Neue Medien

Anonymous: Datenleak des deutschen Bundestages und tschechischer ACTA-Unterstützer

Aktivisten des Anonymous-Netzwerkes haben die Daten von 27.000 Mitgliedern der konservativen ODS-Partei (Občanská demokratická strana – Demokratische Bürgerpartei) veröffentlicht. Darunter befinden sich neben den Namen und Adressen der Mitglieder auch deren private Telefonnummern. Ein Sprecher von ODS verurteilte die Aktion. Anonymous begründete den Vorgang mit dem Protest gegen das ACTA-Abkommen, welches von Tschechien Ende Januar unterzeichnet wurde.

Unterdessen scheint es anderen Aktivisten aus demselben Umfeld gelungen zu sein, in die IT-Sektion des deutschen Bundestages einzudringen. Über eine Sicherheitslücke im Online-Informations-System, es handelt sich wohl um fehlerhaft gesetzte Zugriffsberechtigungen, konnten die Angreifer auf interne Dokumente zugreifen. Anonymous veröffentlichte die Schriftstücke über die Plattform Pastebin. Gleichzeitig machten sich die Aktivisten über den mangelnden Datenschutz der Regierung lustig: „Wenn der deutsche Bundestag schon so mit eigenen Daten und Dokumenten umgeht, was passiert mit den Daten der Bürger? [irone]ACTA wird uns davor sicher schützen, oh wait … geistiges Eigentum?[/ironie]“

Der Inhalt der betreffenden Dateien betrifft den Luftschlag von Kunduz aus dem September 2009. Bei dem von deutschen Truppen angeforderten Luftangriff durch US-Verbände auf einen Tanklastzug kamen über 140 Menschen ums Leben. Der überwiegende Teil bestand aus Zivilisten.

(sm)

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