Wirtschaft

Informationsdienst Wirtschaft und Unternehmen: 12.04.2011

Wirtschaftspolitik, Internationales
1. IWF: World Economic Outlook 2011
2. Schwellenländer BRIC um fünften Staat erweitert
3. EU wieder mit Aufwind im Kampf um kaspische Gasfelder
4. Atomkatastrophe in Japan auf höchste Gefahrenstufe hochgestuft
5. Russland will Schutzzölle bei Maschinenbau und Autos einführen
6. Russland profitiert von steigenden Gaspreisen und strengem Winter
7. Joseph Stiglitz – Glücksspiel mit unserem Planeten

Branchen und Unternehmen:

8. 30 NGOs bilden Gegenlobby zur Bankenbranche
9. Daimler und Bosch gründen Joint-Venture für Elektromotoren
10. Die teuerste Luftnummer der Welt: Der F-35 Joint Strike Fighter

 

Wirtschaftspolitik, Internationales

 

IWF: World Economic Outlook 2011
Der Internationale Währungsfonds IWF hat seinen jährlichen Weltwirtschaftsausblick (World Economic Outlook) vorgestellt. Demnach wird die globale Wirtschaftsleistung in diesem und im nächsten Jahr um rund 4,5 Prozent zulegen – allerdings sehr ungleichmäßig: Die Industrieländer werden dürften im Schnitt um 2,5 Prozent zulegen (gleiches wird für Deutschland prognostiziert – hier zu Lande geht man indes von 2,8 Prozent aus), während für die Schwellenländer mit einem Wachstum von 6,5 Prozent gerechnet wird.
Die Krise habe in vielen Ländern zu einem dramatischen Verfall der Staatsfinanzen geführt, nun seien die Staaten gezwungen, ihre Haushalte zu konsolidieren. „Die Ratschläge, die wir den Industrieländern geben, sind deshalb die alten Ratschläge: Das Bankensystem muss krisenfester gemacht werden und die Haushaltskonsolidierung muss ausgewogen vorgenommen werden.“ Sie dürfe aber nicht zu schnell erfolgen, weil das wachstumshemmend wirke, aber auch nicht zu langsam, weil das die Glaubwürdigkeit untergrabe. „Die Bankenregulierung und -überwachung muss verbessert werden, vor allem in Europa. Und es müssen weiterhin Reformen in Angriff genommen werden, die das Wachstumspotenzial stärken können.“ Die Herausforderung für die Schwellenländer sei hingegen eine andere: „Sie müssen eine Überhitzung ihrer Wirtschaft vermeiden und hohe Kapitalzuflüsse verkraften.“ Deshalb empfiehlt der IWF den betroffenen Schwellenländern, zeitweise Kapitalkontrollen zu erwägen und sich nicht mit aller Kraft gegen eine Aufwertung ihrer Währungen zu stemmen.

 

Schwellenländer BRIC um fünften Staat erweitert
BRIC steht für Brasilien, Russland, Indien und China – die aufstrebenden Wachstumsmärkte und Schwellenländer der letzten Jahre – sowie für 40 Prozent der Weltbevölkerung und ein Viertel der weltweiten Wirtschaftsleistung. Eine verstärkte Zusammenarbeit hatten die vier Länder erstmals im russischen Jekaterinburg im Juni 2009 beschlossen. Nun soll ein fünftes aufstrebendes Land hinzustoßen: Südafrika. Aus BRIC wird dann BRICS. Der entsprechende Schritt soll am Donnerstag (14.04.2011) im südchinesischen Sanya beschlossen werden. Südafrika weist jedoch einige Unterschiede auf: Es wächst jährlich „nur“ um drei Prozent und ist 50 Millionen Einwohnern im Vergleich zu den vier anderen BRIC-Ländern beinahe ein Zwerg. Daher werten Beobachter den Vorgang als einen Versuch der BRIC-Länder, den ganzen Kontinent Afrika ins Visier zu nehmen – um ihren ernormen Rohstoffhunger zu stillen, wie im Falle Chinas, oder um am Abbau der Rohstoffe mitzuverdienen, wie im Falle Brasiliens. Daher äußerte sich auch der stellvertretende Minister für wirtschaftliche Entwicklung in Südafrika, Enoch Godongwana, skeptisch: Es sei noch unklar, ob dieses Engagement „den Interessen Afrikas dient oder sie untergräbt“.

