Wer den Cashflow berechnen möchte, will vor allem eines wissen: wie viel Geld das laufende Geschäft wirklich erwirtschaftet hat. Denn ein Gewinn auf dem Papier bezahlt noch keine Rechnung. Der kostenfreie Cashflow-Rechner von AGITANO ermittelt den operativen Cashflow aus der Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder der Bilanz und zeigt jeden Rechenschritt. Auf Wunsch kommen Free Cashflow und Cashflow-Marge dazu.
Cashflow berechnen
Gewinn laut Einnahmen-Überschuss-Rechnung für einen Zeitraum, meist das Geschäftsjahr. Ein Verlust wird mit Minus eingetragen.
Absetzungen für Abnutzung aus der Einnahmen-Überschuss-Rechnung im selben Zeitraum, einschließlich Sofortabschreibungen.
Bestände aus den Spalten der Bilanz. Nicht ausgefüllte Posten werden nicht berücksichtigt. Für eine Veränderung sind beide Bestände nötig. Ein Bestand von null wird als 0 eingetragen.
Ausgaben für Anschaffungen wie Fahrzeuge, Technik oder Software im selben Zeitraum, auch sofort abgeschriebene. Nötig für den Free Cashflow.
Umsatz ohne Umsatzsteuer im selben Zeitraum. Nötig für die Cashflow-Marge.
Pflichtfeld
Ergebnis
Das Ergebnis erscheint hier, sobald alle Pflichtangaben vorliegen.
Free Cashflow (vereinfacht)
Operativer Cashflow abzüglich Investitionen. Orientierungswert für Tilgung, Entnahmen, Ausschüttungen und Rücklagen, kein Kontostand.
Rechenweg
Cashflow-Marge
Vereinfachte Rechnung ohne alle Posten einer Kapitalflussrechnung, kein Ersatz für steuerliche oder betriebswirtschaftliche Beratung.
Zuletzt aktualisiert am Rechengrundlage: vereinfachte indirekte Methode in Anlehnung an DRS 21 (Deutscher Rechnungslegungs Standard Nr. 21, Kapitalflussrechnung). Zinsen bleiben im Ergebnis. Die Eingaben bleiben im Browser und werden nicht übertragen. Die Berechnung ist unverbindlich und ersetzt keine steuerliche oder betriebswirtschaftliche Beratung.
Grundlage: Vereinfachte indirekte Methode in Anlehnung an DRS 21, für Unternehmen mit Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder Bilanz. Berücksichtigt: Gewinn oder Jahresüberschuss, Abschreibungen, Bestände von vier Bilanzposten am Ende des Geschäftsjahres und des Vorjahres, optional Investitionen und Umsatz. Nicht berücksichtigt: Direkte Methode, Investitions- und Finanzierungsbereich, Umgliederung der Zinsen, Ergebnisse aus Anlagenverkäufen, Cashflow von Immobilien.
Cashflow berechnen mit dem Cashflow-Rechner: Das Wichtigste im Überblick
Für Berechnung und Einordnung des Cashflows sind fünf Punkte wichtig.
- Definition: Der operative Cashflow ist der Zahlungsüberschuss aus dem laufenden Geschäft eines Zeitraums. Er weicht vom Gewinn ab, weil etwa Abschreibungen und, bei einer Bilanz, offene Kundenrechnungen das Ergebnis verändern, ohne dass Geld fließt.
- Cashflow-Formel: Gewinn oder Jahresüberschuss plus Abschreibungen, bei einer Bilanz korrigiert um die Veränderung von Forderungen, Vorräten, Verbindlichkeiten und Rückstellungen. Aus 120.000 Euro Jahresüberschuss werden 147.000 Euro Cashflow.
- Vorzeichen: Steigen Forderungen oder Vorräte, sinkt der Cashflow. Steigen Verbindlichkeiten oder Rückstellungen, steigt er. 25.000 Euro mehr Forderungen heißen 25.000 Euro weniger Cashflow.
- Kennzahlen: Der Free Cashflow zieht vom operativen Cashflow die Investitionen ab. Die Cashflow-Marge setzt ihn ins Verhältnis zum Nettoumsatz: Kleine und mittlere Unternehmen kamen 2023 laut Bundesbank auf 9,0 Prozent.
- Pflicht: Die Methode folgt vereinfacht DRS 21. Eine vollständige Kapitalflussrechnung ist vor allem im Konzernabschluss und für kapitalmarktorientierte Unternehmen Pflicht.
Faustregel: Deckt der Cashflow Investitionen, Tilgung und Entnahmen nicht, schließt das Unternehmen die Lücke aus Guthaben oder mit Krediten.
Cashflow-Formel: So wird der Cashflow aus EÜR und Bilanz berechnet
Wer den Cashflow berechnen will, beginnt beim Gewinn und rechnet alles heraus, was das Ergebnis verändert hat, ohne dass Geld geflossen ist. Welche Formel gilt, hängt davon ab, ob das Unternehmen eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung macht oder bilanziert.
Formel 1: Cashflow berechnen bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung
Die erste Cashflow-Formel beantwortet, wie viel Geld kleinen Betrieben, Selbstständigen und Freiberuflern mit Einnahmen-Überschuss-Rechnung aus dem laufenden Geschäft bleibt. Weil dort Einnahmen und Ausgaben erst zählen, wenn sie gezahlt sind (§ 11 EStG), liegt der Gewinn schon nah am Zahlungsfluss.
Operativer Cashflow = Gewinn + Abschreibungen
Gelesen heißt das: Jeder Euro Abschreibung erhöht den Cashflow gegenüber dem Gewinn um einen Euro. Auch in der Einnahmen-Überschuss-Rechnung werden Anlagen über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben (§ 4 Abs. 3 EStG), die Abschreibung selbst ist aber keine Zahlung.
Gewinn plus Abschreibungen wird oft auch Brutto-Cashflow genannt. Sofortabschreibungen geringwertiger Wirtschaftsgüter zählen mit, ihren Kaufpreis erfasst der Free Cashflow als Investition.
