Neue Medien

EU will mobile Musik leiser drehen

Die sich stark ändernden Hörgewohnheiten von Musik – sie wird heute vor allem via MP3-Player und Kopfhörer konsumiert – ruft jetzt die EU auf den Plan. Denn die EU-Kommission zeigt sich besorgt, dass die Hörschäden in der Bevölkerung zunehmen. Wissenschaftler hätten festgestellt, dass fünf bis zehn Prozent der Nutzer von MP3-Playern einen permanenten Hörverlust riskieren würden, wenn sie täglich mehr als eine Stunde lang laute Musik hören. Derzeit hören EU-weit bis zu 100 Millionen Menschen täglich Musik über tragbare Abspielgeräte, somit wären fünf bis zehn Millionen Musik-Liebhaber von Hörschäden bedroht.

Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kunewa aus Bulgarien drängt die Hersteller von MP3-Playern zu neuen Standards. So sollten Voreinstellungen an den Geräten – auch Musik-Handys wären betroffen – sowie eingeblendete Warnhinweise auf Displays vor Hörschäden warnen. Die EU-Kommission will der Industrie keine Lösung vorschreiben, verlangt aber, dass eine solche in den nächsten zwei Jahren realisiert wird.

Maximal 80 Dezibel
Möglich ist, dass sich die Produzenten von MP3-Playern auf die laut Kunewa "maximal sichere Lautstärke" von 80 Dezibel einigen. 120 Dezibel entsprechen dem Start eines Flugzeugs. Konsumenten sollen aber weiter die Wahl haben, lauter zu hören als die neuen Werte empfehlen, indem die Einstellungen des Players geändert werden.
 

Quelle: Der KURIER, Österreich

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