 

EU wieder mit Aufwind im Kampf um kaspische Gasfelder
Aserbaidschan, zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer gelegen, verfügt über die legendäre Ölstadt Baku und ausgedehnte Gasreserven. Die Regierung versucht nun, dieses Potential noch stärker zu nutzen und wirbt um Investitionen im Umfang von 20 Milliarden Euro. Damit ließe sich die Exportmenge von derzeit 17-18 Milliarden Kubikmeter pro Jahr mindestens verdoppeln. An Europa gewandt sagte Präsident Ilcham Alijew: „Das Beste wäre eine Koordination der Anstrengungen sowie gemeinsame Aktivitäten der Hersteller und der Verbraucher und, wenn notwendig, auch der Transitländer.“ Diese Äußerung Richtung Europa ist insofern bemerkenswert, da bereits seit einigen Jahren Russland, die EU und zuletzt auch das energiehungrige China um die reichen Gasfelder Aserbaidschans konkurrieren. Dieses ist sich seiner Schlüsselrolle und auch der Endlichkeit des Produkts und damit steigender Preise bewusst und konnte sich bislang entsprechend Zeit lassen. (Pipelines verbinden Aserbaidschan mit Russland, über die Öl- und Gasreichen zentralasiatischen Ländern an dem Ostufer des kaspischen Meeres mit China, über Georgien mit türkischen Mittelmeerhäfen und über die geplante Nabucco-Pipeline dann mit Europa unter Ungehung Russlands.)

 

Atomkatastrophe in Japan auf höchste Gefahrenstufe hochgestuft
Die japanische Regierung hat die Atomkatastrophe in dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima in die höchste Gefahrenstufe 7 eingestuft (von Stufe 5 „ernster Unfall“ auf Stufe 7 „katastrophalen Unfall“). Damit schwinden auch die Hoffnungen, das Unglück doch noch in den Griff zu bekommen. Bislang war lediglich Tschernobyl 1986 in diese Kategorie eingestuft worden. Nach Angaben der Regierung betrage die freigesetzte Radioaktivität bislang allerdings „nur“ ein Zehntel der Menge, die 1986 in Tschernobyl abgegeben wurde (die Freisetzung in dem graphitmoderierten, wassergekühlten Siedewasser-Druckröhrenreaktor sowjetischer Bauart in Tschernobyl erfolgte damals im Unterschied zu Japan explosionsartig: Bei der Tschernobyl-Katastrophe 1986 stieg die Anzahl der Kernspaltungen innerhalb von Sekunden aufgrund von Bedienfehlern rapide an, die schnell ansteigende Hitze verbog Metall und Reaktorstäbe und der Kern konnte nicht mehr gekühlt werden. Es kam zur Explosion, die das Reaktorgebäude sprengte und durch die innerhalb des Reaktors 1.500 Tonnen hochbrennbares Graphit in Brand gerieten. Der gewaltige Feuersturm riss radioaktive Materialien kilometerhoch in die Atmosphäre, wo sie dann von starken Winden erfasst und über weite Teile Europas und der Sowjetunion verteilt wurden.) Die Gefahrenstufe 7 bedeutet nun konkret:  „Schwerste Freisetzung: Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt in einem weiten Umfeld." Bei der International Atomenergiebehörde IAEA heißt es zur Stufe 7: „An event resulting in an environmental release corresponding to a quantity of radioactivity radiologically equivalent to a release to the atmosphere of more than several tens of thousands of terabecquerels.” Der Grenzwert für die jährliche Belastung von einem Millisievert sei auch bereits in Regionen außerhalb der 20-km-Evakuierungszone, die mehr als 60 km nordwestlich und bis zu 40 km südwestlich liegen, überschritten worden. Innerhalb der Evakuierungszone variiert die Belastung zwischen einem bis zu 100 Millisievert, in der Zone zwischen 20-30 km würde die Belastung unter 50 Millisievert liegen. Die USA hatten bereits Mitte März ihre Staatsbürger aufgefordert, mindestens 80 km von dem Unglücks-AKW entfernt zu bleiben. Der Konzern Toshiba, der vier der sechs Reaktoren gebaut hat (davon zwei in Lizenz vom US-Konzern General Electrics), geht von mindestens 10 Jahren aus, bis die Gesamtanlage durch den Abbau der Brennstäbe und der Reaktoren sicher gemacht werden kann. Diese Zeitangabe wird als sehr optimistisch eingestuft, die Kosten auf einen hohen Milliardenbetrag geschätzt und die Gesundheit unzähliger Arbeiter beim Rückbau weiter gefährdet. Im Unterschied zu Tschernobyl oder der Kernschmelze in Three Miles Island 1979, wo es sich jeweils nur um einen Reaktor gehandelt hatte, sind hier vier Reaktoren betroffen und ebenso viele Abklingbecken mit Tausenden von Brennstäben.