Formel 2: Cashflow berechnen aus der Bilanz
Wer eine Bilanz erstellen muss, rechnet mit der zweiten Cashflow-Formel. Sie zeigt, welches Geld ein bilanzierendes Unternehmen aus dem laufenden Geschäft erwirtschaftet hat. Zusätzlich zu Formel 1 berücksichtigt sie vier Bilanzposten, die Geld binden oder freisetzen.
Operativer Cashflow = Jahresüberschuss + Abschreibungen − Zunahme der Forderungen − Zunahme der Vorräte + Zunahme der Verbindlichkeiten + Zunahme der Rückstellungen
Gelesen heißt das: Jeder Posten wirkt mit dem Vorzeichen seiner Veränderung. Sinkt ein Bestand, dreht sich das Vorzeichen um. Bleiben alle vier Bestände gleich, entspricht das Ergebnis Formel 1.
Formel 3: Veränderung eines Bilanzpostens berechnen
Welches Vorzeichen ein Posten in Formel 2 bekommt, hängt von seiner Veränderung ab. Die dritte Formel beantwortet, um wie viel ein Bestand im Geschäftsjahr gewachsen oder geschrumpft ist.
Veränderung = Bestand am Ende des Geschäftsjahres − Bestand am Ende des Vorjahres
Gelesen heißt das: Ein positiver Wert bedeutet, dass der Bestand gestiegen ist. Beide Werte stehen in jeder Bilanz nebeneinander (§ 265 Abs. 2 HGB), die Bezeichnungen der Posten folgen § 266 HGB.
Gestiegene Forderungen und Vorräte senken den Cashflow, gestiegene Verbindlichkeiten und Rückstellungen erhöhen ihn. Der Rechner übernimmt diese Vorzeichenlogik, eingetragen werden nur die beiden Bestände je Posten.
Rechenweg am Beispiel: 120.000 Euro Jahresüberschuss, 147.000 Euro Cashflow
Eine GmbH mit 120.000 Euro Jahresüberschuss und 35.000 Euro Abschreibungen zeigt, wie die vier Posten zusammenwirken.
| Schritt | Bestand Geschäftsjahr / Vorjahr | Wirkung auf den Cashflow |
| Jahresüberschuss | laut Gewinn- und Verlustrechnung | 120.000,00 € |
| Abschreibungen | laut Gewinn- und Verlustrechnung | +35.000,00 € |
| Forderungen gestiegen | 95.000 € / 70.000 € | -25.000,00 € |
| Vorräte gesunken | 40.000 € / 45.000 € | +5.000,00 € |
| Verbindlichkeiten gestiegen | 38.000 € / 30.000 € | +8.000,00 € |
| Rückstellungen gestiegen | 22.000 € / 18.000 € | +4.000,00 € |
| Operativer Cashflow (vereinfacht) | Summe | 147.000,00 € |
Tabelle 1: Rechenweg vom Jahresüberschuss zum operativen Cashflow, Werte aus dem Cashflow-Rechner
Der Cashflow liegt hier 27.000 Euro über dem Jahresüberschuss. Ohne den Anstieg der Forderungen wären es sogar 172.000 Euro gewesen, denn am Jahresende sind 25.000 Euro mehr an Kundenrechnungen offen als ein Jahr zuvor.
Um den Cashflow berechnen zu können, braucht es nur Zahlen aus drei Unterlagen:
- Anlage EÜR: Gewinn und Abschreibungen bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung.
- Gewinn- und Verlustrechnung: Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag und Abschreibungen bei bilanzierenden Unternehmen.
- Bilanz: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vorräte, Rückstellungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, jeweils mit Vorjahresspalte.
Investitionen stehen im Anlagenverzeichnis oder im Anlagenspiegel, der Nettoumsatz in der Gewinnermittlung.
Direkte und indirekte Methode: Zwei Wege zum operativen Cashflow
Die direkte Methode beantwortet, wie viel Geld aus dem Kerngeschäft tatsächlich ein- und ausgegangen ist.
Operativer Cashflow (direkt) = Einzahlungen aus dem Kerngeschäft − Auszahlungen für das Kerngeschäft
Gelesen heißt das: Gezählt werden nur echte Zahlungen, etwa von Kunden, an Lieferanten, an Beschäftigte und an das Finanzamt. Dafür braucht es eine Auswertung der Zahlungsströme, die in kleineren Unternehmen selten vorliegt.
Die indirekte Methode beantwortet dieselbe Frage rückwärts: Sie startet beim Ergebnis und rechnet alles heraus, was ohne Zahlung gebucht wurde.
Operativer Cashflow (indirekt) = Jahresergebnis + zahlungsunwirksame Aufwendungen − zahlungsunwirksame Erträge − Zunahme des Working Capital
Gelesen heißt das: Formel 2 ist eine vereinfachte Form dieser Rechnung. Als zahlungsunwirksam zählen dort die Abschreibungen und die Veränderung der Rückstellungen, das Working Capital bilden Forderungen und Vorräte abzüglich der Verbindlichkeiten.
Die indirekte Methode kommt mit Zahlen aus, die im Jahresabschluss ohnehin stehen. Mit vollständigen Daten führen beide Wege zum selben Ergebnis. Der Rechner nutzt die indirekte Methode in vereinfachter Form und korrigiert das Ergebnis um die wichtigsten Posten ohne Zahlungsfluss. Wer Zinsen, Anlagenverkäufe oder weitere Posten genau abbilden muss, benötigt eine detailliertere Cashflow-Berechnung, etwa anhand der Gliederung nach DRS 21.
Beispielrechnungen: Cashflow berechnen in 3 Fällen aus der Praxis
Die drei Fälle decken die entscheidenden Konstellationen ab: Cashflow über dem Gewinn, negativer Cashflow trotz Gewinn und positiver Cashflow trotz Verlust. Alle Werte sind im Cashflow-Rechner gerechnet. Wer den Cashflow berechnen und die Fälle nachvollziehen will, trägt dort dieselben Zahlen ein.
