Energie & Umwelt

Informationsdienst Energie und Umwelt: KW 41

Energiepolitik:
1. BMU will Erneuerbare-Energie-Forschung stärker unterstützen:
2. Bundesländer pochen auf Beteiligung des Bundesrats am Energiekonzept:
3. Österreich wehrt sich gegen deutsche AKW-Laufzeitverlängerung:
4. ForschungsVerbund Erneuerbare Energien übergibt Energieforschungsprogramm:
5. EU- Forschungsprojekt „LARGECELLS“ für organische Photovoltaik:
6. Neue gesetzliche Regelungen zum schadstoffarmen Heizen mit Holz:
7. Ungarn verschärft Gesetzgebung gegen Umweltsünder:

Atomstrom:
8. 304 Milliarden Euro Subventionen für Atomstrom:
9. Ausbau des tschechischen AKWs Temelin verschoben:

Erneuerbare Energien:
10. 340.000 Beschäftigte in den Erneuerbaren Energien:
11. Aufbau eines europaweiten Solar-Modul-Recyclingkreislaufes:
12. Erstmals Leistungsgarantiedeckung für CPV-Module:
13. EE-Vollversorgung von Masdar City verschiebt sich auf 2025:
14. 207 MW Offshore-Windpark in der dänischen Ostsee in Betrieb:
15. Siemens liefert 72 WEA mit 166 MW nach Kanada:
16. 52,5 MW-Windpark in Polen von E.ON eröffnet:
17. Größtes Solarkraftwerk Schwabens eingeweiht (25,7 MW):

 

BMU will Erneuerbare-Energie-Forschung stärker unterstützen:
Das Bundesumweltministerium will die Forschung im Bereich der erneuerbaren Energien stärker unterstützen. Forschung sei eine entscheidende Voraussetzung, um die Ziele der regenerativen Energieversorgung erreichen zu können, sowie auch ein Mittel, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands mittel- und langfristig zu sichern. Ziel der Forschungsförderung sei einerseits Kostenreduktionen bei den einzelnen Technologien, als auch andererseits die technologischen Systemvoraussetzungen für einen kontinuierlich steigenden Anteil erneuerbarer Energien. Im Rahmen der Umsetzung des im September vorgestellten Energiekonzepts will die Bundesregierung in 2011 auch ein neues Energieforschungsprogramm vorlegen.

 

Bundesländer pochen auf Beteiligung des Bundesrats am Energiekonzept:
Die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Berlin und Nordrhein-Westfalen haben einen Entschließungsantrag zum Energiekonzept in den Bundesrat eingebracht. Darin fordern die Länder wegen den weitreichenden Konsequenzen des Energiekonzepts, das dasVerfassungsorgan Bundesrat an der Entscheidung beteiligt wird. Für den Fall, dass ohne die Zustimmung des Bundesrates eine gesetzliche Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerk erfolgt, hat Rheinland-Pfalz eine Klage angekündigt.

 

Österreich wehrt sich gegen deutsche AKW-Laufzeitverlängerung:
Kommende Woche werden ÖVP und SPÖ einen Entschließungsantrag im Nationalrat einreichen. Da Österreich die energetische Nutzung der Kernenergie ablehnt, sei das Land berechtigt und verpflichtet, die österreichischen Sicherheitsinteressen, die legitimen Schutzbedürfnisse der österreichischen Bevölkerung und den Schutz der Umwelt zu verfolgen. Die Alpenrepublik fordert konkrete Informationen über die deutschen AKWs sowie Informationen zur Verbesserung der Sicherheit und der sicherheitstechnischen Nachrüstung. Vor allem wird jedoch eine rasche Abschaltung älterer Anlagen gefordert, vor allem der Siedewasserreaktoren der Baulinie SWR-69 und des Kernkraftwerks Isar-1 (Bayern). Umweltlandesrat Anschober hat derweil die EU-Kommission aufgefordert, das neue deutsche Energiekonzept einer grenzüberschreitenden strategischen Umweltprüfung (SUP) zu unterziehen. Bei vergleichbaren Planungen wurde eine derartige SUP von Tschechien und der Slowakei durchgeführt. Das EU-Recht sieht vor, dass bei umweltpolitischen Weichenstellungen dieser Tragweite die Umweltauswirkungen umfassend überprüft werden müssen und alle betroffenen Seiten Parteistellung bei dieser Überprüfung erhalten. Eine umfassende grenzüberschreitende SUP dürfte ein bis zwei Jahre dauern.

