Energie & Umwelt

Bürgerstrom am Bodensee: Erstes Stadtwerk für eine ganze Region

Sieben Kommunen am Bodensee haben den Energieversorger Regionalwerk Bodensee gegründet, das erste Stadtwerk für eine Region. Ziel war es, die Energieversorgung selbst in die Hände zu nehmen (Rekommunalisierung) und dadurch den Mehrwert in der Region zu halten. Das Strom- und Gasnetz sind dabei eine sichere Einnahmequelle. Denn wer das Strom- und Gasnetz betreibt, kann staatlich garantierte Netznutzungsgebühren verlangen, was derzeit eine Rendite zwischen sechs und acht Prozent bedeutet. Bisher landete dieses Geld bei der Stromnetz-Tochtergesellschaft des Großkonzerns und deren Aktionären, nun sollen allgemeine Ausgaben wie Kindergärten und ähnliches bezuschusst werden. Die Idee wurde seit 2006 konsequent vorangetrieben. 2008 erfolgte die Gründung des Regionalwerks und später dann der Rückkauf der Stromnetze. Geschäftsführer Enno Steffens beschreibt darüber hinaus einen weiteren Sinnenswandel vom alten Stromnetzbetreiber EnBW zum neuen Stromnetzbetreiber: „Früher sprach man von Versorgungsfällen in der Energiewirtschaft, heute von Kunden, und bei uns sprechen wir teilweise sogar von Mitgliedern.“ Als nächster Schritt soll nach dem Stromnetz nun auch die Stromproduktion in die Bürgerhand genommen und die Erneuerbaren Energien ausgebaut werden. Bislang wird der Strom an der Strombörse größtenteils zugekauft.
 

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