Beispiel 1: Beraterin mit 68.400 Euro Gewinn, Cashflow 74.000 Euro
Eine selbstständige Unternehmensberaterin ermittelt ihren Gewinn mit der Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Bei 142.000 Euro Umsatz fallen 5.600 Euro Abschreibungen auf Laptop und Auto an, 9.000 Euro hat sie in neue Technik investiert.
| Position | Betrag |
| Gewinn | 68.400,00 € |
| Abschreibungen | +5.600,00 € |
| Operativer Cashflow | 74.000,00 € |
| Investitionen | -9.000,00 € |
| Free Cashflow | 65.000,00 € |
| Cashflow-Marge | 52,11 % |
Von jedem Euro Umsatz bleiben gut 52 Cent als Mittelzufluss. Die Marge fällt so hoch aus, weil eine Einzelunternehmerin kein Gehalt als Aufwand bucht und aus diesem Betrag auch Lebensunterhalt, Steuern und Vorsorge bezahlt.
Beispiel 2: Großhandel mit 90.000 Euro Jahresüberschuss, Cashflow minus 15.000 Euro
Eine Großhandels-GmbH gewinnt eine Handelskette als neue Kundin und wächst auf 1,2 Millionen Euro Umsatz. Die Forderungen steigen von 80.000 auf 160.000 Euro, das Lager von 60.000 auf 100.000 Euro. Weil sie Lieferanten schneller bezahlt, um Skonto zu nutzen, sinken die Verbindlichkeiten von 40.000 auf 35.000 Euro. Die Rückstellungen bleiben bei 15.000 Euro.
| Position | Betrag |
| Jahresüberschuss | 90.000,00 € |
| Abschreibungen | +20.000,00 € |
| Forderungen gestiegen | -80.000,00 € |
| Vorräte gestiegen | -40.000,00 € |
| Verbindlichkeiten gesunken | -5.000,00 € |
| Rückstellungen unverändert | 0,00 € |
| Operativer Cashflow | -15.000,00 € |
| Cashflow-Marge | -1,25 % |
Trotz 90.000 Euro Jahresüberschuss fließt mehr Geld ab als zu, der Rechner meldet einen negativen Cashflow. Wachstum kostet zunächst Geld: 125.000 Euro stecken zusätzlich in Kundenforderungen, im Lager und in früher bezahlten Lieferantenrechnungen.
Beispiel 3: Handwerksbetrieb mit 12.000 Euro Verlust, Cashflow 35.000 Euro
Eine Handwerks-GmbH schließt das Jahr nach 38.000 Euro Abschreibungen auf Maschinen und Fahrzeuge mit einem Fehlbetrag von 12.000 Euro ab. Weil Kunden ältere Rechnungen beglichen haben, sinken die Forderungen von 74.000 auf 61.000 Euro. Die Rückstellungen gehen von 21.000 auf 17.000 Euro zurück, und 45.000 Euro fließen in einen neuen Transporter. Die Felder für Vorräte und Verbindlichkeiten bleiben leer. Den Fehlbetrag trägt sie im Rechner mit Minus ein.
| Position | Betrag |
| Jahresüberschuss | -12.000,00 € |
| Abschreibungen | +38.000,00 € |
| Forderungen gesunken | +13.000,00 € |
| Rückstellungen gesunken | -4.000,00 € |
| Operativer Cashflow | 35.000,00 € |
| Investitionen | -45.000,00 € |
| Free Cashflow | -10.000,00 € |
Der Rechner zeigt zwei Hinweise: Trotz Verlust ist der Cashflow positiv, und die Investition übersteigt ihn. Die fehlenden 10.000 Euro muss der Betrieb aus dem Kontoguthaben oder über eine Finanzierung decken.
Wann der Cashflow-Rechner unterstützt: 8 Anwendungsfälle
Der Rechner unterstützt überall dort, wo aus einem Jahresergebnis eine Aussage über verfügbares Geld werden soll:
- Vor dem Bankgespräch: Banken prüfen den Kapitaldienst, also ob Zins und Tilgung aus dem laufenden Geschäft bezahlt werden können. Mit dem Cashflow lässt sich auch der Bedarf für einen Betriebsmittelkredit begründen.
- Nach dem Jahresabschluss: Liegt die Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder die Bilanz vor, lässt sich der Cashflow berechnen und in wenigen Minuten sehen, welcher Posten den Unterschied zum Gewinn erklärt.
- Vor Entnahmen und Ausschüttungen: Wer mehr entnimmt oder ausschüttet, als das laufende Geschäft hergibt, braucht dafür Guthaben oder Kredite. Der Wert zeigt den Spielraum, bevor Steuervorauszahlungen und Kreditraten fällig werden.
- Vor einer größeren Anschaffung: Mit dem Feld für Investitionen zeigt der Free Cashflow, ob sich Ausgaben für Anlagen aus eigener Kraft tragen oder eine Finanzierung brauchen.
- Mehrjahresvergleich und Frühwarnung: Wer die Werte von drei bis fünf Jahren nebeneinanderlegt, sieht, ob die Innenfinanzierungskraft wächst. Ein über Jahre sinkender Cashflow zeigt Probleme oft früher als der Gewinn.
- Nachfolge und Unternehmensverkauf: Käufer und finanzierende Banken bewerten einen Betrieb nach dem Geld, das er nachhaltig erwirtschaftet. Der Cashflow der letzten Jahre gibt dafür eine erste Orientierung.
- Zahlen des Steuerbüros verstehen: Kennzahlen aus den Auswertungen der Kanzlei lassen sich nachrechnen. Abweichungen zeigen, welche Posten die Kanzlei zusätzlich berücksichtigt.
- Lernen und Lehren: Die Aufschlüsselung der Rechenschritte macht die indirekte Methode für Auszubildende, Studierende und Gründer greifbar.