 

Russland will Schutzzölle bei Maschinenbau und Autos einführen
Laut dem Generaldirektor der staatlichen Holding Rostechnologii, Sergej Tschemesow, befindet sich der russische Maschinenbau in einer miserablen Lage: Russische Maschinen seien nicht nur schlechter, sondern auch teurer als Importmodelle. „80 Prozent der russischen Unternehmen bevorzugen den Import von Maschinen.“ Ohne staatlichen Beistand würden die russischen Produzenten den Konkurrenzkampf verlieren. Darauf soll der stellvertretende Wirtschaftsminister Andrej Klepatsch bei einer Beratung über den Energiemaschinenbau entgegnet haben, dass Russland als gegenwärtiger Anwärter auf die Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation WTO keine Importsperren verhängen sollte. Die Folge war ein Wutausbruch vom Ministerpräsidenten Putin: „Ich habe schon tausend Mal gesagt: Solange wir kein WTO-Mitglied sind, haben wir freie Hand. Warum sollten wir konkrete Verpflichtungen übernehmen und Verluste hinnehmen, wenn wir noch nicht Mitglied sind? (…) Wir müssen ihnen sagen, dass wir nichts erfüllen, solange wir kein vollwertiges WTO-Mitglied sind. Der Markt kostet viel Geld, wir schenken ihnen damit unseren Markt.“ Putin weiter: „Wir alle wollen günstige und qualitativ gute Waren. Aber wenn wir alles im Ausland kaufen, dann gehen wir endgültig nieder. Im Energiemaschinenbau, genauso wie im Automobilbau, können akzeptable Wege gefunden werden. Das Wirtschaftsministerium wurde beauftragt, entsprechende Schritte in die Wege zu leiten. Russland versucht seit 1993, Mitglied bei der WTO zu werden. Die Beitrittsverhandlungen dauern gewöhnlich fünf bis sieben Jahre, Russlands verhandelt bereits seit 16 Jahren. Den bisherigen Verhandlungsrekord hatte China mit 15 Jahren. Das Problem ist, das Einverständnis aller WTO-Mitglieder zu erhalten. Die Kritik richtetet sich gegen den Protektionismus Russlands (Erhöhung der Zollgebühren) und die Subvention der Autoindustrie und der Landwirtschaft (beides auch bekannt aus den westlichen Staaten – die kapitalistische Leitnation USA sowie die EU subventionieren ihre Landwirtschaft weltweit mit am stärksten, die von ihnen maßgeblich kontrollierte WTO macht sich jedoch hauptsächlich dafür stark, dass die Zölle der armen Südländer für diese Dumpingprodukte gesenkt werden). Gegen den russischen Beitritt hatten sich zunächst Finnland (Streit um Exportzölle auf russisches Holz), Litauen (Streit um die Nutzung der Häfen im Baltikum) und Georgien (verlorener Angriffskrieg Georgiens im August 2008 – Georgien hat laut EU-Untersuchungsbericht zuerst geschossen – und Streit um die nach Russland strebenden und von Tiflis abtrünnigen Provinzen Abchasien und Südossetien). Für die russischen Industriezweige würden die Folgen des WTO-Beitritts unterschiedlich ausfallen. Die Chemie- und Stahlindustrie hofft auf riesige Profite, da die anderen WTO-Mitgliedsstaaten gezwungen sein würden, ihre Anti-Dumping-Zölle, mit denen sie ihre Märkte vor russischen Waren schützen, abzuschaffen (gegenwärtig verliert Russland bis zu 2,5 Milliarden Dollar wegen Benachteiligung auf den Außenmärkten). Der Maschinenbau, die Leicht- und die Lebensmittelindustrie sowie der Agrar-Industrie-Komplex sind hingegen dezidiert gegen den WTO-Beitritt. Bei einem offenen Wettbewerb mit effizienteren und qualitativ hochwertigen ausländischen Herstellern droht der Ruin. Gleiches gilt für die russischen Banken.

