Wirtschaft

Kanada stürzt über Sozialkürzungen bei gleichzeitiger Aufrüstung

In Kanada ist zum vierten Mal in sieben Jahren die Regierung gescheitert. Neuwahlen wurden für den 2. Mai angesetzt. Die Opposition hatte der konservativen Minderheitsregierung unter Premier Harper in einem Votum das Vertrauen entzogen. Grund sind empfindliche Einschnitte in die Sozialleistungen des Staates, bei gleichzeitiger Milliardenaufrüstung mit dem technologisch fragwürdigen US-Mehrzweckkampfjet F-35 "Lightning II" (Joint Strike Fighter). Die F-35 war ursprünglich als Tarnkappen-Allrounder (Stealth-Fähigkeit) mit der Fähigkeit zum Supercruise (ohne Nachbrenner dauerhaft schneller als der Schall = schnell und spritsparender) konzipiert. Realisiert wurden jedoch lediglich die ausufernden Kosten. Mit 300 Milliarden Dollar ist das F-35Projekt das teuerste jemals bewilligte Entwicklungsprogramm des Pentagon. Im April 2009 hatten Hacker Terabytes an Daten zu den Details der F-35 aus den Rechnern des Verteidigungsministeriums gestohlen (Kritik: Die F-35 verfügt über lediglich vier interne Waffenpositionen, die lediglich maximal 2 × 900 kg Bombenlast aufnehmen können, zusätzliche Außenlasten reduzieren die ohnehin schon schlecht umgesetzten Tarneigenschaften; die Supercruisefähigkeit wurde nicht realisiert; die Höchstgeschwindigkeit liegt gerade einmal bei Mach 1,6; die F-35 besitzt nur ein Triebwerk, was sie für Störungen sehr anfällig macht; der Kostenrahmen wurde deutlich verzögert und gesprengt). Harper wollte nun an dem Kauf der 65 Maschinen festhalten und gleichzeitig die Sozialleistungen kürzen. Insgesamt sollte der Haushalt bis 2015 ausgeglichen werden (Schuldenquote: 81,7%; Wachstum 2009: -0,8%; Prognose für 2010: +1,2%).

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