Wirtschaft

Chrysler von der Insolvenz über die Gewinnzone in die Hände von Fiat

2009 war der US-Autobauer Chrysler während der Wirtschaftskrise in die Insolvenz geschlittert und wurde daraufhin mit Staatshilfen in Höhe von insgesamt 7,5 Milliarden Dollar von den Regierungen der USA und Kanadas gerettet. Nun hat der Konzern im ersten Quartal mit 116 Millionen Dollar erstmals wieder einen Gewinn realisiert. 2010 war noch ein Verlust von 652 Millionen Dollar zu Buche gestanden. Nun sollen die Milliardenschulden möglichst schnell innerhalb der nächsten Monate beglichen werden (Umschuldung) – der Zinssatz beläuft sich teilweise auf bis zu 20 Prozent. Dafür soll eine Anleihe über 2,5 Milliarden Dollar ausgegeben werden, sowie ein Bankkredit über 2,5 Milliarden zu günstigeren Konditionen aufgenommen werden und eine weitere Kreditlinie über 1,5 Milliarden Dollar vereinbart werden. Chrysler gehört derzeit zu 30 Prozent dem italienischen Autobauer Fiat, der demnächst eine Option auf weitere 16 Prozent einlösen will. Bis zum Ende des Jahres will der Turiner Autobauer dann den US-Konzern komplett übernehmen. Bislang hat Fiat kein Geld, sondern italienische Technik in Chrysler investiert. Die italienischen Pläne sehen dabei vor, dass Chrysler und Dodge als Marken aus Europa verschwinden und die ausgewählten Modelle dann mit einem Lancia Emblem versehen werden, um die dünne Modellpalette der Marke aufzupolstern. Allein das Jeep-Label soll auch in Europa als eigene Marke bestehen bleiben. Zugleich will Fiat die bestehende Infrastruktur von Chrysler nutzen, um sich nach rund 30 Jahren wieder als Marke in Nordamerika zu etablieren. Auch sollen Technologien, Motoren und Plattformen gemeinsam genutzt werden, um die typischen Synergie-Effekte zu erzielen.
 

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