Wirtschaft

Deutsche Bank kämpft um anvisiertes Rekordjahr – neue Doppelspitze

Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal 2011 rund 1,2 Milliarden Euro verdient, +3% im Vorjahresvergleich. Analysten waren im Vorfeld jedoch von 1,3 Milliarden Euro ausgegangen. Noch-Bankenchef Ackermann hält daher die Erfüllung des selbstgesteckten Rekordzieles für 2011 für schwierig, aber weiterhin für möglich (Vorsteuergewinn von 10 Milliarden Euro). Als zunehmendes Sorgenkind erweist sich dabei das Investmentbanking: „Unser Anspruch, im entsprechenden Segment ein Vorsteuerergebnis von 6,4 Milliarden Euro zu erreichen, könnte unter den beschriebenen Rahmenbedingungen nur schwer zu erfüllen sein.“ Voraussetzungen seien eine Lösung der Euro-Schuldenkrise und eine Verbesserung des gesamten Marktumfelds. Aufgrund der Votalität der Kapitalmärkte versucht Ackermann seit einigen Jahren die Bank verstärkt auf das Privatkundengeschäft auszurichten, beispielhaft an der Übernahme der Postbank.

Das größte deutsche Geldinstitut hat sich auch auf eine Nachfolge für den Vorstandsvorsitzenden Ackermann geeinigt. Am Montagabend wurde bekannt gegeben, dass zum Mai 2012 Investmentbanking-Chef Anshu Jain (48) gemeinsam mit Deutschland-Chef Jürgen Fitschen (62) als Doppelspitze die Führung der Bank übernehmen werden. Ackermann (63) soll dann als Vorsitzender in den Aufsichtsrat wechseln. Jain steuert mit dem Investmentbanking von London aus mehr als 80% des Gewinns der Deutschen Bank bei. Er sei ein genialer Analytiker, der brillante Reden schwingen könne, eine "Geldmaschine", hochintelligent und instinktsicher. Mitte 2010 kürte ihn das Fachmagazin Financial News zur einflussreichsten Persönlichkeit der europäischen Finanzindustrie.
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.