 

Russland profitiert von steigenden Gaspreisen und strengem Winter
Der russische Staatsmonopolist Gazprom hat seine Gasausfuhren im ersten Quartal 2011 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30 Prozent auf 73 Milliarden Kubikmeter gesteigert. Dabei stieg der durchschnittliche Preis von 293 auf 346 Dollar je 1000 Kubikmeter – dieser liege allerdings laut Gazprom-Chef Miller immer noch deutlich unter dem europäischen Spotmarktpreis von rund 400 Dollar aufs Jahr 2010 gerechnet. Im ersten Quartal wurden nun 142,6 Milliarden Kubikmeter gefördert, davon wurden 103 Milliarden Kubikmeter auf dem russischen Binnenmarkt verkauft. Aufgrund der hohen Preise für fossile Energieträger korrigierte nun auch der IWF seine Wachstumsprognose für Russland in dem Jahresbericht „World Economic Outlook“ nach oben: Nach 4 Prozent in 2010 werde das russische BIP in 2011 um weitere 4,8 Prozent (bislang 4,5 Prozent) wachsen, in 2012 dann um 4,5 Prozent (bislang 4,4 Prozent). Das russische Kabinett geht bislang noch von 4,2 Prozent im laufenden Jahr aus.

Joseph Stiglitz – Glücksspiel mit unserem Planeten
Kommentar von Joseph E. Stiglitz, Professor der Columbia University New York und Wirtschaftsnobelpreisträger (abgedruckt in der Financial Times Deutschland – Copyright: Project Syndicate, 2011).
Die Finanzkrise und die Atomkatastrophe von Japan: Wir haben in den letzten Jahren zwei Desaster erlebt, die zeigen, dass wir zu wenig getan haben gegen Risiken, die die Welt ins Unheil stürzen können. Das Zocken muss ein Ende haben.
Die Folgen des japanischen Erdbebens – insbesondere der anhaltenden Krise im Kernkraftwerk von Fukushima – werden bei vielen Beobachtern des amerikanischen Finanzcrashs, der der Großen Rezession voranging, mit einem Gefühl der Erbitterung aufgenommen. Beide Ereignisse halten drastische Lehren über Risiken für uns parat, und wie schlecht Märkte und Gesellschaften mit diesen umgehen.
Natürlich sind das tragische Erdbeben – bei dem mehr als 25.000 Menschen ums Leben kamen bzw. immer noch vermisst werden – und die Finanzkrise, der man kein derart akutes physisches Leid zuordnen kann, in gewissem Sinne nicht vergleichbar. Doch was die Kernschmelze in Fukushima angeht, zieht sich ein gemeinsamer roter Faden durch diese beiden Ereignisse.
Experten aus der Atom- wie aus der Finanzindustrie versicherten uns, dass das Risiko einer Katastrophe durch neue Technologien so gut wie beseitigt werde. Die Ereignisse haben gezeigt, dass sie Unrecht hatten: Nicht nur bestanden diese Risiken, sondern ihre Folgen waren so enorm, dass sie mit Leichtigkeit jeden angeblichen Nutzen der Systeme, den die führenden Kopfe dieser Branchen versprochen hatten, auslöschten.
Vor der Großen Rezession prahlten Amerikas Wirtschaftsgurus – vom Chairman der Federal Reserve bis zu den Titanen des Finanzsektors -, wir hätten gelernt, die Risiken zu beherrschen. "Innovative" Finanzinstrumente wie etwa Derivate und CDS würden die Streuung der Risiken innerhalb der gesamten Wirtschaft ermöglichen. Heute wissen wir, dass sie damit nicht nur dem Rest der Gesellschaft etwas vorgemacht haben, sondern sogar sich selbst… (weiter hier)

