Energie & Umwelt

Biospritproduktion aus Braunalgen gegenüber dem Mais verfünffacht

Forscher des US-Biotechnologie-Unternehmen Bio Architecture Lab haben gemeinsam mit Kollegen von Statoil (Norwegen) und dem Chemieriesen DuPont (USA) eine neue Form der regenerativen Energiequellen erschlossen. Sie haben ein Bakterium gentechnisch so verändert, dass sich erstmals auch Braunalgen (Seetang) für die Biospritproduktion eignen. Braunalgen vereinen mehrere große Vorteile: Sie wachsen sehr schnell, müssen nicht gedüngt werden, haben keine Verholzungen, die aufwendig extra verarbeitet werden müssten und bestehen zu 60% aus Kohlenhydraten. Sie wachsen zudem in riesigen untermeerischen Wäldern nahe der Küste und konkurrieren somit nicht mit der Anbaufläche von Lebensmitteln. Der Nachteil ist, dass sie die spezielle Zuckerform „Alginat“ bilden, die sich bislang nur schwer in ihre einzelnen Bestandteile aufspalten ließ – was allerdings eine Grundvoraussetzung für die Biospritproduktion ist. Die Forscher haben nun das Bakterium Escherichia coli gentechnisch so verändert, dass es die spezielle Zuckerform aufspalten und damit in Biosprit umwandeln kann. Der Stoffwechsel von Escherichia coli wird bereits seit vielen Jahrzehnten für die unterschiedlichsten Anwendungen gentechnisch verändert. Das Bakterium lässt sich zudem auch einfach in großem Maßstab vermehren. Der Braunalge steht damit ein Durchbruch als Energiepflanze bevor: Die Energieausbeute pro Hektar ist laut den Forschern mit 19.000 Liter Treibstoff rund doppelte so groß wie beim Zuckerrohr und rund fünfmal so groß wie beim Mais, der am häufigsten angebauten Energiepflanze. Das US-Unternehmen Bio Architecture Lab unterhält bereits vier eigene Farmen zur Braunalgenzucht vor der Küste Chiles.

(mb)

 

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