Wirtschaft

Hedgefonds-Manager zu elf Jahren Haft verurteilt

Der Hedgefonds-Manager Raj Rajaratnam (54) wurde von einem New Yorker Bezirksrichter wegen Insiderhandels und Verschwörung zu elf Jahren Haft und zehn Millionen Dollar Strafe verurteilt. Rajaratnam hatte den bislang größten Hedgefonds-Skandal an der Wall Street der vergangenen 30 Jahre ausgelöst. Der Mitbegründer des Galleon-Hedge-Fund hatte zu Spitzenzeiten bis zu 7 Milliarden Dollar verwaltet. Seine illegalen Praktiken verhalfen ihm zu einem Gewinn von 72 Millionen Dollar, sein Gesamtvermögen wurde vor Beginn der Finanzkrise auf 1,5 Milliarden Dollar geschätzt.

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich mindestens neunzehneinhalb Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung plädierte hingegen aus Gesundheitsgründen eine sehr viel kürzere Haftstrafe – Rajaratnam hat einen gutenTeil seines Geldes in fettes Essen investiert und damit seine Gesundheit sichtbar ruiniert, er hat schwere Diabetes und benötigt eine Nierentransplantation. Der Bezirksrichter kommentierte sein vergleichsweise hartes Strafmaß: „Seine Verbrechen und das Ausmass seiner Taten reflektieren ein Virus in unserer Geschäftskultur, das ausradiert werden muss.“

Rajaratnam hat Berufung eingelegt, er zweifelt insbesondere die Legalität von Abhörmaßnahmen des Bundeskriminalamts FBI gegen ihn an. Rajaratnams Insiderhandel hatte unter anderem die großen Konzerne IBM, Intel, Goldman Sachs und McKinsey betroffen. Allerdings trifft Rajaratnam bereits Vorbereitungen, falls er trotz seines Gesundheitszustandes doch hinter Gitter muss: Über seine Rechtsanwälte ließ er verkünden, dass er seine Strafe im Bundesgefängnis in Butner, North Carolina, absitzen möchte. Dort sitzen bereits der größte Milliardenbetrüger der Geschichte, Bernard Madoff, sowie weitere prominente Wirtschaftskriminelle.

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