Wirtschaft

Energieunternehmen drängen in Automobilmarkt

KPMG zeichnet Branchenszenarien für das Jahr 2025

 

Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise hat der Automobilbranche schwer zugesetzt. Die Entwicklung alternativer Antriebe fordert zusätzlich enorm hohe Investitionen. Experten von KPMG kommen jetzt mit weiteren unerfreulichen Nachrichten. "Neue Wettbewerber, die bisher noch kaum Anknüpfungspunkte mit der Fahrzeugherstellung hatte, wie Energieunternehmen, werden zukünftig in den Automobilmarkt drängen," so ein Fazit der am Mittwoch veröffentlichten Studie zur Zukunft der europäischen Automobilindustrie.

 

Während die europäischen Automobilunternehmen noch an der Entwicklung serienreifer Elektrofahrzeuge sitzen, haben Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft und Dieter Becker, KPMG, bereits ins Jahr 2025 weitergedacht und verschiedene Branchenszenarien aufgestellt.

 

Die Energieunternehmen rücken dabei stark in den Fokus. "Die Rolle der Energieversorger wird über die des Stromerzeugers hinausgehen", sind sich Diez und Becker einig. Die Energiekonzerne haben ganz entscheidenden Einfluss auf den Aufbau der Infrastruktur zur Betankung der Elektroautomobile.

 

Energieversorger zwischen Autohersteller und Kunden

 

Der deutsche Energiekonzern RWE bietet seit Herbst 2009 für Fuhrparkbetreiber ein Paket an, das aus einem Elektrofahrzeug, einer Ladestation und einem Autostrom-Vertrag besteht. Der Konzern platziert sich dadurch zwischen Automobilhersteller und Kunden und degradiert den Fahrzeugproduzenten zum Lieferanten, heißt es in der Studie.

 

Das RWE-Modell ist bisher ein Pilotprojekt. Sollte sich jedoch dieses Konzept etablieren, hätte das beträchtliche Auswirkungen auf den zukünftigen Automobilsektor. In der Funktion des Einkäufers nehmen die Energieversorger Einfluss auf die Gewinnmargen der Hersteller im Verkaufsgeschäft. Markt und Branche würden sich neu definieren.

 

Die KPMG-Studie ist unter http://www.kpmg.de/docs/20100401_Markenkonzentration_Automobilindustrie.pdf abrufbar

 

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