Energie & Umwelt

Dünnere, leistungsfähigere und günstigere Wärmedämmung

Für die Wärmedämmung von Häusern wird in der Regel eine 15 Zentimeter starke Dämmschicht aus Polyurethanschaum verwendet. Wo die Wärmedämmung etwas mehr kosten darf, werden Vakuumisolationspaneele, kurz VIPs, verwendet. Sie sind genauso leistungsfähig, aber nur rund zwei Zentimeter dick – und auch deutlich teurer. Daher werden die VIPs bislang nur in High-end-Produkten, wie beispielsweise hochwertigen Kühlschränken verwendet.

Nun wollen Fraunhofer die VIP-Herstellung für die industrielle Massenproduktion weiterentwickeln. Von den innovativen Komponenten und kostengünstigeren Produktionsverfahren sollen dann auch die Häuslebauer profitieren. Dr. Klaus Noller vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV: „Der Dreh- und Angelpunkt sind dabei die Folien: Sie entscheiden über Qualität, Lebensdauer und Preis.“ Deren Herstellungsverfahren ist allerdings bislang aufwändig und teuer: „Drei von fünf Lagen Kunststoff müssen mit Aluminium bedampft und miteinander verklebt werden. Dafür sind sieben Prozessschritte notwendig, das treibt die Preise in die Höhe.“

Die Fraunhofer-Forscher haben nun eine neue Folie entwickelt, die nur noch aus zwei Kunststofffolien mit drei Barriereschichten besteht und aufgrund innovativer Komponenten (eine Mikrometer dünne Beschichtung mit ORMOCER®, das ein anorganisches Silizium-Sauerstoff-Netzwerk enthält) ungewöhnlich dicht und stabil ist. Die neuen Isolationsfolien lassen sich in nur fünf Schritten fertigen. Das Endprodukt ist dabei besser und günstiger als die bislang üblichen Isolationsfolien. Zugleich haben die Forscher auch ein automatisiertes Verfahren zur industriellen Massenproduktion entwickelt.

Sobald die neuen VIPs in großen Stückzahlen produziert werden, wird auch deren Preis weiter fallen, womit sie dann auch für die Bauindustrie interessant werden, so die Forscher.

 

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