Wer für das kommende Jahr Planwerte einträgt, erhält einen geplanten Jahreswert. Für die Steuerung von Woche zu Woche braucht es zusätzlich einen Liquiditätsplan.
Cashflow-Arten, Free Cashflow und Cashflow-Marge: Was die Kennzahlen zeigen
Der operative Cashflow ist einer von drei Teilen der Kapitalflussrechnung. Free Cashflow und Cashflow-Marge bauen auf ihm auf, die Marge macht ihn zwischen Jahren und Unternehmen vergleichbar.
Die drei Cashflow-Arten: Laufende Geschäftstätigkeit, Investition, Finanzierung
Eine Kapitalflussrechnung ordnet jede Zahlung eines Zeitraums einem Bereich zu. Pflicht ist sie als Teil jedes Konzernabschlusses (§ 297 Abs. 1 HGB) und für kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften ohne Konzernabschluss (§ 264 Abs. 1 Satz 2 HGB), über das Publizitätsgesetz auch für kapitalmarktorientierte Unternehmen anderer Rechtsformen (§ 5 Abs. 2a PublG). Für die übrigen Unternehmen ist sie in der Regel freiwillig.
Die drei Bereiche unterscheiden sich so:
- Laufende Geschäftstätigkeit: Zahlungen aus dem Kerngeschäft, also von Kunden, an Lieferanten, an Beschäftigte und für Steuern. Diesen Teil bildet der Rechner vereinfacht ab.
- Investitionstätigkeit: Auszahlungen für Maschinen, Fahrzeuge, Software oder Beteiligungen und Einzahlungen aus deren Verkauf.
- Finanzierungstätigkeit: Aufnahme und Tilgung von Krediten, Einlagen, Ausschüttungen und nach DRS 21 auch gezahlte Zinsen.
Zusammen ergeben die drei Bereiche, wie sich der Bestand an flüssigen Mitteln verändert hat.
Free Cashflow: Was nach Investitionen frei bleibt
Der Free Cashflow beantwortet, wie viel Geld nach den Investitionen eines Zeitraums frei bleibt.
Free Cashflow = operativer Cashflow − Investitionen
Gelesen heißt das: Bleibt der Wert positiv, steht das Geld für Kreditraten, Gewinnverwendung oder Reserven bereit. Ist er negativ, muss die Lücke aus Guthaben oder einer Finanzierung kommen. Investitionen sind dabei sämtliche Ausgaben für Anlagen im Zeitraum.
Wer den Free Cashflow berechnen will, trägt im Rechner zusätzlich die Investitionen ein. Auch beim Cashflow in der Unternehmensbewertung steht diese Größe im Mittelpunkt.
Ein negativer Free Cashflow ist in einem Investitionsjahr nichts Ungewöhnliches. Heikel wird es, wenn er über mehrere Jahre negativ bleibt, ohne dass eine Finanzierung dahintersteht. Für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die vom 1. Juli 2025 bis Ende 2027 angeschafft werden, ist eine degressive Abschreibung von bis zu 30 Prozent im Jahr möglich, höchstens das Dreifache des linearen Satzes (§ 7 Abs. 2 EStG). Das drückt den Gewinn im Anschaffungsjahr, den Cashflow aber nicht.
Experten-Tipp!
Vor dem Bankgespräch lohnt es sich, den Free Cashflow der letzten drei Jahre nebeneinanderzulegen. Banken achten auf die Entwicklung, und wer einen Ausreißer mit einer konkreten Investition erklären kann, wirkt gut vorbereitet.
Cashflow-Marge: Formel und Vergleichswerte der Bundesbank
Die Cashflow-Marge beantwortet, wie viel Prozent vom Umsatz als Mittelzufluss im Unternehmen bleiben.
Cashflow-Marge in % = operativer Cashflow ÷ Nettoumsatz × 100
Gelesen heißt das: Eine Marge von 9 Prozent bedeutet, dass von 100 Euro Umsatz 9 Euro als Geld im Unternehmen bleiben. Einen festen Grenzwert gibt es nicht.
Wer seinen Cashflow berechnen und einordnen will, braucht deshalb einen Maßstab. Wie andere Key Performance Indicators wird die Marge erst im Vergleich aussagekräftig, mit dem Vorjahr oder mit Unternehmen ähnlicher Größe. Die Deutsche Bundesbank weist den Cashflow in ihrer Jahresabschlussstatistik in Prozent des Umsatzes aus, getrennt nach Größenklassen und nach Rechtsformen.
| Unternehmensgruppe | 2022 | 2023 |
| Alle Unternehmen | 7,2 % | 6,9 % |
| Kleine und mittlere Unternehmen (unter 50 Mio. Euro Umsatz) | 9,1 % | 9,0 % |
| Großunternehmen | 6,5 % | 6,1 % |
| KMU in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft | 6,1 % | 6,3 % |
| KMU als Einzelunternehmen oder Personengesellschaft | 13,6 % | 13,3 % |
Tabelle 2: Cashflow in Prozent des Umsatzes nach Größe und Rechtsform, nur von der Bundesbank erfasste Wirtschaftsbereiche (Quelle: Deutsche Bundesbank, Jahresabschlussstatistik, hochgerechnete Angaben, Stand Dezember 2025)
Die Bundesbank bildet ihren Cashflow aus Jahresergebnis, Abschreibungen und der Veränderung von Rückstellungen, Sonderposten mit Rücklageanteil und Rechnungsabgrenzungsposten, also ohne Forderungen, Vorräte und Verbindlichkeiten (Einführungsband). Bei inhabergeführten Einzelunternehmen und Personengesellschaften steckt zudem der Unternehmerlohn im Ergebnis, deshalb fallen ihre Margen höher aus. Für eine kleine oder mittlere GmbH sind die 6,3 Prozent der passendere, aber nur grobe Maßstab.