 

ForschungsVerbund Erneuerbare Energien übergibt Energieforschungsprogramm:
Der ForschungsVerbund Erneuerbare Energien (FVEE) hat den Beitrag der Wissenschaftler zum 6. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung überreicht. Darin werden die Forschungsaufgaben für eine zukunftssichere Energieversorgung mit den Schwerpunkten Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Systemintegration dargelegt. Die Empfehlungen sollen Weichen für die Energieversorgung in Deutschland und Europa stellen. Das rund 100 Seiten starke Dokument ist hier erhältlich.

 

EU- Forschungsprojekt „LARGECELLS“ für organische Photovoltaik:
In zehn bis 20 Jahren sollen photovoltaische Halbleiter-Plastikfolien kostengünstig im Baumarkt erhältlich sein. Durch eine Effizienzsteigerung soll diese Photovoltaik-Technologie der nächsten Generation auf Basis von druckbaren Polymersolarzellen eine großflächige und kostengünstige Versorgung mit Solarenergie ermöglichen. Die EU-Kommission fördert das internationale Forschungsvorhaben „LARGECELLS“ (Large-area Organic and Hybrid Solar Cells) bereits seit Anfang September 2010 für die nächsten drei Jahre mit 1,64 Millionen Euro. Beteiligt sind Forscher und Unternehmen aus Deutschland (Universität Bayreuth), Dänemark, den Niederlanden, Israel und Indien. Forschungsschwerpunkt ist eine deutliche Verbesserung der Effizienz und Langzeitstabilität – der Wirkungsgrad soll verdoppelt werden. „Plastiksolarzellen“ sind günstig und energieeffizient zu produzieren sowie flexibel einsetzbar, allerdings bei einer momentan noch vergleichsweise niedrigen Energieeffizienz. Am 14 . Oktober 2010 fand in München das Kick-Off-Meeting für das Projekt statt.

 

Neue gesetzliche Regelungen zum schadstoffarmen Heizen mit Holz:
Das Umweltbundesamt (UBA) hat die seit März 2010 geltenden neuen gesetzlichen Regelungen zum „Heizen mit Holz“ aktualisiert. Die umfassend überarbeitete Broschüre „Heizen mit Holz – ein Ratgeber zum richtigen und sauberen Heizen“ ist hier erhältlich. Ziel ist es, Schadstoffe zu vermindern. Die Broschüre enthält Informationen über die neuen Regeln (Grenzwert für den Feuchtegehalt des Holzes, neue Grenzwerte für die Typprüfung), aber auch Tipps zu einem schadstoffarmen Betrieb von Holzöfen und kleineren Holzheizkesseln (Brennstoff, Anheizvorgang, Brennstoffmenge, Einstellung der Luftzufuhr).

 

Ungarn verschärft Gesetzgebung gegen Umweltsünder:
Nach der Giftschlamm-Flut mit acht Toten hat Ungarn die Gesetze gegen Umweltsünder verschärft. Demnach können ab sofort in (Umwelt-)Katastrophen verwickelte Unternehmen verstaatlicht werden. Der Geschäftsführer der betroffenen Aluminiumfabrik MAL, Zoltan Bakonyi, wurde wegen des Verdachts der Gefährdung der Öffentlichkeit mit mehrfacher Todesfolge festgenommen, MAL unter staatliche Kontrolle gestellt und die Vermögenswerte eingefroren. "Da dies keine Naturkatastrophe gewesen sei, sondern ein von Menschen verursachter Schaden, muss der Schadenersatz an erster Stelle nicht von den Steuerzahlern, sondern den Verursachern gezahlt werden", erklärte Regierungschef Orban. Am Montag vergangener Woche waren wegen eines Dammbruchs rund 700.000 Kubikmeter ätzender, giftiger Rotschlamm ausgetreten. Die Höhe des Sachschadens ist noch nicht absehbar. Allein an Geldstrafen für Schäden an Wasserwegen und Umwelt seien bereits 70 Millionen Euro aufgelaufen.

