Wirtschaft

American Airlines will sich mit Insolvenz von den Schulden befreien

American Airlines, die drittgrößte Fluggesellschaft der USA, ist insolvent. Am Dienstag wurde der Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechts beantragt. Allein in den ersten neun Monaten 2011 waren 884 Millionen Dollar Verlust aufgelaufen. Die Fluggesellschaft kämpft mit den hohen Spritpreisen und der starken Konkurrenz. Ziel der Insolvenz ist es, sich von Schulden zu befreien, um wieder durchstarten zu können. Der Flugbetrieb läuft zunächst normal weiter. Zugleich wird auch die Unternehmensspitze ausgewechselt: Thomas Horton folgt dem bisherigen Firmenchef Gerard Arpey nach. Die langfristigen Auswirkungen der Insolvenz sind noch unklar: American Airlines hatte erst vor wenigen Monaten einen Großauftrag für neue Flugzeuge an Airbus und Boeing vergeben.

Die USA haben zwei unterschiedliche Insolvenzverfahren, die nach den jeweiligen Kapiteln des US-Konkursrechts als Chapter 7 und Chapter 11 bezeichnet werden. Ziel eines Chapter-7-Verfahrens ist die Liquidierung eines bankrotten Unternehmens. Das Chapter-11-Verfahren ist dem gegenüber eher ein Sanierungsverfahren unter gerichtlicher Aufsicht, mit dem Erhalt des Unternehmens als oberster Priorität. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zum deutschen Insolvenzrecht: Beispielsweise gibt es keinen Insolvenzverwalter, stattdessen behält das bisherige Management fast immer die Kontrolle über das Tagesgeschäft, ist aber teilweise auf die Genehmigung seitens des zuständigen Gerichts angewiesen. Dem Schuldner wird dabei ein zeitlicher Schutz vor den Gläubigern gewährt, um sich zu sanieren.

 

 

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