Wirtschaft

Irland auf Ramsch-Status: Fortschritte gewürdigt, aber Bonität abgewertet

Die Ratingagentur Moody’s hat nun auch die irische Bonität von Baa3 auf Ba1, also auf Ramschniveau herabgestuft. Der Ausblick bleibe zudem negativ, da Moody’s befürchtet, dass Irland seine Schuldenprobleme nicht aus eigener Kraft unter Kontrolle bekommt. Daher würde das Land auch nach dem Auslaufen des derzeitigen Hilfspaket Ende 2013 weiterhin auf finanzielle Unterstützung der EU und des IWF angewiesen sein. Irland hatte im November im Gegenzug für ein hartes Spar- und Reformprogramm Finanzhilfen in Höhe von 67,5 Milliarden Euro aus dem Rettungsfonds zugesprochen bekommen. Die Regierung in Dublin reagierte empört und kritisiert die Abwertung. Es sei schwierig zu verstehen, wie die Abstufung mit den Erfolgen der Schuldenbekämpfung zusammenpasse. In der Tat hat auch Moody’s selbst die Konsolidierungsfortschritte des Haushalts gelobt und auch die Einhaltung von der Europäischen Union und dem IWF als Bedingung für die Finanzhilfe geforderten Ziele gewürdigt. Dublin bekommt bei seinem Standpunkt Unterstützung aus Brüssel: EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn bescheinigt Irland einen deutlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung noch in diesem Jahr (BIP). Der Aufschwung würde also gefördert werden, während gleichzeitig die Sparpläne greifen würden. Die Abstufung Irlands hat sich diesmal aufgrund der traditionell starken Verflechtung der anglo-amerikanischen Länder untereinander, also des starken Engagements der US-Institute in dem keltischen Tiger, auch auf den Dow Jones ausgewirkt. Der US-Leitindex schloss mit dem Tagestiefststand.

 

 

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