 

304 Milliarden Euro Subventionen für Atomstrom:
Nach einer aktuellen Greenpeace-Studie wurde die Atomenergie in Deutschland von 1950-2010 mit insgesamt rund 204 Milliarden Euro staatlich gefördert. Dies setze sich aus direkten Finanzhilfen des Bundes wie Forschungsförderung, Kosten für die Atommüllendlager Asse II und Morsleben, die Stilllegung von Atommeilern und Steuervergünstigungen zusammen. Mit der geplanten Laufzeitverlängerung für AKWs kommen weitere 100 Milliarden an kosten hinzu. Dadurch würde jede Kilowattstunde Atomstrom mit 4,3 Cent subventioniert – mehr als doppelt so viel wie die Förderung der Erneuerbaren Energien über das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG). Durch die Verschleierung der tatsächlichen Kosten inklusive der von der Gesellschaft getragenen Folgekosten gebe es eine Preisverzerrung, ohne die viele Anlagen der Erneuerbaren Energien bereits heute ohne Förderung konkurrenzfähig wären. Den Subventionsberichten der Bundesregierung liegt ein enger gefasster Subventionsbegriff zu Grunde, so dass lediglich von Atomsubventionen in der Höhe von rund 200 Millionen Euro bis zum Jahr 2010 die Rede ist.

 

Ausbau des tschechischen AKWs Temelin verschoben:
Der Ausbau des AKW Temelin mit den neuen Atomreaktoren Temelin 3 und 4 sollte ursprünglich bis 2020 erfolgen. Der tschechische Atomkonzern CEZ ist sich nun anscheinend nicht mehr sicher, ob der zusätzliche Strom aus den neuen Blöcken 3 und 4 im Jahr 2020 überhaupt verkauft werden kann. Hintergrund ist vermutlich die deutsche Laufzeitverlängerung, wonach das letzte deutsche AKW nicht schon 2022, sondern erst 2036 vom Netz gehen soll.

 

340.000 Beschäftigte in den Erneuerbaren Energien:
Erneuerbare Energien schaffen in Deutschland mehr Arbeitsplätze als bislang angenommen. Die Zahl habe sich laut einer Studie des BMUs seit 2004 auf rund 340.000 mehr als verdoppelt und übertreffe damit bisherige Schätzungen deutlich. Laut dem BMU ist die Arbeitsplatz-Bilanz erneuerbarer Energien positiv: In nahezu allen analysierten Szenarien führe ein ambitionierter Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland zu eindeutig positiven Netto-Beschäftigungswirkungen, verglichen mit einer Energieversorgung, die weitestgehend auf erneuerbare Energien verzichtet.

 

Aufbau eines europaweiten Solar-Modul-Recyclingkreislaufes:
Derzeit existieren europaweit zwei so genannten Behandlungsanlagen für Photovoltaikanlagen, die ausgediente oder defekte Altmodule recyceln – für siliziumbasierte Module die Sunicon AG (Sachsen), im Dünnschichtbereich die First Solar (USA /Frankfurt a.d. Oder). Die Abgabe der Module ist dabei für die Besitzer kostenlos. Der europäische Verband „PV Cycle Association“ will nun europaweit bis 2015 ein flächendeckendes Netzwerk an Solarmodul-Sammelstellen errichten. Die die Module eine Laufzeit von rund 20 Jahren haben, wird zu diesem Zeitpunkt mit der ersten großen Welle an „Solarschrott“ gerechnet.

