Wirtschaft

Die Besitzer hinter den drei großen Ratingagenturen

Die Österreichische Tageszeitung „der Standard“ hat die „Graue Eminenzen der Finanzwelt“ hinter den drei großen US-Ratingagenturen vorgestellt. Diese Ratingagenturen (Moody’s, S&P und Fitch) geraten zunehmend in den Fokus der europäischen Kritik, weil sie laut dem Schweizer Wirtschaftsforscher und Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) Thomas Straubhaar quasi mit hoheitsrechtlichen Kompetenzen ausgestattete Privatunternehmen seien, die für Europa vollkommen ungeeignet seien, die Politik vor sich her trieben und dadurch nicht mehr, sondern weniger Stabilität erzeugen würden. Die Ratingagenturen seien zu „Göttern in Nadelstreifen“ aufgestiegen, würden ohne jegliche Aufsicht staatlicher Behörden operieren und könnten ihre Bewertung platzieren, ohne die Grundlagen dafür offen legen zu müssen. Sie seien ein Fehler der 1990er Jahre, die den Europäern von den US-Regulierungsbehörden „aufgedrängt und übergestülpt“ worden seien. Nun sei der „historische richtige Moment“, sich aus der Allmacht dieser privaten Einrichtungen zu lösen.

Laut dem Standard gehört die börsennotierte Ratingagentur Moody’s Banken und Fonds, zu den größten Eigentümern zählt dabei Berkshire Hathaway, die Holding des US-Starinvestors Warren Buffett. S&P seinerseits gehört zu dem US-Medienunternehmen McGraw-Hill (Umsatz von 6,7 Milliarden Dollar, unter anderem mit der Wirtschaftszeitung Business Week und zahlreichen Fernsehsendern). Fitch wiederum ist zu 60 Prozent im Eigentum des angeblich dem US-Kapital eng verbundenen französischen Geschäftsmanns und Milliardärs Marc Ladreit de Lacharriére sowie der im Familienbesitz befindlichen US-Verlagsgruppe Hearst Corporation.

 

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