Wirtschaft

Deutsche Exportabhängigkeit seit 1995 enorm gewachsen

Der deutsche Außenhandel hat laut einer Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) zwischen 1995 und 2008 um 136 Prozent zugelegt. Die Exportquote hat sich in diesem Zeitraum von 24 Prozent auf 47 Prozent nahezu verdoppelt. Besonders stark wuchs der Austausch von Waren und Dienstleistungen mit den Staaten Osteuropas und mit China. In den anderen großen Volkswirtschaften Europas oder den USA ist die Abhängigkeit vom Außenhandel deutlich geringer. Deutschland erreicht hier einen Wert, wie typischerweise kleine Länder, etwa die Niederlande oder Österreich, besitzen. Allein zwischen 2000 und 2008 erhöhte sich der deutsche Exportüberschuss um mehr als das 20-fache von 7,3 auf 166 Milliarden Euro. Die Studie konstatiert aber auch, dass Wachstumschancen vergeben werden. So könnte Deutschland bei einer Stärkung der binnenwirtschaftlichen Nachfrage weiterhin von den Chancen des Außenhandels profitieren, könnte aber zugleich seine Abhängigkeit vom Ausland deutlich reduzieren. Diese mache die deutsche Wirtschaft für außenwirtschaftliche Schocks verwundbar. Die Fokussierung auf den Außenhandel habe zudem bewirkt, dass das Wachstum in Deutschland im Durchschnitt des vergangenen Jahrzehnts deutlich schwächer ausfiel als beispielsweise in Frankreich. Unter dem Strich habe Deutschland die Fokussierung auf den Export anstelle einer stärker binnenwirtschaftlichen Ausrichtung nicht genutzt. Auch die EU-Kommission hat Deutschland bereits vor einigen Monaten aufgefordert, die Binnennachfrage zu stärken. Hintergrund ist der Abbau von Handelsungleichgewichten – sowohl von Defiziten als auch Überschüssen.

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