Energie & Umwelt

Iran will seine Gasförderung bis 2015 verdoppeln – makroökonomischer Überblick

Bis Ende 2015 will der Iran über 18 Milliarden Dollar in die Modernisierung seiner Erdöl- und Erdgasförderung investieren, davon werden drei Milliarden bis Ende 2012 in die entsprechende Infrastruktur fließen. Im Ergebnis soll sich dann die iranische Gasförderung verdoppeln. Da aufgrund der westlichen Sanktionen gegen den Iran wegen dessen vermeintlichem militärischen Atomprogramm viele Unternehmen ihre Geschäftsbeziehungen zum Iran eingestellt haben, dürfte die chinesische Erdöl- und Chemiekorporation Sinoipec der bevorzugte Partner des Vorhabens werden.

Der Iran verfügt mit 137 Milliarden Barrel Erdöl über die weltweit drittgrößten Ölreserven nach Venezuela und Saudi-Arabien. Mit 26,6 Billionen Kubikmeter Gas liegt der Iran weltweit auf dem zweiten Rang nach Russland und vor dem kleinen Emirat Katar.

Obwohl das Land nach eigenen Angaben über ein sechstel der weltweiten Öl- und Gasreserven verfügt, hinken die eigenen Raffineriekapazitäten dem Bedarf weit hinter, so dass das Land Benzin und Diesel importieren muss. Das Wirtschaftswachstum betrug 1,0% in 2008, 1,1% in 2009 und 1,6% in 2010. Die Inflationsrate (11,8% in 2010) und die Arbeitslosigkeit (14,6% in 2010) sind vergleichsweise hoch, die Auslandsschulden mit 12,8 Milliarden Dollar Ende 2010 allerdings moderat (gesamte Staatsverschuldung 2010: 16,2% des BIP). Das Leistungsbilanzsaldo betrug 2010 rund 9,8 Milliarden Dollar, das Haushaltsdefizit wurde von -7,2% in 2006 über -4,0% 2007 und -6,0% in 2008 auf -0,9% im Jahr 2009 zurückgefahren.

 

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