Einsichten & Ansichten

Claus-Peter Schaffhauser: Aaaah Wochenende

Bei uns fliegen auch manchmal Gegenstände durch die Luft, aber nicht durch Geisterhand bewegt, sondern durch meine geniale rechte  Wurfhand. Es handelt sich in den meisten Fällen um Kuscheltiere, die meine geliebten Kinder, trotz fortgeschrittenen Alters, immer noch zum Einschlafen benötigen. Es wundert mich manchmal, wo diese Kinder ihre kleinen erschöpften Körper niederlassen. Denn diese Kuscheltiere sind im gesamten Haus verteilt. Tief fliegende Stofftiere sollen meine Kinder daran erinnern, dass ich keinerlei fernöstliche Geduld mitbringe, sondern in mir noch ein Höhlenmensch schlummert, aus dem manchmal unberechenbare Urgewalten hervorbrechen können.

Wenn meine jüngere Tochter nicht beim Camping ist, übernachtet sie gerne bei ihrer besten Freundin im gegenüber liegenden Haus. Ein Multitalent angesiedelt zwischen Anne-Sophie Mutter und Steffi Graf. Ich muss rechtzeitig daran denken, mir ein paar Autogramme zu holen, welche bestimmt einmal viel Geld bei internationalen Auktionen bringen werden. Wird sie doch der einzige Mensch der westlichen Hemisphäre sein, der ein Klavierkonzert auf einem Tennisschläger geigen kann.

Ich tue an solchen Wochenende bevorzugt nichts. Na ja, nicht ganz. Ich hänge meinen Gedanken nach, lese Zeitung und versuche das Gelesene geistig zu verarbeiten und das erlernte miteinander zu verknüpfen.

Politik und Umwelt gehören ja zu meinen Lieblingsdenkfeldern. Da lese ich dann z.B. in einer überregionalen, angesehenen süddeutschen Zeitung, dass Ahmadiyya-Muslime auf ihrer Homepage davor warnen Schweinefleisch zu essen. Jetzt ist das Völlen und der übermäßige Konsum von Fleisch generell ungesund, weswegen die Grünen gerne mit einem Veggie-Day gegensteuern würden, was bei konservativen Zeitgenossen, besonders in Bayern, sofort zu Pickeln auf dem hochroten Kropf führt.

Ebenfalls weiß ich ja, dass der Koran Schweinefleisch als unrein definiert und ein gläubiger Moslem deswegen sowieso kein Schweinefleisch essen würde. Wahrscheinlich ist die „Message“ dann eher an die Ungläubigen gerichtet, insbesondere an uns Bayern, die wir mit Vorliebe Schweinshax’n, Surhaxerl auf Kraut und Schweinswürstel essen. Mahlzeit.


Fortsetzung auf Seite 3.

Christoph Schroeder

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