Wirtschaft

Deutsche Bank droht 775 Mio. Strafe wegen Indiskretion gegen Leo Kirch

Das Oberlandesgericht München hat laut der ZEIT der Deutschen Bank empfohlen, 775 Millionen Euro an Leo Kirch und seine früheren Unternehmen zu zahlen, um die Rechtsstreitigkeiten außergerichtlich beizulegen. Es gebe laut der Richter eine Reihe von Indizien, die eine "vorsätzliche sittenwidrige Schädigung" Kirchs belegen würden. Hintergrund des Rechtsstreits war eine Indiskretion des damaligen Deutsche Bank Chefs Rolf Breuer mit gravierenden Konsequenzen. Dieser hatte Anfang 2002 öffentlich im TV aufgrund von Interna die Kreditwürdigkeit von Kirchs hoch verschuldeten Medienunternehmen angezweifelt: „Was man alles lesen und hören kann ist, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder Eigenmittel zur Verfügung zu stellen.“ Diese Indiskretion gegenüber dem eigenen Bankkunden habe dann laut Kirch erst die Refinanzierungsschwierigkeiten seines Medienimperiums ausgelöst und damit letztendlich den Zusammenbruch herbeigeführt. Daher die Klage auf Schadenersatz. Die Richter begründeten ihre Empfehlung damit, dass eine Haftung wegen dieses Delikts (vorsätzliche sittenwidrige Schädigung) „ernsthaft in Betracht“ komme. Die Deutsche Bank weist nach wie vor jegliche Verfehlung von sich: „Es handelte sich um eine vorläufige Einschätzung des Gerichts, die aus unserer Sicht so schon nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme vom 25. März 2011 nicht mehr aufrecht zu halten war. Herr Dr. Breuer wollte mit der Interviewäußerung Herrn Dr. Kirch nicht schädigen.“

 

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