 

Branchen und Unternehmen:

 

30 NGOs bilden Gegenlobby zur Bankenbranche
Rund 30 europäische Verbände und Nichtregierungsorganisationen (NGOs)  haben sich in der „Lobbygruppe“ Financewatch zusammengetan, darunter auch die prominenten NGOs Oxfam, Transparency International, der Europäische Kleinanlegerverband Euroinvestors, der Europäische Gewerkschaftsbund und der EU-Verbraucherschutzverband BEUC. Ziel ist es, dem überwältigenden und auch nach der Finanzkrise nicht gebrochenen Einfluss der Finanzbranche entgegenzutreten und das Fachwissen außerhalb der Finanzbranche zu beleben. Eine fraktionsübergreifende Gruppe von EU-Parlamentariern hatte die fehlende Expertise im (modernen) Finanzwissen im vergangenen Sommer zur Gefahr für die Demokratie erklärt. Im Juni wird die erste Mitgliederversammlung stattfinden. Die Finanzierung von Financewatch soll besonders transparent gestaltet werden, um einer Einflussnahme der Finanzbranche vorzubeugen.

 

Daimler und Bosch gründen Joint-Venture für Elektromotoren
Daimler und Bosch wollen bei Elektromotoren künftig zusammenarbeiten. Das beschlossene Joint-Venture soll im niedersächsischen Hildesheim sowie in Großraum Stuttgart bereits ab 2012 die Produktion aufnehmen. Die Elektromotoren sollen zunächst ausschließlich in Mercedes-Benz und in Smarts eingesetzt werden. Erst in einem zweiten Schritt sollen sie dann über Bosch auch an Wettbewerber verkauft werden.

 

Die teuerste Luftnummer der Welt: Der F-35 Joint Strike Fighter
Vorzeige-Kampfflugzeug, so wurde der F-35 Joint Strike Fighter des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin ursprünglich genannt – bevor sich seine Kosten auf 382 Milliarden Dollar mindestens verdoppelten (Stückpreis 133 Millionen Euro), der Zeitplan bereits um vier Jahre gesprengt wurde und die technischen Leistungsmerkmale bestenfalls auf ein Mittelmaß reduziert wurden. Noch nie gab es ein größeres Kampfflugzeugprojekt und noch nie waren die Preissteigerungen höher. Abnehmerstaaten außer den USA (2.500 Stück): Großbritannien, Italien, die Niederlande, Türkei, Australien, Norwegen, Dänemark und Kanada (insgesamt 750 Stück). Israel hat zudem im Oktober 2010 den Kauf von 20 Maschinen im Volumen von rund 2,75 Milliarden Dollar vereinbart, sowie die Option auf 75 weitere Maschinen. Die Flugzeuge sollen zwischen 2015 und 2017 zulaufen. Nach über neun Jahren Entwicklung und vier Jahren Produktion habe das Programm immer noch nicht vollständig bewiesen, dass das System zuverlässig sei, heißt es seitens des US-Rechnungshofs. „Nur etwa vier Prozent der geplanten Fähigkeiten sind komplett bestätigt durch Flugversuche, Labortests oder beidem.“ Die technischen Abstriche: Statt zwei wird es nur ein Triebwerk geben (Gefahr des Ausfalls), Überschallgeschwindigkeit ohne Nachbrenner (Supercruise) wird nicht realisiert, die Geschwindigkeit von Mach 1,6 sei zu niedrig und die Tarnkappenfähigkeit fällt weit weniger gut aus als geplant (aufgrund der Notwendigkeit externer Waffensysteme).

 

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