Energie & Umwelt

Lebensmittel als Müllprodukt

Frisches Brot, sonnengereifte Tomaten, reife Äpfel… das erwarten wir beim Betreten eines Supermarkts. Alles muss permanent zum Konsum zur Verfügung stehen. Diese Forderung bleibt jedoch nicht ohne seine Konsequenzen: Zwischen 10 und 20 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jährlich auf den Müll geworfen. Aus einer Studie des Bundeslandwirtschaftsministeriums geht hervor, dass 84 Prozent dieser weggeworfenen Waren entsorgt werden, weil das Haltbarkeitsdatum abgelaufen war. Allein ein Drittel der weltweiten Produktion werden ungenutzt entsorgt. Das Verlangen nach permanent frischer und reifer Ware auch außerhalb der Saison und zu jeder Jahreszeit fordert hier seinen Tribut. Nicht ganz einwandfreie Ware, wie ein Salatkopf mit einem welken Blatt oder ein Apfel mit kleinen Schönheitsfehlern, landen ebenfalls auf dem Müll. Außerdem verschlimmert die steigende Lebensmittelnachfrage der Industrienationen die Zerstörung von Umwelt und Regenwäldern, vor allem in der dritten Welt.

Während in Deutschland Millionen Tonnen an Lebensmitteln auf der Deponie verrotten, sind die Hungersnöte in Afrika so schlimm wie noch nie. Um unseren ethischen Richtlinien gerecht zu werden, müsse ein Umdenken bei unserem Umgang mit Lebensmitteln entstehen. Ein Anfang wäre, besonderen Nutzen aus dem wachsenden Biomüll zu ziehen. Eine Bäckerei z.B. verbrennt sein übriggebliebenes altes Brot, da es eine ähnliche Energieausbeute wie Holz besitzt. Eine originelle Idee für ein wachsendes Problem, aber keine Lösung für die betriebende Verschwenderwirtschaft der Industrienationen. Dafür wäre ein grundlegendes Umdenken der Endverbraucher von Nöten.

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