Energie & Umwelt

Kläranlagen wandeln sich von Stromfressern zu Kraftwerken

In Deutschland sind knapp 10.000 kommunale Kläranlagen im Betrieb und gehören mit einem Stromverbrauch von 4.400 Gigawattstunden zu den elektrischen Großverbrauchern – rund 10% des von allen kommunalen Einrichtungen verbrauchten Stroms entfällt auf Kläranlagen. Dabei steckt rund dreimal so viel Energie im Abwasser als bisher zur Reinigung an Strom verbraucht wird, ein beachtliches Einsparpotenzial. Professor Uwe Schröder vom TU-Institut für Ökologische und Nachhaltige Chemie: „Bisher verschwenden wir in den Kläranlagen Energie, um Energie zu vernichten.“

Künftig sollen nun die Kläranlagen selber Strom produzieren. Grundlage sind spezielle Bakterien in sogenannten mikrobiellen Brennstoffzellen. Die Bakterien stillen dabei ihren Energiebedarf durch Verwertung und Abbau von Abfallstoffen, wobei sie Elektronen erzeugen, die dann an Elektroden übertragen werden können, so dass Strom fließt. Dabei gibt es stromproduzierende Bakterien für Metalle, andere ernähren sich von den problematischen Antibiotika-Resten. Diese Mechanismen funktionieren bereits im Labor-Maßstab. Für die großtechnische Anwendung werden allerdings vermutlich noch bis zu zehn Jahre an Forschung benötigt. Im nächsten Jahr soll jedoch bereits in Zusammenarbeit mit der Siedlungswasserwirtschaft eine etwa kühlschrankgroße Pilotanlage errichtet werden, die Stromstärken in den Ampere-Bereich liefern soll.
 

 

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