Praxisbeispiel: Maschinenbauer mit 14,2 Millionen Euro Umsatz und neuer Fräsmaschine
Ausgangslage: Ein Maschinenbauunternehmen mit rund 80 Beschäftigten schließt das Geschäftsjahr bei 14,2 Millionen Euro Umsatz mit 640.000 Euro Jahresüberschuss ab. Im Herbst hat die Geschäftsführung eine neue Fräsmaschine für 900.000 Euro aus eigenen Mitteln bezahlt. Viele Kunden sind Automobilzulieferer, die lange Zahlungsziele verlangen. Im Frühjahr steht das Jahresgespräch mit der Hausbank an.
Vorgehen: Der kaufmännische Leiter trägt die Zahlen aus der Bilanz in den Rechner ein: 410.000 Euro Abschreibungen, Forderungen von 2,08 auf 2,35 Millionen Euro, Vorräte von 1,75 auf 1,92 Millionen Euro, Verbindlichkeiten von 910.000 auf 980.000 Euro und Rückstellungen von 470.000 auf 520.000 Euro, dazu Investition und Umsatz.
Ergebnis: Der operative Cashflow liegt bei 730.000 Euro und damit 90.000 Euro über dem Jahresüberschuss, weil die hohen Abschreibungen das gebundene Geld mehr als ausgleichen. Die Marge liegt mit 5,14 Prozent unter den 6,3 Prozent aus Tabelle 2. Ohne die Veränderung des Working Capital läge die Marge rechnerisch bei 7,75 Prozent. Der Abstand zu Tabelle 2 geht damit vor allem auf das gebundene Geld zurück. Der Free Cashflow beträgt minus 170.000 Euro, der Rechner meldet, dass die Investition den Cashflow übersteigt. Für die Bank bereitet der kaufmännische Leiter zwei Antworten vor: Die Maschine ist ein einmaliger Kauf, und die 440.000 Euro, die zusätzlich in Forderungen und Lager stecken, sollen über kürzere Zahlungsziele und weniger Sicherheitsbestand bis zum Jahresende wieder frei werden.
Gewinn ist nicht gleich Cashflow: Wo Geld im Working Capital stecken bleibt
Ein Unternehmen kann Gewinn ausweisen und trotzdem in Zahlungsnot geraten. Der Cashflow ist die Antwort auf die Frage, ob das laufende Business Geld einbringt oder verbrennt. Wie sich die Liquidität im Unternehmen sichern lässt, zeigt ein eigener Beitrag. Wer den Cashflow berechnen lässt, sieht schwarz auf weiß, wo das Geld steckt.
Forderungen, Vorräte, Tilgung: Wo das Geld gebunden ist
Wie viel Geld im Tagesgeschäft gebunden ist, beantwortet das operative Working Capital.
Operatives Working Capital = Forderungen aus Lieferungen und Leistungen + Vorräte − Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Gelesen heißt das: Steigt das Working Capital, sinkt der Cashflow um denselben Betrag. Diese Veränderung rechnet der Cashflow-Rechner zusammen mit den Rückstellungen aus den Bilanzposten heraus.
Forderungen sind Umsatz, der gebucht, aber noch nicht bezahlt ist. Laut Creditreform räumten Unternehmen im ersten Halbjahr 2026 im Schnitt 32,21 Tage Zahlungsziel ein, Kunden zahlten zusätzlich 8,14 Tage zu spät. Bis das Geld da ist, vergehen also 40,35 Tage, bei kleinen Unternehmen lag der Zahlungsverzug bei 10,52 Tagen.
Wie lange das eigene Geld bei Kunden liegt, beantwortet die Forderungslaufzeit.
Forderungslaufzeit in Tagen = Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ÷ Umsatz inklusive Umsatzsteuer × 365
Gelesen heißt das: Der Wert zeigt, wie viele Tage Umsatz rechnerisch bei Kunden offen sind. Die 40,35 Tage von Creditreform sind aus Zahlungszielen und Verzug ermittelt und taugen deshalb nur als grobe Orientierung. Weil Forderungen die Umsatzsteuer enthalten, gehört sie auch in den Umsatz.
Wer offene Forderungen konsequent eintreiben will, verkürzt diese Zeit. Vorräte binden Geld, solange Material und Waren im Lager liegen. Die Tilgung eines Darlehens mindert den Gewinn nicht, kostet aber Geld und muss aus dem Free Cashflow bezahlt werden. Ein Betrieb mit solidem Gewinn kann deshalb knapp bei Kasse sein, wenn Forderungen, Lager und Tilgung zugleich wachsen.
Wie die vier Bilanzposten im Rechner auf den Cashflow wirken und woran sich jede Bewegung im Alltag erkennen lässt, zeigt die Grafik.
Mit der Merkregel aus der Grafik lässt sich auch in einer fremden Bilanz schnell einschätzen, wie die Posten auf den Cashflow wirken. Wie stark ein einzelner Posten das Konto belasten kann, zeigt das folgende Praxisbeispiel.
Praxisbeispiel: Agentur mit 84.000 Euro Jahresüberschuss und knappem Konto
Ausgangslage: Eine Werbeagentur in der Rechtsform einer GmbH erzielt 520.000 Euro Umsatz und schließt das Jahr mit 84.000 Euro Jahresüberschuss ab. Trotzdem musste die Geschäftsführerin im Herbst zweimal den Kontokorrentrahmen ausschöpfen, um Gehälter pünktlich zu zahlen. Die Bank fragt bei der Verlängerung des Rahmens nach dem Grund.
Vorgehen: Sie trägt den Jahresüberschuss, 9.000 Euro Abschreibungen und 15.000 Euro Investitionen in den Rechner ein, dazu die Bestände: Verbindlichkeiten von 19.000 auf 21.000 Euro, Rückstellungen von 12.000 auf 14.000 Euro und Forderungen von 64.000 auf 118.000 Euro. Vorräte führt die Agentur nicht, die Felder bleiben leer. Die Aufschlüsselung zeigt die Ursache: Zwei Großkunden begleichen ihre Rechnungen erst nach 60 Tagen. Mit 19 Prozent Umsatzsteuer gerechnet liegt die Forderungslaufzeit bei rund 70 Tagen.
