Wirtschaft

Die letzte Diktatur Europas: Moody’s stuft Weißrussland auf B3 – Überblick

Die Ratingagentur Moody’s hat Weißrussland, „die letzte Diktatur Europas“, von B2 auf B3 abgestuft. Grund ist die schwelende Wirtschaftskrise des Landes, aktueller Anlass die jüngste Abwertung des weißrussischen Rubel zum US-Dollar um 36%. Weißrussland bemüht sich derzeit um Milliardenkredite aus dem Antikrisenfonds der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (EAEC) sowie beim Internationalen Währungsfonds (IWF). Insgesamt hat sich die makroökonomische Situation in der letzten Zeit deutlich verschlechtert. Moody’s äußerte sich zudem auch besorgt über die politische Situation in Weißrussland.

Makroökonomische Daten: Die Inflationsrate erreichte im Juni 2011 extreme 35%, massive Wahlfälschungen bei den Präsidentschaftswahlen 2010, allerdings auch Übererfüllung des Fünf-Jahres-Planes 2006-2010: +46% BIP, +44% Industrieproduktion, +58% Konsumgüterproduktion, +23% landwirtschaftliche Produktion, +122% Kapitalinvestitionen, +64% Exporte, +97% Importe, +75% Realeinkommen. Mit Platz 68 im UN-Human-Potential-Index nimmt Weißrussland unter den GUS-Ländern den höchsten Rang ein. Die Auslandsverschuldung stieg mit dem Stand Anfang 2011 auf 28,5 Milliarden Dollar (52,2% des BIP). Zudem stehen starke und rohstoffreiche Partner an der Seite: Seit dem 1. Januar 2010 Zollunion mit Russland und Kasachstan, seit 1.7.2011 Wegfall der Kontrollen an den Binnengrenzen und bis Ende 2011 das Ziel eines „einheitlichen gemeinsamen Wirtschaftsraums“. (Weitere Details zu den Neuregelungen der Zollunion und des geplanten gemeinsamen Wirtschaftsraumes sowie praktische Aspekte: hier).

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