 

Erstmals Leistungsgarantiedeckung für CPV-Module:
Der Rückversicherer Munich Re bietet erstmals eine Reihe von Versicherungen an, die Investoren in erneuerbare Energien finanzielle Risiken abnehmen. Betreiber und Investoren erhalten somit mehr Planungssicherheit, was insbesondere für die großen institutionellen Investoren bei Großprojekten wichtig ist. Das US-Unternehmen SolFocus gewährt nun allen Kunden weltweit eine Leistungsgarantie von 25 Jahren auf ihre CPV-Anlagen. Erbringt ein Produkt nicht die garantierte Leistung, greift die Deckung durch die Munich Re.

EE-Vollversorgung von Masdar City verschiebt sich auf 2025:
Die Eröffnung der in Abu Dhabi gelegenen Projektstadt Masdar City verschiebt sich von 2015 auf das Jahr 2025. Einige Zielsetzungen des 22-Milliarden-Projektes sind zudem revidiert worden. So soll Masdar City nicht mehr ausschließlich durch erneuerbare Energien versorgt und damit nicht mehr als „CO2-neutrale Stadt“ gebaut werden. Masdar City hatte sich Mitte 2009 als Sitz der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (Irena) gegen Bonn und Wien durchgesetzt.

 

207 MW Offshore-Windpark in der dänischen Ostsee in Betrieb:
E.ON hat mit dem Offshore-Windpark Rödsand II den größten der sechs Offshore-Windparks des E.ON-Konzerns eröffnet. Die 90 WEA mit jeweils 2,3 MW besitzen eine Kapazität von 207 MW und können rund 200.000 Haushalte versorgen. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf rund 400 Millionen Euro. Siemens Energy hat den Park innerhalb von 122 Tagen errichtet und ist damit sechs Wochen unter dem Zeitplan geblieben. Siemens hat in den vergangenen 19 Jahren 16 Offshore-Windkraftwerke mit insgesamt mehr als 500 Turbinen errichtet und sieht sich damit als klare Nummer eins im Offshore-Geschäft. Derzeit arbeiten E.ON und Siemens auch zusammen an der Errichtung des ersten Offshore-Windkraftwerk der Gigawatt-Klasse vor London. In der ersten Ausbaustufe sollen 175 WEA mit jeweils 3,6 MW rund 750.000 Haushalte des Großraums London mit umweltfreundlichem Strom versorgen. Siemens ist der weltweit größte Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Siemens Energy beschäftigt weltweit 85.000 Mitarbeiter, erwirtschaftete 2009 einen Umsatz von 25,4 Milliarden Euro und fuhr ein Ergebnis von 3,3 Milliarden Euro ein

 

Siemens liefert 72 WEA mit 166 MW nach Kanada:
Siemens Energy hat von dem kanadischen Energieversorger Brookfield Renewable Power Inc. einen Folgeauftrag zur Lieferung von 72 Windenergie-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 166 MW für den Windpark Gosfield nach Kanada erhalten. Auch ein Service-, Wartungs- und Garantieabkommen wurde für diese Anlagen unterzeichnet. Siemens hatte Anfang 2010 bereits 22 Windenergieanlagen für Gosfield geliefert.

 

52,5 MW-Windpark in Polen von E.ON eröffnet:
Mit einer Investitionssumme von 100 Mio. Euro hat E.ON einen der größten Windparks in Polen eröffnet. Der Windpark Wielkopolska bei Posen kann mit 52,5 MW Leistung rund 45.000 Haushalte versorgen. E.ON erreicht damit nun einen Marktanteil von rund 10% im polnischen Windenergiemarkt.

 

Größtes Solarkraftwerk Schwabens eingeweiht:
Die Gehrlicher Solar AG hat das mit 25,7 MW größte Solarkraftwerk Schwabens eingeweiht. Der Energiepark Lauingen versorgt rund 22.500 Bürger. An den Investitionen in Höhe von 72 Mio. Euro sind auch die Stadtwerke München, die HEAG Südhessische Energie AG (HSE) sowie mehrere regionale Investoren beteiligt. Auf 63 Hektar stehen 306.084 Dünnschichtmodule.

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