Ergebnis: Der operative Cashflow liegt mit 43.000 Euro bei gut der Hälfte des Jahresüberschusses, die Marge bei 8,27 Prozent, der Free Cashflow bei 28.000 Euro. Ohne den Anstieg der Forderungen hätte der Cashflow bei 97.000 Euro gelegen. Die Agentur vereinbart mit neuen Kunden Abschlagszahlungen von 30 Prozent bei Auftragsvergabe und stellt Rechnungen künftig am Tag der Abnahme.
5 Hebel, mit denen sich der Cashflow verbessern lässt
Wer den Cashflow berechnen und verbessern will, setzt bei Forderungen, Vorräten und Lieferantenverbindlichkeiten an, beim Free Cashflow zusätzlich bei den Investitionen. Wie verbreitet knappe Kassen sind, zeigt die DIHK-Konjunkturumfrage vom Frühsommer 2026. Ein Fünftel der Betriebe meldete Liquiditätsengpässe, 14 Prozent zunehmende Forderungsausfälle.
Diese fünf Hebel wirken direkt:
- Rechnungen sofort stellen: Jeder Tag zwischen Leistung und Rechnung verlängert die Zeit, in der Geld bei Kunden liegt.
- Abschläge vereinbaren: Anzahlungen und Abschlagsrechnungen holen Geld nach vorn, vor allem bei längeren Projekten.
- Lieferantenziele nutzen: Wer Zahlungsziele mit Lieferanten verhandeln kann, erhöht die Verbindlichkeiten und damit den Cashflow. Wer dafür auf 2 Prozent Skonto verzichtet, um 20 Tage später zu zahlen, zahlt umgerechnet rund 37 Prozent Jahreszins.
- Lager schlanker führen: Kleinere Sicherheitsbestände und häufigere Bestellungen senken die Vorräte.
- Investitionen planen: Große Anschaffungen in ein Jahr mit starkem Cashflow legen oder über Leasing und Kredit strecken.
Weitere Ansätze zeigen die Tipps fürs Cashflow-Management.
Experten-Tipp!
Abschlagszahlungen lassen sich am leichtesten bei Neukunden einführen. Bei Bestandskunden fällt die Umstellung weniger auf, wenn sie mit einem neuen Rahmenvertrag oder der nächsten Preisanpassung kommt.
7 Fehler beim Berechnen des Cashflows und wie sie sich vermeiden lassen
Wer den Cashflow berechnen will, sollte diese sieben Fehler kennen:
- Vorzeichen vertauscht: Gestiegene Forderungen werden addiert statt abgezogen, und der Wert liegt um das Doppelte der Veränderung daneben. Im Rechner passiert das nicht, weil er die Vorzeichen aus den beiden Beständen ableitet.
- Gewinn mit Cashflow gleichgesetzt: Ein hoher Gewinn sagt wenig über das Konto, wenn Kundenforderungen oder Lagerbestände wachsen. Gerade in Wachstumsjahren gehen beide Größen weit auseinander.
- Investitionen zu früh abgezogen: Ausgaben für Anlagen gehören in den Free Cashflow. Im operativen Wert verzerren sie den Vergleich, weil ein Investitionsjahr dann schwächer wirkt als ein ruhiges Jahr.
- Privatentnahmen als Aufwand behandelt: Entnahmen mindern weder den Gewinn noch den operativen Wert. Sie werden erst danach aus dem verfügbaren Geld bezahlt.
- Zeiträume gemischt: Ein Jahresüberschuss aus dem Abschluss und Bestände aus einer Zwischenbilanz passen nicht zusammen. Ergebnis, Abschreibungen und beide Bestände je Posten müssen dasselbe Geschäftsjahr betreffen.
- Umsatz brutto eingetragen: Für die Cashflow-Marge zählt der Nettoumsatz. Mit 19 Prozent Umsatzsteuer im Umsatz fällt die Marge um rund ein Sechstel zu niedrig aus.
- Kreditraten als Aufwand gezählt: Die Tilgung gehört zur Finanzierungstätigkeit und hat im operativen Cashflow nichts zu suchen. Zinsen sind dagegen Aufwand und stecken im Ergebnis bereits drin.
Wer die Eingaben vor dem Rechnen mit dem Abschluss abgleicht, vermeidet viele dieser Fehler.
Grenzen des Cashflow-Rechners: Was er nicht abbildet
Mit dem Rechner lässt sich der vereinfachte operative Cashflow berechnen, wie ihn kleine und mittlere Betriebe für die eigene Steuerung brauchen. Diese Fälle bildet er nicht ab:
- Vollständige Kapitalflussrechnung: Investitions- und Finanzierungsbereich sowie die direkte Methode fehlen. Wo eine Kapitalflussrechnung vorgeschrieben oder verlangt ist, etwa im Konzernabschluss, reicht der Wert deshalb nicht.
- Zinsen nach DRS 21: Gezahlte Zinsen bleiben im Ergebnis. Nach dem Standard zählen sie zur Finanzierung, bei Unternehmen mit Krediten liegt der Wert deshalb in der Regel etwas niedriger als ein operativer Cashflow nach DRS 21.
- Anlagenverkäufe: Gewinne und Verluste aus dem Verkauf von Anlagen werden nicht herausgerechnet. Wer eine Maschine mit Buchgewinn verkauft hat, sieht einen zu hohen Wert.
- Weitere Bilanzposten: Sonstige Vermögensgegenstände, sonstige Verbindlichkeiten, Rechnungsabgrenzungsposten und Zuschreibungen fließen nicht ein. Bei hohen erhaltenen Anzahlungen oder Steuerforderungen kann das Ergebnis spürbar abweichen.
