitere Informationen und allgemeine Anlaufstellen zum Auswandern aus Deutschland sowie die Rückkehr finden Sie hier auf den Seiten des Auswärtigen Amtes.

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