Wirtschaft

EU-Kommission blockiert Durchmarsch von VW bei MAN

Der Wolfsburger Autobauer Volkswagen hat kürzlich die 30-Prozentschwelle bei dem Lkw-Bauer MAN überschritten und daraufhin ein Übernahmeangebot unterbreiten müssen. Der mittelfristige Plan ist ein Zusammengehen von MAN mit der VW-Tochter Scania, um rund 200 Millionen Euro Synergieeffekte pro Jahr zu heben. Dabei sollen dann allerdings beide Unternehmen als eigenständige Marken erhalten bleiben. VW geht die Übernahme von MAN jedoch mit zwei verschiedenen Geschwindigkeiten an: Das Übernahmeangebot unter dem gegenwärtigen Aktienkurs wird allgemein abgelehnt – VW hat es mit dem bewusst niedrigen Angebot auch nicht besonders eilig, da es zunächst nur 35 bis 40 Prozent an MAN anstrebt. Gleichzeitig soll jedoch der MAN-Aufsichtsrat mit VW-Leuten besetzt werden. Die jüngsten Pläne sahen vor, dass VW fünf der acht Aufsichtsratsposten erhält. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech ist bereits in Personalunion auch MAN-Aufsichtsratsvorsitzender. Nun haben die Wettbewerbshüter der EU-Kommission VW darauf hingewiesen, dass der auf der MAN-Aktionärsversammlung vom Montag geplante Einzug der VW-Vorstände in das Gremium erst nach der fusionsrechtlichen Genehmigung erfolgen sollte. Es gebe kartellrechtliche Bedenken. Daraufhin zog VW die Kandidatur von Vorstandschef Martin Winterkorn, Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch und Lkw-Vorstand Jochem Heizmann zurück. VW ergänzte daraufhin, es sei auch nicht beabsichtigt, bis zum Abschluss des Fusionskontrollverfahrens etwas an der Besetzung des MAN-Vorstandes zu ändern.

 

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