- Immobilien: Den Cashflow einer vermieteten Wohnung aus Miete, Zins und Tilgung berechnet der Rechner nicht. Viele Treffer zum Stichwort Cashflow-Rechner meinen genau diese Rechnung.
- Monatsplanung: Der Rechner bewertet einen abgeschlossenen Zeitraum und ersetzt keine Liquiditätsplanung Monat für Monat. Saisonale Engpässe innerhalb des Jahres bleiben im Jahreswert unsichtbar.
- Branchenvergleich: Der Rechner liefert keine Vergleichswerte. Zahlen wie die der Bundesbank beruhen auf einer anderen Cashflow-Definition und eignen sich nur zur groben Einordnung des eigenen Ergebnisses.
Für Jahresabschluss, Bankunterlagen oder Unternehmensbewertung gehört der vollständige Cashflow in die Hände der Steuerberatung oder Wirtschaftsprüfung.
Fazit: Cashflow berechnen trennt Gewinn auf dem Papier von Geld auf dem Konto
Cashflow berechnen heißt, den Gewinn um alles zu bereinigen, was kein Geld bewegt hat. Bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung genügen Gewinn und Abschreibungen, bei der Bilanz kommen Forderungen, Vorräte, Verbindlichkeiten und Rückstellungen hinzu.
Free Cashflow und Cashflow-Marge zeigen, was nach Investitionen frei bleibt und wie das Ergebnis im Vergleich dasteht. Die Beispiele machen deutlich, dass gerade wachsende Betriebe Geld in Forderungen und Lager binden und trotz Gewinn ins Minus rutschen können, wie der Großhändler aus Beispiel 2.
Wer den Cashflow nach jedem Abschluss und vor jedem Bankgespräch berechnet, erkennt früh, ob Wachstum Geld bringt oder bindet. Der Cashflow-Rechner liefert den Wert in wenigen Minuten und zeigt, welcher Posten die Abweichung vom Gewinn erklärt. Für Abschluss, Bewertung und Finanzierung bleibt die Steuerberatung die richtige Adresse.
Diese kostenfreien Rechner von AGITANO ergänzen den Cashflow-Rechner:
- AfA-Rechner ermittelt die jährlichen Abschreibungen einer Anschaffung, linear, degressiv oder für Elektroautos.
- Margenrechner zeigt, wie viel vom Verkaufspreis als Marge bleibt, und ermittelt Verkaufspreis und Aufschlag.
- Deckungsbeitragsrechner prüft, welchen Beitrag ein Produkt zur Deckung der Fixkosten leistet.
- Break-Even-Point-Rechner zeigt, ab welcher Menge oder welchem Umsatz ein Geschäft seine Kosten trägt.
- Rendite-Rechner berechnet, welche Rendite eine Geldanlage oder Investition bringt.
Alle Rechner stehen kostenfrei auf agitano.com bereit.
Häufige Fragen (FAQ): Cashflow berechnen, Cashflow-Rechner und Kennzahlen
Den Cashflow berechnet man, indem man zum Gewinn oder Jahresüberschuss die Abschreibungen addiert. Bilanzierende Unternehmen ziehen zusätzlich gestiegene Forderungen und Vorräte ab und addieren gestiegene Verbindlichkeiten und Rückstellungen.
Sinken die Bestände, gilt das umgekehrte Vorzeichen. Für eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung genügen Gewinn und Abschreibungen aus der Anlage EÜR. Der kostenfreie Cashflow-Rechner von AGITANO setzt die Vorzeichen selbst, wenn je Posten der aktuelle Bestand und der Vorjahresbestand eingetragen sind. Wer den Cashflow berechnen möchte, findet alle nötigen Zahlen im Jahresabschluss.
Die drei Arten von Cashflow sind der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit und aus Finanzierungstätigkeit. Zusammen ergeben sie, wie sich die flüssigen Mittel eines Unternehmens in einem Zeitraum verändert haben.
Der erste Teil heißt auch operativer Cashflow und zeigt die Ertragskraft in Geld. Der zweite erfasst Ausgaben für Anlagen und Erlöse aus deren Verkauf, der dritte Kredite, Tilgungen, Einlagen und Ausschüttungen. Der Cashflow-Rechner ermittelt den ersten Teil in vereinfachter Form. Getrennt ausweisen müssen alle drei Teile nur Unternehmen mit Pflicht zur Kapitalflussrechnung.
Cashflow und Gewinn sind verschiedene Größen. Abschreibungen mindern den Gewinn, ohne dass im selben Zeitraum Geld fließt. Bei bilanzierenden Unternehmen stehen zudem Umsätze im Gewinn, die Kunden noch nicht bezahlt haben.
Ein bilanzierender Betrieb kann deshalb Gewinn machen und zugleich Zahlungsschwierigkeiten bekommen, wenn Kunden spät zahlen oder das Lager wächst. Umgekehrt ist trotz Verlust ein positiver Cashflow möglich, wenn hohe Abschreibungen das Ergebnis drücken. Für die Zahlungsfähigkeit zählt der Cashflow. Der Cashflow-Rechner erklärt die Differenz Posten für Posten.
Ein Cashflow ist gut, wenn er positiv ist und Investitionen, Tilgung und Entnahmen aus eigener Kraft trägt. Als Maßstab dient die Cashflow-Marge: Kleine und mittlere Unternehmen erreichten 2023 laut Bundesbank 9,0 Prozent vom Umsatz.
Der Wert hängt stark von Branche und Rechtsform ab. Kapitalgesellschaften unter den KMU kamen auf 6,3 Prozent, Einzelunternehmen und Personengesellschaften auf 13,3 Prozent, weil dort bei Inhaberführung der Unternehmerlohn im Ergebnis steckt. Aussagekräftiger als ein einzelner Wert ist die Entwicklung über mehrere Jahre. Ein über Jahre negativer Cashflow ist ein Warnsignal.
