Technologie

Erstmals Prophylaxe-Gel gegen Zecken-Borreliose

Jedes Jahr aufs Neue beginnt im Frühjahr die Zeckeninvasion. 30% der Parasiten übertragen dabei Borrelien, Erreger der Lyme-Borreliose, die Gelenke und Organe schädigen. Wird die Krankheit nicht rechtzeitig entdeckt, wird sie chronisch – ein Impfstoff gegen die Infektion fehlt bislang. Allein in Deutschland erkranken jährlich bis zu 60.000 Menschen an der Lyme-Borreliose – Tendenz steigend. Nun kommt allerdings erstmals ein Prophylaxe-Gel auf den Markt.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI haben in enger Zusammenarbeit mit der Schweizer Ixodes AG und dem Institut für Infektionsmedizin und Zoonosen der LMU München ein Gel entwickelt, das nach einem Zeckenstich lokal aufgetragen wird, bevor Symptome zu erkennen sind. Der Wirkstoff Azithromyzin ist dabei nebenwirkungsarm und belastet den Körper daher nicht. Das Medikament macht sich den Umstand zu Nutzen, dass die Bakterien sich die ersten Tage um die Zeckenstichstelle aufhalten und sich erst dann ausbreiten. Die Behandlung ist allerdings nur dann erfolgreich, wenn das Gel innerhalb der ersten fünf Tage nach dem Zeckenstich prophylaktisch aufgetragen wird, eine etablierte Infektion lässt sich dann nicht mehr therapieren.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.