Den operativen Cashflow berechnet man indirekt: Jahresüberschuss plus Abschreibungen, minus gestiegene Forderungen und Vorräte, plus gestiegene Verbindlichkeiten und Rückstellungen. Bei sinkenden Beständen kehrt sich das Vorzeichen um.
Diese indirekte Methode startet beim Ergebnis und rechnet zahlungsunwirksame Posten heraus. Die direkte Methode zählt dagegen alle Ein- und Auszahlungen aus dem Kerngeschäft zusammen. Mit vollständigen Zahlen ergeben beide Wege denselben Betrag, die indirekte ist mit Zahlen aus dem Abschluss aber leichter umzusetzen. Der Cashflow-Rechner nutzt sie in vereinfachter Form.
Ein negativer Cashflow bedeutet, dass das laufende Geschäft im Zeitraum mehr Geld verbraucht als eingebracht hat. Die Lücke muss aus Reserven, Krediten oder Einlagen der Eigentümer gedeckt werden.
Ein einzelnes negatives Jahr entsteht oft durch Wachstum, wenn Forderungen und Lager schneller steigen als der Gewinn, wie im Großhandelsbeispiel dieses Beitrags. Hält der Zustand an, schrumpfen die Reserven. Ein negativer Free Cashflow ist in Investitionsjahren dagegen häufig und für sich allein noch kein Warnsignal. Der Rechner zeigt in beiden Fällen einen Hinweis.
EBITDA und Cashflow sind nicht dasselbe. Der EBITDA ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen und lässt gezahlte Steuern sowie gebundenes Geld in Forderungen und Lager außen vor.
EBITDA dient oft als grobe Näherung für die operative Ertragskraft, etwa bei Bewertungen und in Kreditverträgen. Der operative Cashflow geht weiter, weil er auch Veränderungen im Umlaufvermögen erfasst. Bei stark wachsenden Unternehmen liegt er deshalb oft deutlich unter dem EBITDA. Der Cashflow-Rechner ermittelt kein EBITDA, er zeigt den vereinfachten operativen Cashflow.
Der Cashflow ist eine Kennzahl, die Kapitalflussrechnung eine vollständige Aufstellung aller Zahlungsströme eines Zeitraums. Sie gliedert die Zahlungen in laufende Geschäftstätigkeit, Investition und Finanzierung und zeigt so, woher das Geld kommt und wohin es fließt.
Der operative Cashflow ist damit ein Teil der Kapitalflussrechnung. Pflicht ist die vollständige Rechnung in jedem Konzernabschluss und für kapitalmarktorientierte Unternehmen ohne Konzernabschluss. Den Aufbau regelt der Standard DRS 21. Kleinere Unternehmen nutzen häufig nur den operativen Cashflow als Kennzahl für die eigene Steuerung.
Free Cashflow = operativer Cashflow − Investitionen. Die Kennzahl zeigt, wie viel Geld nach den Ausgaben für Anlagen für Schuldendienst, Entnahmen oder Reserven bleibt.
Als Investitionen zählen alle Ausgaben für Anlagegüter im Zeitraum, auch sofort abgeschriebene. In der Unternehmensbewertung wird der Free Cashflow teils feiner abgegrenzt, etwa mit Zinsen oder Verkaufserlösen. Der Cashflow-Rechner zeigt ihn an, sobald das Feld für Investitionen ausgefüllt ist. Beispiel: 730.000 Euro operativer Cashflow und 900.000 Euro Investitionen ergeben minus 170.000 Euro.
Ein Cashflow-Rechner ist ein Online-Werkzeug, das aus wenigen Zahlen des Jahresabschlusses den Cashflow eines Unternehmens ermittelt. Der kostenfreie Rechner von AGITANO nutzt die vereinfachte indirekte Methode und trennt zwischen Einnahmen-Überschuss-Rechnung und Bilanz.
Auf Wunsch zeigt er zusätzlich Free Cashflow und Marge, wenn Investitionen und Umsatz eingetragen sind, und schlüsselt jeden Rechenschritt auf. Viele Rechner im Netz mit ähnlichem Namen berechnen dagegen den Cashflow einer vermieteten Immobilie. Diese Rechnung deckt der Unternehmensrechner nicht ab. Die nötigen Zahlen stehen im Jahresabschluss.
Quellen und Rechtsgrundlagen
Der Beitrag stützt sich auf diese Gesetze und Standards:
- § 4 Abs. 3 EStG: Einnahmen-Überschuss-Rechnung
- § 7 EStG: Absetzung für Abnutzung, degressive Abschreibung
- § 11 EStG: Zufluss- und Abflussprinzip
- § 264 HGB: Kapitalflussrechnung bei kapitalmarktorientierten Kapitalgesellschaften
- § 265 HGB: Vorjahresbeträge in der Bilanz
- § 266 HGB: Gliederung der Bilanz
- § 297 HGB: Kapitalflussrechnung im Konzernabschluss
- § 5 PublG: Rechnungslegung kapitalmarktorientierter Unternehmen nach dem Publizitätsgesetz
- DRS 21 Kapitalflussrechnung, Deutsches Rechnungslegungs Standards Committee
Die Gesetze sind in der jeweils geltenden Fassung verlinkt.
Disclaimer und Rechtsstand
Disclaimer: Der Cashflow-Rechner und dieser Beitrag dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine steuerliche, rechtliche oder betriebswirtschaftliche Beratung. Alle Angaben ohne Gewähr. Für Entscheidungen zu Abschluss, Finanzierung oder Bewertung empfiehlt sich der Rat einer Steuerberatung oder Wirtschaftsprüfung.
Rechtsstand: Einkommensteuergesetz, Handelsgesetzbuch und Publizitätsgesetz in der am 31. Oktober 2026 geltenden Fassung, DRS 21 mit der letzten Änderung vom 16. Juni 2023. Zuletzt aktualisiert am 31. Oktober 2026.
Autor: Oliver Foitzik, Herausgeber und Chefredakteur von AGITANO.


